Evonik, Aktie

Evonik Aktie: Deutsche Bank traut mehr zu

19.06.2026 - 15:05:02 | boerse-global.de

Analysten der Deutschen Bank erwarten für Evonik ein überraschend starkes zweites Quartal und heben das Kursziel an. Der Stellenabbau bleibt jedoch eine Belastung.

Evonik Aktie: Deutsche Bank sieht mehr Potenzial nach Kurserholung
Evonik - Eine stilisierte, moderne Chemieanlage oder Forschungseinrichtung mit klaren Linien, die Innovation und Wachstum andeutet. 19.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Einen Tag nach dem Kurssturz dreht Evonik ins Plus. Die Aktie legte am Freitag um rund 4,7 Prozent zu — ausgelöst durch eine neue Analyse der Deutschen Bank, die dem Spezialchemiekonzern deutlich mehr zutraut als bislang angenommen.

Deutsche-Bank-Analystin Virginie Boucher-Ferte rechnet für das zweite Quartal 2026 mit einem EBITDA von 625 Millionen Euro. Das wäre mindestens 14 Prozent über der eigenen Unternehmensguidance von 550 Millionen Euro. Treiber soll vor allem die Sparte Advanced Technologies sein — mit Methionin, Crosslinkern sowie dem C4- und Infrastrukturgeschäft.

Guidance zu konservativ?

Boucher-Ferte sieht die Jahreszielspanne von 1,7 bis 2,0 Milliarden Euro EBITDA als zu vorsichtig an. Ihre eigene Prognose für 2026 liegt bei 2,09 Milliarden Euro — rund 5 Prozent über dem oberen Ende der Unternehmensguidance. Einen Teil der Q2-Stärke dürfte Evonik in den dritten Quartal mitnehmen, so die Einschätzung.

Angesichts des erwarteten Beats könnte das Unternehmen bereits Ende Juni oder Anfang Juli eine Vorabberichterstattung veröffentlichen, bevor die offiziellen Q2-Zahlen am 4. August folgen. Die Deutsche Bank hob ihr Kursziel auf 17 Euro an, hält aber am "Hold"-Rating fest.

Stellenabbau bleibt das Grundrauschen

Den Kursrückgang vom Donnerstag hatte der Konzernumbau ausgelöst: Evonik kündigte an, von 2027 bis Ende 2029 weitere 3.200 Stellen zu streichen, davon 2.150 in Deutschland. Hinzu kommt die Schließung des Polyester-Standorts in Witten mit 266 Beschäftigten im Jahr 2027.

CEO Christian Kullmann begründete den Schritt mit anhaltend schwachem Wachstum und zunehmendem internationalem Wettbewerb. Betriebsbedingte Kündigungen sollen ausgeschlossen bleiben — darauf einigten sich Vorstand und Sozialpartner. Bis Ende 2026 sollen durch laufende Programme bereits rund 2.800 Stellen wegfallen.

Der Freitagsanstieg dreht die Donnerstagsverluste von 3,2 Prozent mehr als um. Wie weit der Kurs läuft, hängt nun maßgeblich davon ab, ob Evonik tatsächlich eine Gewinnvorabmitteilung noch im Juni veröffentlicht — und wie deutlich der Aufschlag zur eigenen Guidance ausfällt.

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