Exxon Mobil Aktie: 3,5 bis 3,9 Milliarden Preiseffekt
Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 06:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Exxon Mobil steuert auf ein Rekordhoch zu. Der Auslöser: eine optimistische Gewinnprognose für das zweite Quartal und neue Fördermeilensteine vor der Küste Guyanas. Die Aktie schloss am Freitag bei 147,79 US-Dollar, ein Plus von 1,26 Prozent zum Vortag.
Auf Wochensicht steht ein Zuwachs von 6,42 Prozent zu Buche. Über 30 Tage beträgt das Plus 5,01 Prozent. Der RSI von 64,6 signalisiert starke Kaufnachfrage, ohne bereits überkauft zu sein.
Höhere Ölpreise treiben die Upstream-Sparte
Exxon hat vor der offiziellen Quartalsvorlage am 31. Juli 2026 bereits Eckdaten veröffentlicht. Demnach dürften gestiegene Rohölpreise das Ergebnis im Upstream-Geschäft kräftig anheben. Der Konzern rechnet mit einem Preiseffekt von 3,5 bis 3,9 Milliarden Dollar zusätzlich gegenüber dem ersten Quartal.
Die Gaspreise blieben dagegen vergleichsweise stabil. Der Sprung bei den Rohölpreisen reicht aber aus, um die gesamte Gewinnprognose des Konzerns spürbar zu verbessern. Investoren blicken deshalb gespannt auf den Quartalsbericht Ende Juli.
Guyana liefert Rekordmengen
Vor der Küste Guyanas läuft das Stabroek-Feld auf Hochtouren. Die Förderung erreichte im zweiten Quartal 2026 rund 916.000 Barrel Öl pro Tag. Aus Gewinnanteilen und Lizenzzahlungen flossen im selben Zeitraum 1,2 Milliarden Dollar in Guyanas staatlichen Rohstofffonds.
Vier schwimmende Förder- und Lagereinheiten sind derzeit für die Tochter ExxonMobil Guyana Limited im Einsatz. Das Yellowtail-Projekt hat seine volle Kapazität erreicht. Ein weiteres Vorhaben, Hammerhead, soll 2029 folgen und die Fördermenge bis Ende des Jahrzehnts weiter steigern.
Einstieg ins Lithium-Geschäft
Exxon baut sein Geschäft über das klassische Ölgeschäft hinaus aus. In diesem Sommer startet der Konzern die ersten Entwicklungsschritte für Lithium-Projekte in der Smackover-Formation in Arkansas. Die Arkansas Oil and Gas Commission hatte Ende Juni einen Lizenzsatz von 2,5 Prozent genehmigt.
Das Verfahren nutzt Direct Lithium Extraction, um Salzwasser aus unterirdischen Lagerstätten zu verarbeiten. Exxon will bis 2027 zu einem der größten heimischen Lithium-Lieferanten für die Elektroauto-Industrie werden. Der Konzern setzt dabei auf sein Know-how in Tiefbohrungen und chemischer Verarbeitung, das er über Jahrzehnte im Ölgeschäft aufgebaut hat.
Die annualisierte Volatilität der Aktie liegt bei 23,69 Prozent. Das zeigt: Geopolitische Spannungen im Nahen Osten und schwankende Öllieferketten wirken weiterhin auf den Kurs. Bis zur Quartalsvorlage am 31. Juli dürfte genau das im Mittelpunkt stehen — ob die angekündigten Preiseffekte im Upstream-Geschäft tatsächlich in vollem Umfang ankommen.
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