Eutelsat, Aktie

Eutelsat Aktie: LEO-Umsätze steigen um 65 Prozent

19.06.2026 - 15:57:54 | boerse-global.de

Eutelsat-Aktie bricht nach Ablauf einer Haltefrist für Großaktionäre massiv ein. Trotz neuer Regierungsaufträge für das LEO-Netzwerk bleibt der Kurs unter Druck.

Eutelsat Aktie: Ausverkauf nach Ende der Haltefrist für Großaktionäre
Eutelsat - Ein Netzwerktechniker überwacht Bildschirme mit Datenvisualisierungen von Satellitenbahnen und Kommunikationssignalen in einem modernen Raum. 19.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eutelsat sichert sich millionenschwere Regierungsaufträge für sein neues Satellitennetzwerk. An der Börse herrscht trotzdem Panik. Eine wichtige Sperrfrist für Großaktionäre ist abgelaufen. Das setzt den Kurs massiv unter Druck.

Allein in der vergangenen Woche brach das Papier um über 20 Prozent ein. Aktuell notiert der Titel bei 2,34 Euro. Damit hat sich die Aktie weit von ihrem Jahreshoch im Mai entfernt. Die Volatilität bleibt extrem hoch.

Großaktionäre dürfen verkaufen

Am 17. Juni endete eine 190-tägige Haltefrist für bedeutende Anteilseigner. Betroffen sind Schwergewichte wie der französische Staat, die britische Regierung und Bharti Space. Diese Investoren können ihre Papiere nun frei handeln. Die Folge: ein massiver Kursrutsch.

Operativ treibt der Konzern seinen Umbau zügig voran. Eutelsat setzt voll auf Satelliten in niedriger Erdumlaufbahn, sogenannte LEO-Systeme. Mitte Juni meldete das Unternehmen einen wichtigen Erfolg. Die französische Rüstungsbeschaffungsbehörde unterschrieb den CENTAURE-Vertrag.

Dieser Deal bringt zunächst feste Einnahmen von 138 Millionen Euro über vier Jahre. Langfristig winken bis zu 350 Millionen Euro. Eutelsat liefert damit sichere Satellitenkapazitäten für die französischen Streitkräfte. Ein weiterer LEO-Vertrag in Angola ergänzt diese Entwicklung.

Teurer Umbau drückt Marge

Der Wandel vom klassischen TV-Satellitenbetreiber zum LEO-Anbieter kostet viel Geld. Im Frühjahr sicherte sich Eutelsat frisches Kapital durch eine milliardenschwere Anleihe. Das Geld fließt direkt in den Ausbau des neuen Netzwerks.

Die Strategie zeigt bereits erste Erfolge. Die LEO-Umsätze schossen zuletzt um 65 Prozent in die Höhe. Das klassische Videogeschäft schrumpft parallel dazu weiter. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet das Management mit stabilen Gesamteinnahmen. Die operative Gewinnmarge wird allerdings leicht sinken.

Bis Ende des Jahrzehnts plant der Vorstand mit operativen Umsätzen von mindestens 1,5 Milliarden Euro. Die Gewinnmarge soll dann wieder über 65 Prozent liegen. Bis dahin bleibt das Papier ein hochvolatiler Umbaukandidat. Hält der Verkaufsdruck der Großaktionäre an, droht ein rascher Test des bisherigen Jahrestiefs bei 1,59 Euro.

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