Evonik Aktie: Teurer Frieden
27.03.2026 - 05:26:18 | boerse-global.deDer frisch besiegelte Tarifabschluss in der deutschen Chemiebranche bringt für Evonik eine unerwünschte Nebenwirkung mit sich. Während die Belegschaft stufenweise Lohnerhöhungen erhält, gerät das ambitionierte Sparprogramm des Spezialchemiekonzerns unter Zugzwang. Die zusätzlichen Personalkosten könnten nicht nur die internen Effizienzziele, sondern auch die künftigen Ausschüttungen an die Aktionäre belasten.
Effizienzziele auf dem Prüfstand
Am Mittwoch einigten sich Gewerkschaft und Arbeitgeber auf einen Tarifvertrag mit 27 Monaten Laufzeit. Neben Beiträgen zur Arbeitsplatzsicherung von 300 Euro pro Kopf steigen die Entgelte ab 2027 in zwei Stufen um 2,1 und später 2,4 Prozent. Für das Management in Essen kommt diese Einigung in einer sensiblen Phase. Der Konzern treibt aktuell sein Effizienzprogramm „Evonik Tailor Made“ voran, das Einsparungen von 400 Millionen Euro vorsieht.
Da rund 80 Prozent dieser Summe durch den Abbau von bis zu 2.000 Stellen im Personalbereich erbracht werden sollen, wirken die höheren Tarifkosten direkt gegen die Sparbemühungen. Jeder prozentuale Aufschlag bei den Löhnen zwingt das Unternehmen, an anderer Stelle noch strikter zu kürzen, um die anvisierten Netto-Einsparungen zu erreichen.
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Neue Dividendenpolitik unter Druck
Die steigende Kostenbasis tangiert unmittelbar die Investoren. Ab dem Geschäftsjahr 2026 will das Unternehmen 40 bis 60 Prozent des bereinigten Konzernergebnisses ausschütten, nachdem die Dividende für 2025 bereits von 1,17 Euro auf 1,00 Euro gekürzt wurde. Ein durch höhere Lohnkosten belasteter Nettogewinn schmälert somit automatisch den verteilbaren Betrag für die Aktionäre.
An der Börse wird diese Gemengelage derzeit erstaunlich gelassen aufgenommen. Mit einem gestrigen Schlusskurs von 15,45 Euro verzeichnet der Titel auf Wochensicht ein Plus von rund 11 Prozent und notiert damit solide über der 50-Tage-Linie. Der Markt scheint darauf zu vertrauen, dass das Management die Mehrkosten durch Preisanpassungen oder beschleunigte Umstrukturierungen kompensieren kann.
Den ersten Härtetest für die Margen liefert der Kalender bereits im Frühjahr. Am 8. Mai 2026 präsentiert Evonik die Zahlen für das erste Quartal und muss dann konkretisieren, wie die neuen Tarifkosten innerhalb der bestehenden Jahresprognose – einem bereinigten EBITDA zwischen 1,7 und 2,0 Milliarden Euro – abgefedert werden.
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