Evotec, DE0005664809

Evotec SE-Aktie (DE0005664809): Kurs erholt sich leicht – Shortseller und Delisting-Thema bleiben im Fokus

10.06.2026 - 13:19:55 | ad-hoc-news.de

Die Evotec SE-Aktie legt am Mittwochvormittag auf Xetra moderat zu und notiert bei rund 4,78 Euro. Nach dem Kursdruck der Vortage rücken Shortseller-Daten und das laufende Delisting-Projekt aus dem Prime Standard weiterhin in den Mittelpunkt.

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Evotec, DE0005664809

Von AD HOC NEWS - Redaktion Unternehmen & Analysen Team | 10.06.2026

Die Aktie von Evotec SE steht zur Wochenmitte erneut im Blick der Anleger. Am Mittwochvormittag notiert das Papier im Xetra-Handel um 09:28 Uhr mit einem Aufschlag von 0,7 Prozent bei 4,78 Euro und gehört damit im MDAX zu den Gewinnern der frühen Sitzung. Zuvor hatte die Biotech-Aktie an den vergangenen Handelstagen spürbare Rückgänge verzeichnet und war zeitweise um knapp 2 Prozent auf 4,83 Euro gefallen. Parallel zum schwankungsanfälligen Kursverlauf beschäftigen Investoren weiterhin die erhöhte Shortseller-Aktivität sowie das laufende Delisting-Projekt aus dem Prime Standard, das die Kapitalmarktstory von Evotec strukturell verändert.

Mittwochs-Modul: Wettbewerbsumfeld und Marktposition von Evotec

Evotec gilt als spezialisierter Wirkstoffforscher, der seine Plattformen überwiegend im Auftrag großer Pharma- und Biotech-Konzerne einsetzt. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Hamburg arbeitet in der Regel nicht als klassischer Entwickler eigener Blockbuster-Medikamente, sondern als Partner entlang verschiedener Phasen der Wirkstoffforschung und frühen klinischen Entwicklung. Diese Asset-light-Struktur unterscheidet Evotec im Wettbewerbsfeld deutlich von integrierten Biotech-Gesellschaften, die einzelne Wirkstoffe vollumfänglich selbst bis zur Marktreife tragen und daher stärker binäre Entwicklungsrisiken tragen.

Mit Blick auf die Produktpipeline und technologischen Plattformen positioniert sich Evotec als breit aufgestellter Forschungsdienstleister. Laut Unternehmensdarstellung umfasst die wissenschaftliche Basis niedermolekulare Wirkstoffe, Biologika und Zelltherapie-Ansätze, die über proprietäre Datenbanken, PanOmics-Ansätze und iPSC-basierte Krankheitsmodelle unterstützt werden. Auf dieser Grundlage kann Evotec unterschiedliche Indikationsgebiete abdecken und ist nicht nur auf ein einzelnes Krankheitsfeld fokussiert. Im Wettbewerb spielt dabei die Fähigkeit eine Rolle, komplexe präklinische Studien effizient und reproduzierbar im Auftrag von Partnern durchzuführen.

Während viele kleinere Biotech-Unternehmen vor allem mit ein bis zwei Kernprojekten an der Börse wahrgenommen werden, verteilt Evotec seine wirtschaftlichen Chancen auf ein Portfolio zahlreicher Partnerschaften. In den vergangenen Jahren hat das Unternehmen mit namhaften Pharma- und Biotech-Gruppen Kooperationsmodelle aufgebaut, bei denen häufig Meilensteinzahlungen und potenzielle Umsatzbeteiligungen vereinbart werden. Im Wettbewerb mit globalen Auftragsforschern muss Evotec dabei sowohl wissenschaftliche Qualität als auch Kosteneffizienz nachweisen, um sich bei neuen Ausschreibungen durchzusetzen.

Auf dem Kapitalmarkt wird Evotec derzeit mit einem deutlich gedrückten Kursniveau gehandelt. Der aktuelle Kurs von rund 4,78 Euro auf Xetra liegt signifikant unter früheren Niveaus, was sich in einer hohen gemessenen Volatilität von mehr als 60 Prozent widerspiegelt. Biotech-spezifische Risiken wie regulatorische Unsicherheiten, Projektverzögerungen oder das Auslaufen einzelner Kooperationen werden von Anlegern im Vergleich zu etablierten Pharmawerten traditionell mit einem Risikoabschlag bepreist. Im direkten Vergleich mit großen integrierten Pharmakonzernen fehlt Evotec zudem der stabile Cashflow aus etablierten Produkten, was die Abhängigkeit von Projektfortschritten und Partnerentscheidungen verstärkt.

Im Umfeld der europäischen Biotech-Szene konkurriert Evotec sowohl mit spezialisierten Auftragsforschern als auch mit forschungsintensiven Unternehmen, die ähnliche Technologiebausteine wie Hochdurchsatz-Screening, Omics-Analysen oder Zellmodellplattformen anbieten. Der Wettbewerb umfasst dabei nicht nur börsennotierte Gesellschaften, sondern auch private Forschungsspezialisten und universitäre Ausgründungen, die häufig mit Fördermitteln oder Pharma-Partnerschaften finanziert werden. Für Evotec ist die Fähigkeit, langfristige Rahmenverträge und mehrjährige Allianzen zu sichern, ein zentrales Differenzierungsmerkmal gegenüber kleineren Wettbewerbern, die oft projektbezogen und kurzfristiger agieren.

Ein weiterer Wettbewerbsfaktor ist der Zugang zu Kapital. Während große Pharmaunternehmen ihre Forschung aus laufenden Erträgen finanzieren, sind Biotech-Spezialisten wie Evotec auf den Kapitalmarkt und auf Partnerzahlungen angewiesen. Nach dem Kursrückgang und den Diskussionen um Delisting-Überlegungen aus dem Prime Standard ist der Spielraum für Kapitalmaßnahmen über Aktienplatzierungen aktuell enger geworden. Im Vergleich zu Wettbewerbern, die an internationalen Leitbörsen mit hoher Liquidität gehandelt werden, kann ein reduzierter Index- und Fonds-Zugang die Wahrnehmung am Markt und damit die relative Wettbewerbsposition beeinflussen.

Analysten und Marktbeobachter diskutieren im Wettbewerbsvergleich außerdem die Profitabilitätsperspektiven. Nach vorliegenden Daten fällt das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis vergangener Gewinne negativ aus, wodurch klassische Bewertungskennzahlen nur eingeschränkt aussagekräftig sind. Im Vergleich zu etablierten Pharmawerten, die vielfach zweistellige Margen erwirtschaften, ist Evotec deutlicher von Forschungsausgaben, Investitionen in Plattformen und den Zeitpunkten von Meilensteinzahlungen abhängig. Damit unterscheidet sich die Investmentlogik eher von defensiven Gesundheitsaktien und ähnelt eher wachstumsorientierten Biotech- und Plattformwerten, bei denen der Markt stark auf Pipeline-Nachrichten und Vertragsabschlüsse reagiert.

Auf der operativen Seite versucht Evotec, sich durch Skaleneffekte und Technologieinvestitionen gegenüber Wettbewerbern zu positionieren. Der Ausbau von Forschungskapazitäten und die Implementierung neuer Plattformen sollen die Effizienz in der Wirkstoffentdeckung erhöhen, was sowohl die Attraktivität für Partner als auch die potenziellen Margen verbessern kann. Erfolgreiche Umsetzung solcher Investitionsprogramme ist im Biotech-Wettbewerb ein wesentlicher Faktor, da Kunden in der Regel Anbieter bevorzugen, die bei Qualität, Geschwindigkeit und Kostenstruktur langfristig überzeugen.

Aktueller Kurs, Volatilität und Reaktion auf die jüngsten Rückgänge

Am Mittwochvormittag zeigt sich die Evotec-Aktie nach den Rücksetzern der letzten Tage stabilisiert und verzeichnet auf Xetra einen leichten Anstieg um 0,7 Prozent auf 4,78 Euro. Am Dienstag war das Papier dagegen noch spürbar unter Druck geraten: Zur Mittagszeit lag das Minus im Xetra-Handel bei rund 2,0 Prozent auf 4,83 Euro, zeitweise wurden Tagestiefs im Bereich von 4,81 Euro erreicht. Auch am späten Dienstagnachmittag blieb die Tendenz negativ, als die Aktie um 16:28 Uhr mit 1,9 Prozent im Minus bei 4,84 Euro notierte. Diese kurzfristigen Schwankungen illustrieren die hohe Sensitivität der Aktie gegenüber Marktsentiment und Nachrichtenlage.

In den vergangenen Wochen war die Evotec-Aktie ohnehin von erhöhter Volatilität geprägt. Auf Basis der Kursdaten wird die Schwankungsintensität mit deutlich über 60 Prozent angegeben, was im Vergleich zu vielen Standardwerten ein erhöhtes Risiko- und Chancenprofil signalisiert. Für Privatanleger bedeutet dies, dass schon kleinere Stimmungsumschwünge im Sektor oder unternehmensspezifische Meldungen ausgeprägte Kursbewegungen auslösen können. In einem solchen Umfeld gewinnt das Risikomanagement an Bedeutung, insbesondere bei kurzfristig orientierten Marktteilnehmern, die auf technische Marken achten.

Die Kursbewegungen der letzten Handelstage stehen auch vor dem Hintergrund eines bereits länger andauernden Abwärtstrends. Auf Sicht von 30 Tagen weist die Aktie laut Kursstatistiken eine negative Performance von rund 5 bis 6 Prozent aus. Langfristig haben unter anderem operative Herausforderungen, Verzögerungen bei Berichtsveröffentlichungen und Vertrauensverluste im Zuge regulatorischer Themen zu einem deutlichen Bewertungsabschlag geführt. Das zeigt sich auch daran, dass frühere Kursniveaus im zweistelligen Euro-Bereich aktuell weit entfernt sind.

Trotz des gedrückten Kurses verweist ein Blick auf die Konsensschätzungen darauf, dass das durchschnittliche von Analysten genannte Kursziel aktuell deutlich über dem Marktpreis liegt. Im Mittel wird ein Zielbereich von etwa 9,85 Euro genannt, was einen Aufschlag von über 100 Prozent gegenüber dem aktuellen Kurs bedeuten würde. Diese Bewertungsspanne spiegelt die Unsicherheit wider: Während einige Marktteilnehmer langfristig Chancen in der Plattformstrategie und in möglichen Meilensteinzahlungen sehen, gewichten andere die Risiken aus Governance-Themen, Delisting-Struktur und zeitlich unklaren Profitabilitätsaussichten schwerer.

Technische Anleger beobachten in diesem Kontext Unterstützungs- und Widerstandsmarken, die sich aus früheren Tief- und Hochpunkten ableiten. Konkrete Chartmarken verändern sich dynamisch, doch die Kombination aus hoher Volatilität, ausgeprägtem Trend und Nachrichtenrisiko macht die Evotec-Aktie zu einem Wert, der in vielen Trading-Strategien eher für aktive als für rein passive Ansätze genutzt wird. In einschlägigen Diskussionsforen wird wiederholt auf die Gefahr weiterer charttechnischer Brüche hingewiesen, falls wichtige Unterstützungszonen nicht halten sollten.

Auf Seiten der Handelsaktivität zeigt ein Blick in das Xetra-Orderbuch eine rege Umsatztätigkeit mit sichtbaren Stückzahlen auf Geld- und Briefseite. Die Orderbuchtiefe um die aktuellen Kursniveaus verdeutlicht, dass trotz der übergeordneten Skepsis weiterhin eine durchgängige Liquidität gegeben ist. Für Privatanleger erleichtert dies in der Regel die Ausführung von Kauf- und Verkaufsorders in marktüblichen Größen, kann aber im Falle starker News-Impulse nicht verhindern, dass Kurse schnell durch mehrere Orderstufen laufen.

Shortseller und Großaktionäre: Machtbalance im Aktionariat

Ein wesentlicher Faktor im aktuellen Marktbild von Evotec sind Shortseller-Positionen. Nach den Pflichtmeldungen zu Netto-Leerverkaufspositionen ab 0,5 Prozent des ausgegebenen Aktienkapitals sind in den vergangenen Monaten verschiedene Investoren mit entsprechenden Engagements in Erscheinung getreten. Solche Positionen setzen auf fallende Kurse und können bei hoher Konzentration zusätzlichen Druck auf den Aktienkurs ausüben. Gleichzeitig bieten sie bei einer unerwartet positiven Nachrichtenlage das Potenzial für kurzfristige Eindeckungsrallys, falls Shortseller in größerem Umfang Positionen zurückkaufen müssen.

Anleger verfolgen die veröffentlichten Shortseller-Daten daher aufmerksam, um abzuschätzen, wie stark der Markt von spekulativen Wetten auf fallende Kurse geprägt ist. Im Biotech-Sektor sind solche Positionierungen nicht unüblich, da die Bewertung stark von binären Ereignissen wie Studienresultaten oder Vertragsabschlüssen abhängt. Bei Evotec kommt hinzu, dass strukturelle Themen wie das Delisting-Projekt und die Vorgeschichte rund um verspätete Finanzberichte das Vertrauen zeitweise belastet haben, was Leerverkäufern zusätzliche Argumente liefert.

Parallel dazu verfügt Evotec über einen signifikanten Anteil institutioneller Langfristinvestoren. Nach aktuellen Aktionärsübersichten liegt der Streubesitz bei gut 54 Prozent, während verschiedene institutionelle Adressen jeweils mehrere Prozent der Anteile halten. Dazu zählen unter anderem Excalibur, MAK Capital, Mubadala Investment sowie mehrere Fondsmanager wie T. Rowe Price, Black Creek, Global Alpha und Franklin Templeton, die jeweils im Bereich von rund 3 bis knapp 10 Prozent beteiligt sind. Diese Anteilseignerstruktur zeigt, dass neben kurzfristig agierenden Marktteilnehmern auch langfristig orientierte Investoren im Aktionariat vertreten sind.

Die Gegenüberstellung von institutionellen Großaktionären und aktiven Shortsellern prägt somit die Machtbalance im Aktionariat. Langfristige Investoren achten auf die strategische Ausrichtung, die operative Entwicklung und die Governance-Strukturen, während Leerverkäufer vor allem Bewertungsrisiken, operative Unsicherheiten und mögliche negative Katalysatoren in den Vordergrund stellen. Die Kursentwicklung der vergangenen Monate spiegelt die Dominanz skeptischer Marktteilnehmer wider, auch wenn sich zum Wochenstart eine leichte Gegenbewegung gezeigt hat.

Delisting-Projekt und US-Markt: Strukturveränderung im Kapitalmarktzugang

Ein wesentlicher struktureller Hebel für die Wahrnehmung von Evotec am Kapitalmarkt ist das laufende Delisting-Projekt aus dem Frankfurter Prime Standard. Das Unternehmen hat einen Antrag gestellt, die Notierung in diesem Premiumsegment zu beenden. Der Prime Standard ist das Segment mit den höchsten Transparenzanforderungen an der Frankfurter Wertpapierbörse und Voraussetzung für eine Aufnahme in wichtige Indizes wie DAX, MDAX oder TecDAX. Ein Rückzug aus diesem Segment kann daher Auswirkungen auf die Indexzugehörigkeit, die Research-Abdeckung und den Zugang zu bestimmten institutionellen Anlegergruppen haben.

Parallel dazu haben die American Depositary Receipts (ADRs) von Evotec in den USA eine eigene Geschichte. Nach Problemen mit der fristgerechten Einreichung von Finanzberichten kam es zu einem Verfahren vor einer Nasdaq-Hearing-Instanz. In der Folge war der Handel mit den ADRs zeitweise ausgesetzt, bevor er wieder aufgenommen wurde. Diese Vorgänge haben bei internationalen Investoren Fragen zur Reporting-Qualität und zur Kapitalmarktkommunikation aufgeworfen und die Vertrauensbasis vorübergehend belastet.

Die Kombination aus Prime-Standard-Delisting und den US-Themen führt dazu, dass Evotec sich strategisch neu im Kapitalmarktzugang positionieren muss. Während ein Delisting aus regulierten Premiumsegmenten theoretisch Kostenvorteile bringen und interne Ressourcen entlasten kann, stehen dem potenzielle Nachteile in der Wahrnehmung und bei der Investorenbasis gegenüber. Für Privatanleger ist wichtig zu verstehen, in welchen Segmenten die Aktie künftig gehandelt wird und welche Transparenz- und Berichtspflichten damit verbunden sind.

Auf operativer Ebene betont Evotec, die zugrunde liegende Geschäftsstrategie unverändert fortsetzen zu wollen. Das Geschäftsmodell basiert weiterhin auf der Zusammenarbeit mit Pharma- und Biotech-Partnern und dem Ausbau von Plattformen in Bereichen wie PanOmics, künstliche Intelligenz in der Forschung und iPSC-basierte Modelle. Aus Kapitalmarktsicht bleibt jedoch abzuwarten, welche Effekte die Segmentveränderungen langfristig auf Handelsvolumen, Analystenabdeckung und Bewertungsniveau haben werden. Für Anleger spielt hier nicht nur die absolute operative Entwicklung eine Rolle, sondern auch die Vergleichbarkeit und Sichtbarkeit im Sektor.

Fundamentale Einordnung im Sektor: Chancen und Risiken

Im breiteren Sektorvergleich lässt sich Evotec grob zwischen klassischen Auftragsforschern (CROs) und F&E-orientierten Biotech-Plattformunternehmen verorten. Das Unternehmen generiert einen wesentlichen Teil der Erlöse aus Dienstleistungen und Kooperationszahlungen, während ein anderer Teil aus möglichen Meilensteinen und Beteiligungen an Erfolgen von Partnerprojekten stammt. Diese Mischstruktur kann fundamental attraktiv sein, da sie im Erfolgsfall Upside-Potenzial bietet, aber gleichzeitig zu schwankenden Ergebnissen führen kann, wenn Meilensteine ausbleiben oder sich Projekte zeitlich verschieben.

Im Vergleich zu mittelgroßen europäischen Biotech-Werten, die meist auf wenige Kernindikationen fokussiert sind, ist Evotec breiter aufgestellt, trägt aber dafür einen höheren Management- und Koordinationsaufwand. Die Vielzahl an Kooperationen erfordert eine stabile organisatorische Basis, um Projektportfolios zu steuern und wissenschaftliche Ressourcen effizient einzusetzen. Im globalen Wettbewerb um Forschungspower konkurriert Evotec mit international tätigen CROs, spezialisierten Biotech-Plattformen und internen F&E-Einheiten großer Pharmakonzerne.

Auf der Risikoseite stehen Biotech-typische Faktoren im Vordergrund. Dazu zählen wissenschaftliche Risiken in frühen Entwicklungsphasen, regulatorische Unsicherheiten in späteren Entwicklungsstufen und die Abhängigkeit von der Budget- und Pipeline-Strategie der Partner. Fällt ein großer Partner aus oder schichtet Mittel in andere Projekte um, kann dies Auswirkungen auf den Umsatz- und Ergebnispfad von Evotec haben. Der Kapitalmarkt hat diese Risiken in der Vergangenheit immer wieder neu bepreist, insbesondere in Phasen, in denen strukturelle oder governance-bezogene Themen zusätzlich in den Vordergrund traten.

Auf der Chancen-Seite steht die anhaltende Nachfrage nach externer Forschungskapazität. Pharma- und Biotech-Konzerne lagern zunehmend Teile ihrer F&E-Prozesse aus, um Kosten zu flexibilisieren und Zugriff auf spezialisierte Technologieplattformen zu erhalten. Unternehmen wie Evotec können hiervon profitieren, wenn sie mit innovativen Technologien, belastbaren Datenplattformen und nachweisbarer Projekterfahrung überzeugen. Im Wettbewerb ist daher nicht nur der Preis, sondern insbesondere die wissenschaftliche Qualität und die Lieferfähigkeit entscheidend.

Ein weiterer Aspekt im Sektorvergleich ist die geografische Präsenz. Evotec ist in Europa verwurzelt, arbeitet aber mit internationalen Partnern zusammen und betreibt Standorte in verschiedenen Regionen. Dies ermöglicht den Zugang zu unterschiedlichen Talentpools und Forschungsklöstern, erhöht aber auch die Komplexität in der Steuerung. Im Wettbewerb mit globalen Playern kann eine internationale Präsenz ein Pluspunkt sein, sofern Prozesse und Qualitätsstandards weltweit einheitlich umgesetzt werden.

Kurzfristiger Blick: Was Anleger aktuell besonders beachten

Für den kurzfristigen Anlagehorizont bleibt die Evotec-Aktie von mehreren parallel laufenden Themen geprägt. Auf der Kursebene dominiert gegenwärtig die hohe Volatilität, die sich aus der Kombination von Shortseller-Aktivität, strukturellen Delisting-Fragen und der allgemeinen Risikoneigung im Biotech-Sektor speist. Tagesaktuelle Kursausschläge wie der aktuelle Anstieg um 0,7 Prozent auf 4,78 Euro folgen oftmals eher Sentiment- und Marktströmungen als grundlegend neuen Informationen.

Operativ relevante Termine wie künftige Quartalsberichte und Hauptversammlungstermine sind für die mittelfristige Bewertung bedeutsam, da sie Einblick in die Fortschritte bei laufenden Projekten, in die Margenentwicklung und in mögliche Portfolioanpassungen geben. Der Biotech-Sektor reagiert häufig sensibel auf Prognoseanpassungen, Studienupdates oder neue Kooperationsdeals. Entsprechend verfolgen Anleger neben den Kursbewegungen auch Unternehmensmeldungen und Präsentationen im Investor-Relations-Bereich aufmerksam.

Vor dem Hintergrund der laufenden Segment- und Listing-Themen an den Börsen ist außerdem relevant, welche Handelsplätze langfristig die größte Bedeutung für die Aktie haben werden. Für deutsche Privatanleger bleibt die Notierung an heimischen Börsen wie Xetra, Frankfurt oder Tradegate zentral. Die Liquidität am jeweiligen Handelsplatz, die Spreads und die Erreichbarkeit über Online-Broker sind Faktoren, die bei der praktischen Umsetzung von Investitionsentscheidungen eine Rolle spielen.

In der Summe ist Evotec aktuell ein Wert, bei dem strukturelle Themen und Sektortrends stark in die Bewertung hineinspielen. Die leichte Erholung am Mittwochvormittag ist vor diesem Hintergrund eher als Momentaufnahme in einem volatilen Umfeld einzuordnen. Anleger, die die Aktie beobachten, beziehen neben den reinen Kursdaten zunehmend auch qualitative Faktoren wie Governance, Kapitalmarktstrategie und wissenschaftliche Positionierung in ihre Einschätzung ein.

Für Privatanleger, die die Entwicklung eng begleiten möchten, bieten neben Kursdatenportalen auch die offiziellen Unternehmenskanäle eine wichtige Informationsquelle. Der Investor-Relations-Bereich von Evotec stellt regelmäßig Berichte, Präsentationen und Unternehmensmeldungen zur Verfügung, die helfen können, operative Fortschritte, Partnerentwicklungen und strukturelle Maßnahmen besser nachzuvollziehen.Investor-Relations-Informationen von Evotec ergänzen damit die kursbezogene Sicht um die Unternehmensperspektive.

Aus heutiger Sicht bleibt die Evotec-Aktie damit ein prominentes Beispiel für einen Biotech-Wert, bei dem operative, strukturelle und kapitalmarktspezifische Faktoren eng miteinander verflochten sind. Die aktuelle Kursbewegung am Mittwochvormittag zeigt, dass das Papier trotz der Belastungsfaktoren weiterhin rege gehandelt wird und bereits kleine Stimmungsumschwünge zu sichtbaren Ausschlägen führen können.

Evotec im Überblick: zentrale Kennzahlen zur Aktie

  • Name: Evotec SE
  • Branche: Biotechnologie, Wirkstoffforschung und -entwicklung
  • Hauptsitz: Hamburg, Deutschland
  • Kernmaerkte: Europa, Nordamerika, globale Pharma- und Biotech-Partner
  • Umsatztreiber: F&E-Dienstleistungen, Kooperations- und Lizenzvertraege, potenzielle Meilensteinzahlungen
  • Heimatboerse / Notierung: Xetra, MDAX-Zugehoerigkeit, WKN 566480 (Stand: Kurs 4,78 Euro auf Xetra am 10.06.2026)
  • Handelswaehrung: Euro (EUR)

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Dieser Artikel wurde a.i.-gestuetzt erstellt und redaktionell geprueft. Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Boersengeschaefte sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden.

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