Eutelsat Aktie: 3,4 Milliarden Auftragsbestand
28.05.2026 - 01:57:00 | boerse-global.deDie Satellitenflotte von Eutelsat soll künftig mehr fürs Militär tun. Diese Woche steht das Unternehmen auf der CANSEC in Ottawa – Kanadas größter Verteidigungsmesse. An Stand #4002 wirbt Eutelsat um Aufträge aus Militär und Regierungsbehörden. Die Aktie notiert bei 4,26 Euro, nur knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 4,31 Euro.
Government Services als Wachstumsanker
Das Timing pasft. Der jüngste Quartalsbericht zeigte: Government Services sind eine der stärksten Sparten im Portfolio. Im dritten Quartal des Geschäftsjahrs 2025/26 stieg der Umsatz auf 50,4 Millionen Euro – ein Plus von 11,8 Prozent im Jahresvergleich auf vergleichbarer Basis.
Zum Vergleich: Das gesamte Connectivity-Geschäft wuchs auf 155,7 Millionen Euro (+15,3 Prozent), getrieben von einem 65-Prozent-Sprung bei LEO-Diensten. Die Video-Sparte dagegen schrumpfte um 13,3 Prozent auf 128,0 Millionen Euro. Sanktionen gegen russische Sender und auslaufende Kapazitätsverträge belasten das Segment – ein struktureller Trend.
Für Anleger steht die Frage im Raum, ob das Regierungsgeschäft den Niedergang des Video-Kerngeschäfts kompensieren kann.
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Multi-Orbit-Konzept für militärische Nutzer
Eutelsat setzt auf ein Multi-Orbit-Angebot: GEO-Satelliten kombiniert mit der OneWeb-Konstellation im niedrigen Erdorbit. Die LEO-Lösung verspricht niedrige Latenz für Echtzeitanwendungen. Das ist genau das, was moderne Militärkommunikation braucht – sei es für Drohnensteuerung, Aufklärung oder verschlüsselte Verbindungen in Konfliktgebieten.
Die Zahlen untermauern die Strategie. Eutelsat führt den Ausbau des Regierungsgeschäfts auf die Beschleunigung von LEO-Aktivitäten zurück sowie auf steigende Nachfrage von Nicht-US-Regierungen. Der Einsatz in der Ukraine wird explizit genannt.
Backlog und der Nexus-Heber
Das Verteidigungs-Narrativ bekommt durch konkrete Zahlen zusätzliches Gewicht. Eutelsat meldet einen Auftragsbestand von 3,4 Milliarden Euro – das 2,8-fache des Jahresumsatzes. 58 Prozent davon entfallen auf Connectivity-Dienste.
Hinzu kommt der Nexus-Rahmenvertrag mit dem französischen Verteidigungsministerium. Eutelsat erwartet, Umsätze aus diesem Vertrag im vierten Quartal zu verbuchen. Über die zehnjährige Laufzeit soll das Volumen sukzessive ansteigen.
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Der Auftritt auf der CANSEC mag kurzfristige Visibilität schaffen. Der Nexus-Deal und das Government-Wachstum liefern die langfristige Geschichte.
Der nächste wichtige Termin ist der August. Dann legt Eutelsat die Zahlen für das Gesamtjahr 2025/26 vor. Bis dahin bleibt die Frage, ob LEO, Regierungsdienste und das Multi-Orbit-Angebot den Druck im schrumpfenden Video-Segment ausgleichen können.
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