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Europa Schluss: Gewinne - EZB und Trump belasten nicht

11.06.2026 - 18:20:47 | dpa.de

Europas wichtigste Aktienmärkte haben am Donnerstag durch die Bank zugelegt.

Der Schwächeanfall nach dem Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) war nicht von Dauer. Rückenwind kam am Nachmittag zudem von den erholten New Yorker Märkten. Die Aktienkurse dies- wie jenseits des Atlantiks trotzten neuen Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen den Iran. Die Ölpreise zeigten sich schwankungsanfällig - zuletzt gaben sie ein wenig nach.

Der EuroStoxx 50 EU0009658145 verabschiedete sich 0,78 Prozent fester mit 6.056,96 Punkten aus dem Handel. Damit machte der Eurozonen-Leitindex die Verluste der vergangenen zwei Tage wett. Er hängt aber weiter in einer engen Handelsspanne fest. Für den vortags stabilisierten britischen FTSE 100 GB0001383545 ging es am Donnerstag um 0,48 Prozent auf 10.303,88 Punkte bergauf. Der seit Tagen starke Schweizer SMI CH0009980894 gewann weitere 0,49 Prozent auf 13.529,65 Punkte.

Die EZB stemmt sich mit der ersten Zinserhöhung seit fast drei Jahren gegen den Inflationsschub infolge des Iran-Kriegs. Die Anhebung des Einlagenzinses um 0,25 Prozentpunkte auf 2,25 Prozent hatten Volkswirte allerdings schon erwartet. Einige von ihnen rechnen damit, dass es nicht bei einer Zinserhöhung im laufenden Jahr bleiben wird. So geht etwa Jörg Krämer von der Cotitelmerzbank DE000CBK1001 nach der aus seiner Sicht notwendigen aktuellen Anhebung von einem weiteren Zinsschritt im September aus.

Im marktbreiten Stoxx Europe 600 EU0009658202 zählten die Aktien von Öl- und Gaskonzernen EU0009658780 sowie Rohstoffunternehmen EU0009658624 und Versorgern EU0009658962 zu den größten Gewinnern. Medientitel EU0009658640 und die als defensiv geltenden Telekommunikationsaktien EU0009658947 lagen hingegen ganz hinten.

Europäische Technologiewerte EU0009658921 waren im Kielwasser der starken US-Tech-Börse Nasdaq gefragt. Hier wie dort zeigte sich erneut die Divergenz zwischen Software- und Chip-Aktien. Erstere litten unter negativ aufgenommenen Geschäftszahlen des US-Branchenvertreters Oracle US68389X1054, der die Anleger mit einem hohen Investitionsbedarf in Rechenzentren verschreckte. Dagegen profitierten die vom KI-Boom getriebenen Halbleiter-Papiere genau davon.

Im EuroStoxx spiegelte sich das im Kursrückgang um 6,6 Prozent von Schlusslicht SAP DE0007164600 sowie dem Anstieg von ASML NL0010273215 um 4,6 Prozent wider. Ähnlich sah die Divergenz bei Dassault Systemes FR0014003TT8 und STMicro NL0000226223 im französischen Cac 40 FR0003500008 aus. In Amsterdam legten zudem ASM International NL0000334118 um 7,4 Prozent auf 973,60 Euro zu. Für den Branchenausrüster hob die britische Bank Barclays das Kursziel deutlich an auf nun 1.200 Euro.

Für die Titel von Wizz Air JE00BN574F90 ging es in London um 6 Prozent hoch. Die Airline wies für das abgelaufene Geschäftsjahr einen Überschuss aus, während man am Markt mit einem Verlust gerechnet hatte. Auf einen Ausblick verzichtete Wizz Air zunächst angesichts der vom Iran-Krieg ausgehenden Unsicherheit. Das Unternehmen versprach jedoch, die Marktverwerfungen zu nutzen, um das Wachstum voranzubringen.

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