Evonik, Aktie

Evonik Aktie: Goldman Sachs senkt Kursziel auf 19 Euro

10.06.2026 - 22:13:50 | boerse-global.de

Goldman Sachs stuft Evonik von Kaufen auf Neutral herab und senkt das Kursziel. Analysten sehen die Chemiebranche vor einem Abschwung.

Evonik Aktie: Goldman Sachs senkt Rating und Kursziel deutlich
Evonik - Ein stilisierter, minimalistischer Balkendiagramm mit einem Abwärtstrend und einem roten Pfeil, der nach unten zeigt. 10.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Warum die Zweifel an Evonik gerade jetzt wachsen: Goldman Sachs hat gestern die Aktie von "Buy" auf "Neutral" gestuft. Das Kursziel fiel von 20 auf 19 Euro. Analystin Georgina Fraser sieht die europäische Chemieindustrie vor einem neuen Abschwung – und rückt von Evonik ab.

Die Begründung ist präzise. Fraser erwartet in einem neuen Inflationszyklus eine "breite Streuung in der Fähigkeit, schwächerer Nachfrage und höherem Inputkostendruck standzuhalten". Ihre Lösung: Unternehmen mit "defensiver Preissetzungsmacht" bevorzugen. Unternehmen wie Evonik, die diesen Schutz nicht bieten können, stuft sie zurück.

Die Marktreaktion fiel deutlich aus. Die Aktie verlor am Mittwoch 1,87 Prozent und notiert bei 15,23 Euro. Seit dem 52-Wochen-Hoch von 19,36 Euro aus dem Juni 2025 fehlen gut 21 Prozent. Der RSI von 26,6 Punkten zeigt eine deutliche Überverkaufssituation – ein technisches Warnsignal.

Innere Werte, äußerer Druck

Evonik selbst hält dagegen. Das erste Quartal 2026 brachte ein bereinigtes EBITDA von 475 Millionen Euro – rund 25 Millionen mehr als prognostiziert. Für das Gesamtjahr peilt das Management weiterhin 1,7 bis 2,0 Milliarden Euro an.

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Doch die Umsatzentwicklung stimmt nicht. Der Konzern setzte mit 3,43 Milliarden Euro neun Prozent weniger um als ein Jahr zuvor. Hauptgrund: negative Währungseffekte. Das bereinigte Nettoergebnis sank auf 158 Millionen Euro.

Parallel dazu treibt Evonik eine strategische Neuausrichtung voran. Eine "Innovation Factory" soll neue Produkte schneller auf den Markt bringen. Die Schwerpunkte: biobasierte Lösungen, Energiewende und Kreislaufwirtschaft. Bis 2032 verspricht die neue Struktur bis zu 300 Millionen Euro zusätzlichen Umsatz.

Bemerkenswert: Vorstand Lauren Kjeldsen kaufte am 4. Juni Aktien im Wert von rund 15,74 Euro. Ein Signal des Vertrauens – oder ein günstiger Einstiegspreis. Die Meldung erfolgte erst gestern, am Tag der Goldman-Herabstufung.

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Der Ausblick bleibt gespalten. Die Unternehmensprognose steht, der Aktienkurs fällt. Der nächste Test: die Quartalszahlen im August. Erst dann zeigt sich, ob die Innovationswende die Zweifel widerlegen kann.

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