EVZ, KI-gestützter

EVZ warnt vor KI-gestützter Identitätsbetrugs-Welle 2026

26.01.2026 - 11:23:12

Das Europäische Verbraucherzentrum sieht eine neue Welle von Identitätsdiebstahl, bei der Kriminelle KI nutzen, um offizielle KYC-Prozesse zu imitieren und sensible Daten zu stehlen.

Das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) sieht im neuen Jahr eine gefährliche Verschmelzung von KI-Technologie und Betrug – und fordert mehr „Compliance-Awareness“ von Bürgern und Unternehmen.

Anlässlich der „Identity Theft Awareness Week 2026“ hat das EVZ eine dringende Warnung vor einer neuen Generation von Identitätsdiebstahl herausgegeben. Der Fokus liegt 2026 auf hochkomplexen, KI-gesteuerten Betrugsmethoden, die klassische Sicherheitsmaßnahmen aushebeln. Besonders besorgniserregend: Kriminelle nutzen zunehmend die gesetzlich vorgeschriebenen Compliance-Verfahren gegen die Verbraucher selbst.

KYC-Verfahren: Schutzschild und Einfallstor zugleich

Im Zentrum der Warnung steht der ambivalente Charakter von Know-Your-Customer (KYC)-Prozessen. Diese sind zwar essenziell im Kampf gegen Geldwäsche, erfordern aber auch die Weitergabe sensibler biometrischer Daten. Genau hier setzen Betrüger an, wie das EVZ Italien betont.

Die Maschen sind raffinierter geworden: Verbraucher erhalten gefälschte Kommunikation, die offizielle „Compliance-Prüfungen“ oder „Sicherheitsverifikationen“ von Banken oder sogar Verbraucherschutzstellen vortäuscht. Diese Nachrichten verwenden offiziell wirkende Logos und verweisen auf echte EU-Verordnungen wie PSD3 oder den KI-Vertrag, um unter dem Deckmantel der Regulierung an Zugangsdaten zu gelangen.

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„Echte Organisationen werden niemals sensible Sicherheitsdaten über unaufgeforderte Nachrichten anfordern“, so Experten des EVZ-Netzwerks. Jede dringende Aufforderung zur „Identitätsneubestätigung“ – besonders über Messenger oder private E-Mail-Adressen – sollte skeptisch hinterfragt werden.

Großereignisse als Daten-Köder

Ein weiterer Gefahrenherd sind kommende Großveranstaltungen wie die Olympischen Winterspiele in Italien. Das EVZ beobachtet einen Anstieg „veranstaltungsbasierter“ Identitätsdiebstähle. Betrügerische Ticket- und Reiseplattformen locken mit professionell gestalteten Webseiten, die umfangreiche persönliche Daten unter Vorwänden wie „Registrierung“ oder „Sicherheitsüberprüfung“ abfragen.

Oft findet nicht einmal ein finanzieller Transfer statt – das Ziel ist allein das Abgreifen der Daten für Identitätsbetrug. Die Mischung aus großer Nachfrage, digitalen Zahlungen und Zeitdruck schaffe den „perfekten Sturm“ für Datensammler, warnt das EVZ. Die Empfehlung ist klar: ausschließlich offizielle Verkaufskanäle nutzen und bei übermäßigen Dokumentenforderungen von Drittanbietern misstrauisch werden.

Die Verteidigung: „Zero Trust“ und Wachsamkeit

Als Gegenstrategie empfiehlt das EVZ einen proaktiven Ansatz. Für Unternehmen bedeutet das: robuste Authentifizierung jenseits statischer Passwörter implementieren, etwa verhaltensbasierte Biometrie, die KI schwerer nachahmen kann.

Verbrauchern rät die Organisation zu regelmäßiger Kontrolle der Kontoauszüge und zur Nutzung offizieller Meldewege bei verdächtigen Aktivitäten. Die Aktionswoche soll Anlass sein, Privatsphäre-Einstellungen zu prüfen, Passwörter zu aktualisieren und Zwei-Faktor-Authentifizierung für alle sensiblen Konten zu aktivieren.

Die Betonung von „Compliance Awareness“ markiert einen strategischen Wandel. Compliance wird nicht länger nur als Unternehmenspflicht gesehen, sondern als kritische Verbraucherkompetenz. Zu erkennen, wie eine legitime Compliance-Anfrage aussieht, wird zur ebenso wichtigen Fähigkeit wie das Verstehen von Zinssätzen.

Die Experten rechnen damit, dass das Aufkommen KI-generierter Betrugsversuche 2026 weiter zunehmen wird. Neue EU-Regelungen zu digitalen Identitätswallets und KI-Transparenz sollen langfristig bessere Werkzeuge bieten. Bis dahin bleibt Wachsamkeit die wichtigste Verteidigung. Die Fähigkeit, echte Prüfung von raffinierter Masche zu unterscheiden, wird 2026 über digitale Sicherheit entscheiden.

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