Exabeam startet erstes Sicherheitssystem für KI-Agenten
07.01.2026 - 06:01:12KI-Agenten bekommen jetzt einen digitalen Aufpasser: Exabeam hat das erste Sicherheitssystem für autonome KI-Systeme vorgestellt. Das Unternehmen erweitert damit seine Verhaltensanalysen auf die digitale Belegschaft – und schließt eine gefährliche Sicherheitslücke.
Verhaltensanalyse für die digitale Belegschaft
Im Kern geht es um eine simple, aber revolutionäre Idee: Was bei menschlichen Nutzern seit Jahren Standard ist, soll jetzt auch für KI-Agenten gelten. Exabeam integriert Verhaltensanalysen für KI-Agenten in seine Security-Operations-Plattform. Das System erstellt zunächst ein Profil des “normalen” Verhaltens eines KI-Agenten. Jede Abweichung davon – ob durch Fehlfunktion, Regelverstoß oder Cyberangriff – wird sofort erkannt.
Die Dringlichkeit ist offensichtlich. KI-Agenten übernehmen zunehmend kritische Aufgaben: von der Code-Erstellung bis zum Kundenservice. Dabei erhalten sie oft weitreichenden Zugriff auf sensible Daten und interne Systeme. Bisherige Sicherheitstools konnten jedoch kaum zwischen legitimen automatisierten Aktionen und gefährlichen Anomalien unterscheiden. Exabeams neuer Ansatz behandelt KI-Agenten wie menschliche Mitarbeiter – mit gleicher Überwachungsschärfe.
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Schutz vor “abtrünnigen” KI-Agenten
Die größte Sorge der IT-Sicherheitsexperten sind sogenannte “Rogue Agents”. Diese abtrünnigen KI-Systeme könnten unbeabsichtigt sensible Daten preisgeben, Sicherheitsrichtlinien umgehen oder unautorisierte Änderungen vornehmen. Studien zeigen: Die Mehrheit der Unternehmen erwartet bereits heute eine Zunahme solcher Insider-Bedrohungen durch KI – oft bewertet als riskanter als externe Angriffe.
“Statische Sicherheitsvorkehrungen reichen nicht mehr aus”, betont Steve Wilson, Chief AI and Product Officer bei Exabeam. Entscheidend sei das dynamische Verständnis normaler Agenten-Aktivitäten und die Fähigkeit, riskante Abweichungen in Echtzeit zu erkennen. Das neue System identifiziert konkrete Risikoverhaltensweisen, etwa wenn ein Agent Daten außerhalb seines vorgesehenen Bereichs abruft oder Befehle abweichend von seinen üblichen Mustern ausführt.
Strategische Partnerschaft mit Google Cloud
Die Wirkung des Systems verstärkt eine tiefe Integration in die Google-Cloud-Infrastruktur. Exabeam kann Telemetriedaten direkt aus Google Gemini Enterprise, Google Agentspace und Model Armor analysieren. Diese Integration liefert detaillierte Einblicke in KI-Workflows, Nutzung von Large Language Models und spezifische Prompts.
Ein Beispiel verdeutlicht den Nutzen: Ein KI-Agent für Kundensupport beginnt plötzlich, interne Finanzdatenbanken abzufragen. Herkömmliche Sicherheitssysteme würden diese autorisierte Aktion möglicherweise übersehen. Exabeams Verhaltensanalytik erkennt die Abweichung vom Normalprofil sofort und leitet automatisch eine Untersuchung ein. Diese Partnerschaft spiegelt einen Branchentrend wider: Sicherheitsanbieter kooperieren zunehmend mit großen Cloud-Providern, um die KI-Infrastrukturebene abzusichern.
Neue Sicherheitskategorie entsteht
Experten sagen voraus: Die Überwachung von KI-Agenten wird bis Ende 2026 zu einer eigenständigen Sicherheitskategorie werden – gleichberechtigt neben Identitätsmanagement, Cloud-Security und Datenschutz. Exabeam positioniert sich mit diesem Schritt als Pionier und könnte den architektonischen Standard für KI-Sicherheit setzen.
Die Bedrohungslage hat sich grundlegend gewandelt. KI-Agenten mit Entscheidungsbefugnissen sind praktisch “digitale Insider”. Sie lassen sich nicht mit statischen Regeln oder einfachen Berechtigungslisten kontrollieren. Ihre dynamische Natur erfordert eine dynamische Sicherheitsantwort – eine, die kontinuierlich dazulernt und sich neuen Verhaltensmustern anpasst.
Für Managed Security Service Provider (MSSPs) und Großunternehmen wird diese Fähigkeit unverzichtbar sein. Besonders der Service-Aspekt – die Bewertung der KI-Reife von Kunden und Identifizierung von Risikolücken – könnte Exabeam im überfüllten Cybersecurity-Markt entscheidend abheben.
Ausblick: KI-Sicherheit wird Standard
Die Branche erwartet eine rasche Entwicklung von KI-Sicherheitsstandards. Während Exabeam seine Lösung ausrollt, werden andere Anbieter nachziehen. Schon Ende 2026 könnte die Verhaltensüberwachung von KI-Agenten zur Standard-Compliance-Anforderung in hochregulierten Branchen wie Finanzwesen und Gesundheitssektor werden.
Die Zukunft der Cybersicherheit liegt nicht mehr nur darin, Hacker abzuwehren. Sie besteht zunehmend darin, die intelligenten Maschinen zu überwachen, die wir geschaffen haben, um mit uns zusammenzuarbeiten. Exabeams neues System zeigt: In der hybriden Belegschaft aus Menschen und KI muss die Sicherheit beide Domänen gleichermaßen im Blick behalten.
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