Even Construtora e Incorporadora, BREVENACNOR8

Even Construtora e Incorporadora: Was die Brasilien-Aktie für DACH-Anleger jetzt spannend macht

27.02.2026 - 18:10:27 | ad-hoc-news.de

Die brasilianische Even-Aktie bewegt sich im Umfeld fallender Zinsen und einer wieder anziehenden Immobiliennachfrage. Für Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz eröffnet das Chancen, aber auch spezifische Risiken. Wo steht die Story wirklich?

Bottom Line zuerst: Die brasilianische Immobilienentwicklerin Even Construtora e Incorporadora meldet solide operative Fortschritte in einem sich erholenden Markt, profitiert von sinkenden Zinsen in Brasilien und bleibt an der B3 in São Paulo ein Small/Mid Cap mit Kurspotenzial - aber auch hoher Volatilität. Für Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Aktie ein spezialisierter Spielzug auf den brasilianischen Wohnimmobilienzyklus und den brasilianischen Real.

Wenn Sie in der DACH-Region über den Einstieg in brasilianische Immobilienwerte nachdenken, ist Even ein spannender, aber anspruchsvoller Kandidat. Was Sie jetzt wissen müssen: Geschäftsmodell, aktuelle Zahlen, Bewertung, Währungsrisiko und wie Sie das Papier überhaupt aus Deutschland, Österreich und der Schweiz handeln können.

Even Construtora e Incorporadora ist ein fokussierter Projektentwickler und Bauträger mit Schwerpunkt Wohnimmobilien im Bundesstaat São Paulo - einem der wirtschaftlich stärksten Ballungsräume Lateinamerikas. Der Kurs reagiert aktuell vor allem auf zwei Faktoren: die fortgesetzten Zinssenkungen der brasilianischen Notenbank und die Dynamik im brasilianischen Wohnungsmarkt.

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Analyse: Die Hintergründe

Geschäftsmodell in Kürze: Even entwickelt, baut und verkauft primär Wohnimmobilien im mittleren und gehobenen Segment. Das Unternehmen arbeitet typischerweise projektbasiert, häufig gemeinsam mit Partnern, und erzielt seine Umsätze im Wesentlichen durch den Verkauf von Einheiten noch während der Bauphase bzw. kurz nach Fertigstellung.

Für Investoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ist wichtig: Anders als viele hiesige Bestandshalter lebt Even nicht von Mieteinnahmen, sondern vom Timing des Immobilienzyklus, der Marge im Projekt und einer strikten Kostenkontrolle im Bauprozess. Das macht die Aktie konjunktur- und zinszyklischer als deutsche Wohnungsriesen wie Vonovia oder LEG.

Makro-Bühne Brasilien: Warum DACH-Anleger hinschauen

  • Die brasilianische Notenbank hat den Leitzins in mehreren Schritten gesenkt, nachdem er vorher stark angehoben worden war, um die Inflation zu bekämpfen.
  • Sinkende Zinsen verbessern die Erschwinglichkeit von Hypothekenkrediten in Brasilien und können die Nachfrage nach Wohnimmobilien stärken.
  • Gleichzeitig bleibt die Inflation zwar deutlich höher als im Euroraum, ist aber im Trend rückläufig, was den Rahmen für den Bausektor verbessert.

Für Anleger in der DACH-Region ist das relevant, weil Even typischerweise dann besonders profitiert, wenn brasilianische Haushalte wieder Vertrauen in ihre finanzielle Lage haben und Hypotheken bezahlbar werden. Die Rallyes von brasilianischen Bauträgern waren historisch häufig eng mit Zinswenden der Zentralbank verknüpft.

Blick auf das Zahlenwerk

Die jüngsten Quartals- und Jahresberichte von Even zeigen ein Bild, das typisch für einen Entwickler in einer Phase vorsichtiger Markterholung ist: moderates Wachstum bei Verkäufen und Launches, Fokussierung auf margenträchtige Projekte und strengere Auswahl des Landbanks.

  • Die Bruttomarge profitiert von einem besseren Mix und effizienterer Kostenkontrolle, nachdem in früheren Jahren der starke Kostenanstieg im Bausektor Druck ausgeübt hatte.
  • Beim Auftragseingang und den Vorverkäufen zeigt sich ein vorsichtiger Optimismus, aber noch kein euphorischer Boom - ein Umfeld, in dem selektive Entwickler durchaus attraktive Renditen erzielen können.
  • Bei der Verschuldung achtet Even darauf, das Nettoschuldenprofil im Verhältnis zum Eigenkapital kontrolliert zu halten, was der Aktie in einem volatilen Zinsumfeld Stabilität verleiht.

Für Investoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die etwa über Onlinebroker wie Trade Republic, Scalable Capital, Smartbroker oder Banken mit Brasilien-Zugang investieren, ist das zentrale Thema: Wie robust ist Even, wenn sich die Zinssenkungen verlangsamen oder die Nachfrage nur zögerlich anzieht?

Aktienkurs und Bewertung

An der B3 in São Paulo wird die Even-Aktie in der Peergroup der brasilianischen Bauträger eher im Mittelfeld gehandelt. Bewertungsmetriken wie Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) und Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) signalisieren einen leichten Bewertungsabschlag gegenüber einigen größeren Wettbewerbern, was teilweise der geringeren Größe und relativen Illiquidität geschuldet ist.

Für DACH-Anleger, die an europäische Immobilien-Benchmarks gewöhnt sind, wirkt die Bewertung auf den ersten Blick oft günstig. Wichtig ist jedoch der Vergleich mit lokalen Peers in Brasilien und die Einpreisung folgender Risiken:

  • höhere Zins- und Inflationsvolatilität
  • stärker zyklischer Wohnungsmarkt
  • Währungsrisiko des brasilianischen Real gegenüber dem Euro und dem Schweizer Franken

Währung als zweischneidiges Schwert

Ein zentraler Punkt für Investoren in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Wechselkurs EUR/BRL bzw. CHF/BRL. Selbst wenn die Aktie in lokaler Währung gut läuft, kann eine deutliche Schwäche des Real den Euro- oder Franken-Ertrag auffressen. Umgekehrt lässt eine Phase eines starken Real die Rendite überproportional attraktiv aussehen.

Wer etwa in Deutschland ein Aktiendepot in Euro führt und Even kauft, investiert gleichzeitig in zwei Faktoren:

  • die operative und finanzielle Entwicklung von Even
  • die Wertentwicklung des brasilianischen Real zum Euro

Für professionelle Anleger in der Schweiz, die BRL-Risiko teilweise über Derivate oder Währungsmandate absichern können, ist die Situation etwas anders. Privatanleger in der DACH-Region sind in der Regel voll im Währungsrisiko exponiert.

Handelbarkeit für DACH-Anleger

Die Even-Aktie ist an der B3 in São Paulo gelistet. Einige deutsche und österreichische Broker bieten den Direkthandel in Brasilien an, häufig über entsprechende Auslandsplätze und mit teils höheren Gebühren. Zusätzlich sind bei manchen Instituten Zertifikate oder strukturierte Produkte auf brasilianische Aktienkörbe erhältlich, in denen Werte wie Even indirekt enthalten sein können.

Vor einem Einstieg sollten Anleger aus DACH prüfen:

  • ob der eigene Broker Zugang zur B3 hat oder gegebenenfalls über Partnerplätze (zum Beispiel Lang & Schwarz, Baader) eine Order ermöglicht
  • wie hoch die Transaktionsgebühren und Spreads im Vergleich zu heimischen Werten sind
  • welche steuerliche Behandlung ausländischer Quellensteuern und eventueller Dividenden in Deutschland, Österreich oder der Schweiz greift

In Deutschland unterliegen Kursgewinne aus Even der Abgeltungsteuer, in Österreich der KESt auf Kapitalerträge, in der Schweiz der Einkommensteuer auf realisierte Gewinne (bei Privatanlegern typischerweise als Vermögensverwaltungsgewinne, solange keine gewerbliche Handelstätigkeit unterstellt wird). Etwaige brasilianische Quellensteuer auf Dividenden ist über Doppelbesteuerungsabkommen in der Regel anrechenbar, Details hängen aber vom Wohnsitzstaat und der individuellen Situation ab.

Vergleich mit DACH-Immobilienaktien

Im deutschsprachigen Markt sind Anleger primär an Gesellschaften wie Vonovia, LEG Immobilien, TAG Immobilien, Swiss Prime Site oder CA Immo gewöhnt. Diese Unternehmen sind überwiegend Bestandshalter, deren Geschäftsmodell darauf beruht, Mietcashflows zu vereinnahmen und langfristig zu optimieren.

Even unterscheidet sich davon in mehreren Punkten:

  • Projektentwickler statt Bestandshalter - Cashflows sind stärker projektbezogen und schwanken über den Zyklus.
  • Kürzere Haltefristen - Einheiten werden meist verkauft, statt über Jahre im Bestand gehalten zu werden.
  • Höhere Hebelwirkung auf Zyklen - Bei Aufschwungphasen kann die Profitabilität schnell steigen, in Abschwüngen aber ebenso schnell unter Druck geraten.

Für DACH-Investoren, die bereits stark in lokale Bestandshalter investiert sind, kann Even eine Ergänzung sein, um das Portfolio geografisch und strukturell zu diversifizieren - allerdings mit dem klaren Bewusstsein, dass das Risikoprofil höher ist.

Politisches und regulatorisches Umfeld

Brasilien hat in den vergangenen Jahren mehrere Programme zur Förderung des Wohnungsbaus für einkommensschwächere Haushalte aufgelegt, wie das bekannte Programm "Minha Casa, Minha Vida". Solche Programme beeinflussen das Marktsegment, in dem Entwickler wie Even agieren, und damit auch deren Pipeline.

Im Vergleich dazu kennen Anleger aus Deutschland Förderinstrumente wie KfW-Programme, in Österreich geförderten Wohnbau und in der Schweiz spezifische kantonale Regelungen. In Brasilien hängt der Erfolg von Förderprogrammen jedoch stärker von der politischen Großwetterlage und Haushaltslage ab, was zusätzliche Unsicherheit mit sich bringt.

Was bedeutet das konkret für Ihr DACH-Portfolio?

Für Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz lässt sich Even grob als Satellitenposition einstufen - also als Beimischung in einem gut diversifizierten Portfolio, nicht als Kerninvestment. Typische Einsatzszenarien:

  • gezieltes Spiel auf eine Fortsetzung des Zinssenkungszyklus in Brasilien
  • Exposure auf das Wachstum im Ballungsraum São Paulo und die wachsende Mittelschicht
  • beimischende Position in einem Emerging-Markets- oder Lateinamerika-Cluster Ihres Depots

Wer bereits über ETFs auf den MSCI Emerging Markets oder brasilianische Indizes engagiert ist, sollte prüfen, in welchem Umfang Bauträger bereits enthalten sind, um Klumpenrisiken zu vermeiden.

Das sagen die Profis (Kursziele)

Analysten-Coverage bei brasilianischen Small und Mid Caps wie Even ist traditionell weniger dicht als bei großen Blue Chips. Die aktuelle Meinungslage der lokalen Broker und Research-Häuser lässt sich grob so zusammenfassen:

  • Mehrere brasilianische Häuser sehen im Sektor der Wohnbauträger ein überdurchschnittliches Erholungspotenzial, sofern der Zinssenkungszyklus anhält.
  • Für Even wird häufig ein positives Chance-Risiko-Verhältnis hervorgehoben, allerdings mit klaren Hinweisen auf die erhöhte Zyklizität.
  • Ein Teil der Analysten stuft die Aktie als "Kauf" oder "Outperform" innerhalb der Sektor-Peergroup ein, andere empfehlen eine "Halteposition", bis mehr Klarheit über die Nachhaltigkeit der Nachfrageerholung vorliegt.

Wichtig für DACH-Investoren: Die meisten Kursziele und Modelle der Analysten lauten auf brasilianischen Real. Der Währungseffekt gegenüber dem Euro und dem Schweizer Franken ist in diesen Kurszielen nur implizit enthalten. Wenn Sie die Analystenmeinungen nutzen, sollten Sie deren Annahmen zu Zinsentwicklung, Inflation und BRL-Wechselkurs kritisch prüfen.

Wie man die Analystenstimmen einordnet

Für Anleger im deutschsprachigen Raum kann es sinnvoll sein, einen dreistufigen Filter anzulegen:

  • 1. Fundamentale Checkliste: Ist das Geschäftsmodell verständlich, ist die Bilanz solide, wie zyklisch sind Cashflows?
  • 2. Makro-Check: Wie plausibel sind die Zins- und Wachstumsannahmen der Analysten für Brasilien?
  • 3. Währungs- und Portfoliokontext: Wie fügt sich Even in das bestehende Portfolio ein, inklusive BRL-Exposure?

Deutsche Banken und Broker veröffentlichen bislang nur vereinzelt Research zu Even, häufig im Rahmen breiterer Emerging-Markets- oder Brasilien-Reports. Wer als Anleger in der DACH-Region tiefer einsteigen möchte, sollte daher gegebenenfalls auf lokale brasilianische Analysen zurückgreifen und sich mit den Offenlegungen und Risikohinweisen dieser Häuser vertraut machen.

Fazit für DACH-Anleger

Even Construtora e Incorporadora ist keine Aktie für jedes Depot in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Aber sie kann für informierte Anleger, die bewusst ein Emerging-Markets-Exposure im Immobiliensektor suchen, eine interessante Beimischung sein.

Die Aktie bietet Hebel auf einen sich erholenden brasilianischen Wohnimmobilienmarkt sowie auf einen möglichen stärkeren Real. Dem gegenüber stehen politische und regulatorische Unsicherheiten, Währungsrisiko, ein höheres Zins- und Konjunkturrisiko sowie die Projektrisiken eines Entwicklers.

Wer ein Engagement in Betracht zieht, sollte:

  • die Entwicklung der brasilianischen Zinsen und des BRL aufmerksam verfolgen
  • die Quartalsberichte von Even im Detail lesen und die Projektpipeline sowie Verschuldung genau beachten
  • das Investment strikt als Risikokapital und nicht als Ersatz für stabile DACH-Wohnungswerte betrachten

So eingebettet kann Even Construtora e Incorporadora für Anleger in der DACH-Region ein Baustein sein, um ein global diversifiziertes Aktienportfolio um eine gezielte Brasilien-Komponente zu ergänzen.

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