Experten, Kollaps

Experten warnen vor Kollaps des Gesundheitssystems durch Fehlernährung

22.02.2026 - 21:09:12 | boerse-global.de

Führende Wissenschaftler drängen auf staatliche Maßnahmen gegen hochverarbeitete Lebensmittel, um die steigenden Kosten ernährungsbedingter Krankheiten einzudämmen.

Führende Mediziner und Ernährungsforscher fordern ein sofortiges politisches Umdenken. Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW) warnte Mitte Februar 2026 eindringlich vor den Folgen der aktuellen Ernährungsweise. Hochverarbeitete, nährstoffarme Lebensmittel seien maßgeblich für den rasanten Anstieg von Zivilisationskrankheiten verantwortlich. Um das System zu retten, müsse die Politik jetzt handeln.

Die Kluft zwischen Wissen und Handeln

In der Wissenschaft herrscht Einigkeit: Eine ausgewogene Nährstoffzufuhr ist entscheidend für die Gesundheit. „In Deutschland existiert kein Erkenntnisproblem, sondern ein massives Umsetzungsproblem“, erklärt Annette Grüters-Kieslich, Fachärztin an der Charité und BBAW-Mitglied. Obwohl die Vorteile bekannt seien, greife ein Großteil weiter zu ungesunden Produkten.

Die BBAW-Arbeitsgruppe „Ernährung, Gesundheit, Prävention“ legte nun detaillierte Empfehlungen vor. Die Verantwortung dürfe nicht länger allein beim Verbraucher liegen, fordern die Experten. Der Staat müsse eine Umgebung schaffen, die die Wahl gesunder Lebensmittel erleichtert – durch Forschungsförderung und transparente Aufklärung.

Kitas und Krankenhäuser in der Pflicht

Ein zentraler Hebel liegt in der Gemeinschaftsverpflegung. Gerade die ersten tausend Lebenstage prägten das spätere Ernährungsverhalten nachhaltig, so der Mediziner Georg Seifert. Kitas und Schulen müssten dringend als Räume der Gesundheitsförderung genutzt werden.

Doch auch in Krankenhäusern sieht es düster aus. „Es kommt vor, dass Patienten mit Mangelernährung operiert werden, ohne vorherige Nährstofftherapie“, bemängelt Grüters-Kieslich. Dass sogar Klinikpersonal oft Fast-Food der Kantine vorziehe, zeige den Reformbedarf. Kliniken sollten Orte der Genesung sein – die Realität sehe häufig anders aus.

Deutschland droht den Anschluss zu verlieren

Während hierzulande noch gezögert wird, setzen andere Länder bereits wirksame Instrumente ein. Tilman Grune vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung verweist auf internationale Vorbilder. Eine Zuckersteuer und Werbeverbote für ungesunde Kinderlebensmittel zeigten in Großbritannien und Norwegen bereits Erfolge.

„In Großbritannien zeigen sich positive Effekte auf das Gewicht von Jugendlichen“, berichtet Grune. Die Experten sind sich einig: Deutschland droht den Anschluss zu verlieren, wenn die Politik nicht zeitnah ähnliche Rahmenbedingungen schafft. Gesunde Ernährung kombiniert mit Bewegung leiste einen unverzichtbaren Beitrag zur Prävention.

Das teure Paradoxon der Über- und Unterversorgung

Die Forderungen fallen in eine Zeit, in der die Folgen der Fehlernährung immer sichtbarer werden. Die Kosten für ernährungsbedingte Krankheiten wie Adipositas und Diabetes explodieren. Gleichzeitig leiden viele Menschen unter einem paradoxen Zustand: Sie sind mit Kalorien überversorgt, aber mit lebenswichtigen Mikronährstoffen unterversorgt.

Diese Mangelernährung hat dramatische Konsequenzen. Daten belegen, dass ein erheblicher Teil der Krebspatienten nicht am Tumor, sondern an den Folgen der Unterversorgung stirbt. Investitionen in frühe Prävention durch hochwertige Ernährung seien langfristig deutlich kostengünstiger als die Behandlung chronischer Krankheiten, betonen Mediziner übereinstimmend.

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Wird die Politik endlich handeln?

Der Druck auf die Entscheidungsträger wächst. Der anstehende Kongress der Deutschen Gesellschaft für Ernährung im März 2026 wird das Thema weiter vertiefen. Forscher diskutieren dann, wie Nährstoffe das Mikrobiom beeinflussen und so zur Schlüsselgröße für die Gesundheit werden.

Sollten die Empfehlungen Gehör finden, stehen Veränderungen bevor. Verbindliche Qualitätsstandards für die Gemeinschaftsverpflegung gelten als wahrscheinlichster erster Schritt. Die große Frage bleibt: Findet Deutschland den Mut, mit Maßnahmen wie einer Zuckersteuer aktiv in die Prävention einzusteigen? Die Gesundheit der Bevölkerung und die Zukunft des Gesundheitssystems hängen davon ab.

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