Evonik Aktie: 1,25 Milliarden für Anleihen
03.06.2026 - 12:02:47 | boerse-global.deEvonik hält heute seine ordentliche Hauptversammlung ab — und die Tagesordnung hat es in sich. Neben der Dividende stehen milliardenschwere Kapitalermächtigungen zur Abstimmung, die dem Konzern Spielraum für seinen laufenden Umbaukurs sichern sollen.
Dividende und Kapitalmaßnahmen im Mittelpunkt
Vorstand und Aufsichtsrat schlagen eine Dividende von 1,00 Euro je Aktie vor, was einer Gesamtausschüttung von rund 466 Millionen Euro entspricht. Parallel dazu soll der Vorstand ermächtigt werden, Wandel- und Optionsanleihen im Wert von bis zu 1,25 Milliarden Euro auszugeben. Ein Bedingtes Kapital 2026 von bis zu rund 37 Millionen neuen Aktien rundet das Paket ab.
Diese Ermächtigungen sind kein Selbstzweck. Sie verschaffen Evonik finanzielle Flexibilität für Akquisitionen — in einer Branche, die gerade kräftig konsolidiert. Beispiel: Die EU-Kommission genehmigte heute den Verkauf der BASF-Lacksparte an Carlyle, bewertet mit rund 7,7 Milliarden Euro. Der Trend zu Portfoliobereinigungen und Zukäufen hält an.
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Rückenwind aus Berlin und Brüssel
Das politische Umfeld sendet heute gleich zwei relevante Signale. Das Bundeskabinett befasst sich mit einem Aktionsprogramm zur Kreislaufwirtschaft, für das bis 2029 insgesamt 260 Millionen Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds bereitstehen. Gefördert werden sollen Projekte zur Rückgewinnung kritischer Rohstoffe sowie Recycling von Batterien, Windrädern und Solarmodulen — Felder, in denen Spezialchemie eine Schlüsselrolle spielt.
Auf EU-Ebene stellte die Kommission ein Förderpaket für KI, Cloud und Halbleiter vor. Die Initiative "InvestAI" zielt darauf ab, bis zu 200 Milliarden Euro zu mobilisieren. Evonik ist in der Halbleiterchemie aktiv — eine langfristig gestützte Nachfrage nach spezialisierten Vorprodukten wäre die logische Folge.
Kurs unter dem 50-Tage-Schnitt
An der Börse zeigt sich die Aktie heute wenig bewegt. Mit 16,85 Euro liegt sie knapp unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 17,04 Euro. Seit Jahresbeginn hat das Papier allerdings rund 26,5 Prozent zugelegt — ein starkes Comeback vom Januar-Tief.
Die nächsten konkreten Zahlen zum laufenden Geschäftsjahr liefert Evonik im August mit dem Quartalsbericht. Bis dahin dürften die heute beschlossenen Kapitalmaßnahmen zeigen, in welche Richtung der Konzern seinen Umbau treiben will.
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