EVG-Streik legt Nordost-Regionalverkehr lahm
02.02.2026 - 08:01:12Ein Warnstreik der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) bringt am Montag den Regionalverkehr in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern zum Erliegen. Die Aktion ist eine Eskalation im festgefahrenen Tarifkonflikt mit der Regio Infra Nord-Ost (RIN) und trifft auf einen bundesweiten Streik im Nahverkehr.
Was steckt hinter dem Ausstand? Die EVG wirft dem Arbeitgeber vor, sich nach wie vor zu weigern, ein verbessertes Angebot in den laufenden Tarifverhandlungen vorzulegen. Im Kern fordert die Gewerkschaft die Wiedereinführung des „Fonds soziale Sicherung“, eine Einkommenserhöhung von fünf Prozent sowie 150 Euro mehr für Auszubildende. Nach einem ersten Warnstreik Mitte Januar zeigt die erneute Arbeitsniederlegung die Entschlossenheit der Beschäftigten. Der Streik von 7 bis 9:30 Uhr trifft Regionalzüge, Schülerverkehre und Gütertransport.
Der unsichtbare Konflikt: Das Recht auf Mitbestimmung
Hinter den konkreten Forderungen verbirgt sich ein grundsätzlicherer Streitpunkt: die Mitbestimmung bei Dienstplänen. Nach dem Betriebsverfassungsgesetz hat der Betriebsrat ein echtes Mitentscheidungsrecht bei der Planung von Arbeitszeiten. Jeder Dienstplan – von der Erstellung bis zur kleinsten Änderung – benötigt seine ausdrückliche Zustimmung.
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Diese Regelung soll Beschäftigte vor willkürlichen, kurzfristigen Änderungen schützen. Gerade im 24/7-Betrieb des Verkehrssektors ist die Planbarkeit der Arbeitszeit entscheidend für die Work-Life-Balance. Konflikte entstehen oft, wenn Arbeitgeber Änderungen ohne das vorgeschriebene Verfahren durchsetzen wollen. Der aktuelle Streik ist somit auch ein Symbol für den andauernden Kampf um dieses grundlegende Recht.
Doppelter Streik: Verkehrschaos mit Ansage
Die Auswirkungen der EVG-Aktion werden durch einen parallelen Großstreik verstärkt. Die Gewerkschaft ver.di hat für Montag zu einem bundesweiten Warnstreik im kommunalen Nahverkehr aufgerufen. Fast 100.000 Beschäftigte bei rund 150 Verkehrsbetrieben legen die Arbeit nieder.
Die Forderungen von ver.di zielen auf bessere Arbeitsbedingungen wie kürzere Wochenarbeitszeiten und längere Ruhezeiten, um den Personalmangel zu bekämpfen. Obwohl es sich um separate Tarifverhandlungen handelt, führen die gleichzeitigen Streiks beider Großgewerkschaften zu einem flächendeckenden Verkehrschaos. Busse, Bahnen und Teile des Regionalverkehrs stehen still.
Droht die nächste Eskalationsstufe?
Die EVG macht deutlich, dass die Verantwortung für weitere Schritte allein beim RIN-Management liege. Ohne ein substanziell verbessertes Angebot des Arbeitgebers bleibe die Gefahr weiterer und möglicherweise umfangreicherer Arbeitsniederlegungen hoch.
Der Konflikt bei der Regionalgesellschaft ist ein Beispiel für die grundsätzlichen Spannungen in der deutschen Verkehrsbranche. Hier werden fortwährend die Prinzipien fairer Bezahlung und gelebter Mitbestimmung auf die Probe gestellt. Das Ergebnis dieser Verhandlungen wird als Richtungsweiser für die künftigen Arbeitsbeziehungen im gesamten Sektor beobachtet. Für Pendler und die regionale Wirtschaft bedeutet dies vorerst weiterhin Unsicherheit.
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