Eutelsat, Aktie

Eutelsat Aktie: Lock-up endet am 17. Juni

29.06.2026 - 22:44:18 | boerse-global.de

Eutelsat-Aktie erholt sich leicht vom Kurssturz nach Sperrfrist-Ende. LEO-Wachstum und Militärvertrag stützen die langfristigen Aussichten.

Eutelsat Aktie: Leichte Erholung nach Lock-up-Ausverkauf
Eutelsat - Abstrakte Darstellung der Satellitenkommunikationsbranche mit einem Gefühl der Erwartung und potenziellen Marktveränderung. 29.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Nach einem der brutalsten Kurseinbrüche der Unternehmensgeschichte erholt sich die Eutelsat-Aktie leicht. Rund 43 Prozent Kursverlust in nur 30 Tagen — das ist kein normaler Rücksetzer. Der Auslöser war bekannt, die Wucht trotzdem überraschend.

Lock-up-Ablauf entfesselte Verkaufswelle

Am 17. Juni 2026 lief eine 190-tägige Sperrfrist ab. Sie galt für Aktien, die im Rahmen einer Kapitalerhöhung ausgegeben worden waren. Gebunden waren große Namen: der französische Staat über die APE, Bharti Space, die britische Regierung, CMA CGM Participations und der FSP.

Als die Frist endete, konnten diese Großaktionäre ihre Anteile ohne Einschränkung verkaufen. Das Angebot überwältigte die Nachfrage. Der Kurs kollabierte.

Heute notiert die Aktie bei 2,27 Euro — ein Plus von gut 3 Prozent auf Tagesbasis. Vom 52-Wochen-Hoch bei 4,62 Euro trennen den Titel noch immer mehr als 50 Prozent.

LEO wächst, Video schrumpft

Das operative Bild ist zweigespalten. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025-26 stieg der LEO-Umsatz um 65 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gesamtumsatz lag bei 293 Millionen Euro — auf vergleichbarer Basis ein Plus von 3 Prozent.

Das Videosegment zieht weiter nach unten. Der Umsatz fiel auf 128 Millionen Euro, nach 151,7 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Russische Sanktionen und der Wegfall von Kapazitätsverträgen auf zwei Express-Satelliten belasten. Video macht noch 45 Prozent des Quartalsumsatzes aus — Connectivity hat mit 55 Prozent erstmals die Mehrheit übernommen.

Für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres summiert sich der Gesamtumsatz auf 884,7 Millionen Euro. Das sind 2,4 Prozent weniger als im Vorjahr, bei konstanten Wechselkursen jedoch ein leichtes Plus. Der LEO-Umsatz kletterte in diesem Zeitraum um 61,6 Prozent auf 172,7 Millionen Euro.

Militärvertrag und Jahresausblick

Eutelsat hat seine Jahresziele bekräftigt. Der operative Umsatz soll in etwa auf Vorjahresniveau bleiben. Das LEO-Wachstum soll 50 Prozent erreichen. Die bereinigte EBITDA-Marge dürfte leicht unter dem Vorjahreswert liegen.

Der Auftragsbestand lag Ende März bei 3,4 Milliarden Euro — das entspricht dem 2,8-fachen des Umsatzes aus dem Geschäftsjahr 2024-25. Connectivity macht 58 Prozent davon aus.

Für das laufende vierte Quartal erwartet Eutelsat Erlöse aus dem CENTAURE-Vertrag mit dem französischen Militär. Der Zehnjahresvertrag hat ein Gesamtvolumen von rund 350 Millionen Euro. Die erste feste Tranche beläuft sich auf 138 Millionen Euro über vier Jahre — für LEO-Satellitenkapazität in strategisch relevanten Regionen.

Mittelfristig peilt das Management für das Geschäftsjahr 2028-29 einen operativen Umsatz zwischen 1,5 und 1,7 Milliarden Euro an. Die EBITDA-Marge soll mindestens 65 Prozent erreichen. Voraussetzung ist unter anderem die Erneuerung der OneWeb-Konstellation: Die ersten 440 neuen Satelliten sollen noch in diesem Jahr ausgeliefert werden, Starts beginnen 2027.

Mit dem Abschluss des Geschäftsjahres heute und dem Lock-up-Druck nun vollständig im Markt eingepreist, rücken die Jahreszahlen in den Fokus — und die Frage, ob die Militärerlöse aus Q4 das Ergebnis noch spürbar stützen können.

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