Evonik Aktie: EBITDA-Ziel auf 2,2 Milliarden erhöht
30.06.2026 - 02:27:56 | boerse-global.de
Der Spezialchemiekonzern Evonik hat die Jahresziele deutlich angehoben. Die Aktie profitiert nur kurz. Jetzt zeigt sich eine tiefe Kluft zwischen den Analysten.
Der operative Zielkorridor liegt nun bei 2,0 bis 2,2 Milliarden Euro EBITDA. Auslöser: Lieferkettenstörungen bei asiatischen Wettbewerbern, die Kunden zu Evonik treiben. Der Kurs? Bei 15,82 Euro – rund 13 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 18,23 Euro. Seit Jahresbeginn liegt das Plus bei 18,77 Prozent.
Zwei völlig verschiedene Blicke
Die Analystenmeinungen könnten unterschiedlicher kaum sein. Jefferies bleibt optimistisch. Die Experten bestätigten die Einstufung „Buy“ mit einem Kursziel von 20 Euro. Analystin Helena Xu sieht Evonik als Favoriten unter den zyklischen Werten. Besonders das Geschäft mit Tiernahrungs-Vorprodukten soll im kommenden Quartal weiter zulegen.
Ganz anders bewertet Deutsche Bank Research die Lage. Die Bank belässt es bei „Hold“ und 17 Euro. Zwar sei das operative Ergebnis des zweiten Quartals stark gewesen. Doch das Methionin-Geschäft bereitet Sorgen. Steigendes Angebot macht die Erwartungen für 2027 riskant, warnt Analystin Virginie Boucher-Ferte.
Der Rückenwind lässt nach
Die Prognoseanhebung hatte einen speziellen Grund. Asiatische Wettbewerber kämpften mit Lieferengpässen, Evonig fing die Nachfrage auf. Ein einmaliger Effekt. Das Management selbst warnt: Der Rückenwind könnte im zweiten Halbjahr nachlassen.
Deshalb setzt der Konzern auf interne Hebel. Das Programm „Evonik Tailor Made“ soll die Kosten senken und den Umbau zum reinen Spezialchemieanbieter beschleunigen. Der Relative-Stärke-Index liegt mit 44,2 im neutralen Bereich – nach der jüngsten Rallye ein Zeichen der Beruhigung.
Die detaillierten Quartalszahlen kommen im August 2026. Sie werden zeigen, ob die Margenverbesserung tatsächlich nachhaltig ist. Oder ob die Volatilität der Rohstoffmärkte das zweite Halbjahr belastet. Der 200-Tage-Durchschnitt bei 14,88 Euro bleibt ein wichtiger Orientierungspunkt. Mit über 6 Prozent Abstand ist der Aufwärtstrend noch intakt – aber die Luft wird dünner.
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