Exxon, Mobil

Exxon Mobil Aktie: Millionen-Umweg

05.03.2026 - 04:51:38 | boerse-global.de

Die Sperrung der Straße von Hormus veranlasst Exxon Mobil, teure Umwege für die Treibstoffversorgung zu nehmen und verstärkt auf heimische Gasförderung zu setzen.

Exxon Mobil Aktie: Millionen-Umweg - Foto: über boerse-global.de
Exxon Mobil Aktie: Millionen-Umweg - Foto: über boerse-global.de

Die Blockade der Straße von Hormus zwingt Exxon Mobil zu drastischen Logistik-Manövern. Statt über die kürzeste Route liefert der Ölkonzern nun Treibstoff im Wert von Millionen Dollar über den halben Globus – von Texas nach Australien. Die Eskalation im Nahen Osten kostet das Unternehmen nicht nur Zeit, sondern auch Geld.

Die teure Alternative

Um die australischen Raffinerien zu versorgen, chartert Exxon Mobil zwei Tanker – die Largo Eagle und die Nord Ventura. Zwischen dem 13. und 18. März sollen rund 600.000 Barrel Kraftstoff von Houston aus in Richtung Pazifik verschifft werden. Die Kosten für diese Notlösung sind beträchtlich: Etwa 6 Millionen Dollar pro Schiff, was 20 Dollar pro Barrel entspricht. Zum Vergleich: Über die blockierte Route im Persischen Golf wäre der Transport deutlich günstiger gewesen.

Jack Williams, Senior Vice President von Exxon Mobil, erklärte am 3. März auf der Morgan Stanley Energy & Power Conference, dass der Konzern seine globale Handelsorganisation und Charterflotte nutzt, um Warenströme trotz der Krise zu optimieren. Die Feinabstimmung läuft auf Hochtouren – der Konzern muss flexibel bleiben.

Flüssiggas unter Druck

Noch schwerer wiegt die Situation im Flüssiggasgeschäft. Qatar steuert laut RBC Capital Markets etwa zwei Drittel der gesamten LNG-Produktion von Exxon Mobil bei. Die Kämpfe im Golf haben diese Versorgungskette empfindlich getroffen. Als Reaktion setzt der Konzern verstärkt auf heimische Förderung: Das Permian-Becken in den USA soll die Produktion von derzeit 1,2 Millionen Barrel pro Tag auf 2,5 Millionen Barrel bis 2030 steigern. Die kürzlich abgeschlossene Übernahme von Pioneer Natural Resources erweitert die Landfläche und schafft die Basis für dieses ambitionierte Ziel.

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Insiderverkauf und Rückkaufprogramm

Während der Konzern mit Logistikproblemen kämpft, verkaufte Vizepräsident Darrin L. Talley am 2. März 2.150 Aktien zu einem Durchschnittspreis von 157,82 Dollar. Talley hält nach der Transaktion weiterhin mehr als 250.000 Aktien. Die Aktie selbst gab am Mittwoch 1,3 Prozent nach, notiert aber nahe ihrem Rekordhoch. Gleichzeitig hält Exxon Mobil am geplanten Aktienrückkaufprogramm von 20 Milliarden Dollar für 2026 fest – ein Signal, dass das Management trotz widriger Umstände an der langfristigen Strategie festhält.

Die Straße von Hormus bleibt vorerst blockiert. Solange die geopolitischen Spannungen andauern, wird Exxon Mobil weiterhin auf alternative Routen und höhere Transportkosten setzen müssen. Wie stark sich dies in den kommenden Quartalen auf die Margen auswirkt, bleibt abzuwarten.

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