Evotec Aktie: Aktivist im Anmarsch
08.04.2026 - 18:05:19 | boerse-global.deEvotec steht unter Druck — und das gleich von mehreren Seiten. Heute legt das Unternehmen seinen Geschäftsbericht vor, während ein aktivistischer Investor gleichzeitig lautstark Reformen einfordert.
MAK Capital will Tempo sehen
Der Hedgefonds MAK Capital, der sich kürzlich mit einem Anteil von sieben Prozent als gewichtiger Aktionär positioniert hat, macht Druck. In einem Schreiben fordert MAK, das US-amerikanische Tochterunternehmen Just Biologics an die Börse zu bringen — und zwar in den USA. Nach Einschätzung des Fonds könnte ein solches Listing den Wert von Just Biologics auf über eine Milliarde Euro heben. Das wäre bemerkenswert, denn der gesamte Evotec-Konzern ist derzeit nur mit rund 796 Millionen Euro bewertet.
Die Argumentation dahinter ist nachvollziehbar: Ein US-Börsengang würde frisches Kapital erschließen, neue Investorengruppen ansprechen und laut MAK auch dabei helfen, Schlüsseltalente im Unternehmen zu halten. Evotec hat signalisiert, die Vorschläge zu prüfen, und spricht von konstruktiven Gesprächen mit dem Fonds.
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Restrukturierung zu langsam?
MAK Capital lässt es dabei nicht bewenden. Der Fonds kritisiert offen, dass der laufende Umbau des Unternehmens zu schleppend vorangeht. Die angepeilten Margeverbesserungen bis 2027 seien zu weit weg — konkrete operative Fortschritte müssten bereits in der zweiten Jahreshälfte 2026 sichtbar werden. Außerdem plädiert MAK dafür, Wolfgang Hofmann in den Aufsichtsrat zu entsenden und damit Duncan McHale zu ersetzen — ein Schritt, der auf der bevorstehenden Hauptversammlung zur Abstimmung stehen könnte.
Der Hintergrund dieser Forderungen: Evotec-Aktionäre haben in den vergangenen fünf Jahren rund 85 Prozent ihres Investments verloren. Allein seit Jahresbeginn 2026 liegt das Papier weitere 18 Prozent im Minus. Das ist eine Bilanz, die Aktivisten auf den Plan ruft.
RBC sieht ungenutztes Potenzial
Analyseseits gibt es indes einen Lichtblick. Die Royal Bank of Canada bekräftigt ihre Einstufung auf „Outperform" und verweist auf einen bislang unterschätzten Faktor: Die Übernahme des Biotech-Unternehmens Tubulis durch Gilead dürfte Evotec finanzielle Zuflüsse von rund 100 Millionen Euro bescheren — ein Betrag, der etwa elf Prozent der aktuellen Marktkapitalisierung entspricht. Nach Einschätzung der Analysten haben Investoren diesen Vorteil noch nicht in ihren Bewertungsmodellen berücksichtigt.
Heute, mit der Vorlage des Geschäftsberichts, bekommt der Markt nun erstmals die Möglichkeit, Zahlen und Restrukturierungsfortschritte schwarz auf weiß zu begutachten. Für MAK Capital wird das ein erster Gradmesser sein, ob Evotec die geforderte Gangart tatsächlich anzieht.
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