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Europa Schluss: Uneinheitlich

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 18:37 Uhr, dpa.de

Europas wichtigste Aktienmärkte haben am Mittwoch keine klare Richtung ausgebildet.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 schloss mit einem Minus von 0,23 Prozent bei 6.265,58 Punkte. Außerhalb des Euroraums stieg der schweizerische SMI CH0009980894 um 0,46 Prozent auf 14.307,31 Zähler. Der britische FTSE 100 GB0001383545 sank um 0,13 Prozent auf 10.515,92 Zähler.

Angesichts der angelaufenen Berichtssaison der Unternehmen herrschte vorwiegend Zurückhaltung vor. "Mit den ersten Quartalszahlen der großen US-Banken hat die Berichtssaison begonnen - und die Messlatte liegt extrem hoch", sagte Kapitalmarktexperte Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets. "Die Banken liefern teilweise geradezu absurde Gewinne und setzen die Erwartungen für die gesamte Berichtssaison auf ein neues Niveau."

Geopolitisch bleiben die Spannungen in Nahost im Anlegerfokus, zumal die Ölpreise wieder stiegen, nachdem US-Präsident Donald Trump dem Iran mit Angriffen auf die zivile Infrastruktur des Landes gedroht hatte. Kommende Woche würden alle Kraftwerke und Brücken zerstört, "es sei denn, sie kommen an den Verhandlungstisch", sagte er dem US-Sender Fox News. Irans Streitkräfte feuerten als Vergeltung auf die nächtlichen US-Angriffe wieder Raketen und Drohnen auf Ziele in der Golfregion und Jordanien.

Europaweit stärkster Sektor waren die Automobilwerte, während die Telekom-Branche die deutlichsten Verluste verzeichnete. Unter den ebenfalls gut laufenden Luxuswerten lieferte Richemont CH0210483332 die Vorgabe. Überraschend starke Umsatzzahlen gaben der Aktie des schweizerischen Schmuck- und Uhrenherstellers Auftrieb. Der Wert zog um 6,7 Prozent an. Analyst Adam Cochrane von der Deutschen Bank schrieb von einem soliden Quartalsbericht, der ein positives Signal für die gesamte Luxusbranche setze. So gewannen Kering FR0000121485 3,6 Prozent und LVMH FR0000121014 2,7 Prozent.

Unter den Einzelwerten standen die Aktien von ASML NL0010273215 im Mittelpunkt des Interesses. Die Papiere des Ausrüsters der Halbleiterindustrie, der mit einem Börsenwert von aktuell knapp 640 Milliarden Euro das wertvollste Unternehmen Europas ist, stiegen zunächst um bis zu fast 8 Prozent, gaben im späteren Handel aber sämtliche Gewinne ab und drehten sogar ins Minus. Letztlich verloren sie 0,4 Prozent.

ASML rechnet dank des Booms von Künstlicher Intelligenz mit noch besseren Geschäften im laufenden Jahr. Nach einem überraschend guten Quartal hob Konzernchef Christophe Fouquet sein Umsatzziel für 2026 am Mittwoch an - zum zweiten Mal in diesem Jahr. Auch die Bruttomarge soll höher ausfallen als noch im April gedacht. Mit den neuen Zielen und den Zahlen des zweiten Quartals übertraf ASML die Erwartungen von Analysten.

Unter den kleineren Werten ragten Aktien von DocMorris CH0042615283 mit plus 2,7 Prozent heraus. Die Aktie setzte damit ihren Höhenflug fort und erreichte ein Jahreshoch. Die Versand-Apotheke hatte mit einem starken Wachstum im Geschäft mit rezeptpflichtigen Medikamenten die Erwartungen übertroffen. Analysten sehen das Unternehmen nun auf Kurs, operativ die Gewinnschwelle zu erreichen.

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