Europa Schluss: Verluste im impulsarmen Sommerhandel
01.07.2026 - 18:41:57 | dpa.deDer EuroStoxx 50 EU0009658145 gab einen Teil seiner deutlichen Vortagesgewinne wieder ab.
Zum einen stocken die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran um ein Rahmenabkommen weiterhin. Zum anderen mangelt es vor der allgemein anstehenden Berichtssaison zum zweiten Quartal vielerorts an kursbewegenden Impulsen. Auch aus Portugal, wo die Notenbanker getagt haben, gab es keine bewegenden Neuigkeiten. Der neue US-Notenbank-Präsident Kevin Warsh hielt sich mit seinen Aussagen zurück. Insbesondere vermied er Hinweise auf die Ende Juli anstehende Zinssitzung der Fed.
Der EuroStoxx beendete den Tag mit einem Minus von 0,72 Prozent auf 6.282,50 Punkte, nachdem der Leitindex der Eurozonen am Dienstag um 1,6 Prozent zugelegt hatte. Außerhalb des Euroraums verlor der schweizerische SMI CH0009980894 0,56 Prozent auf 14.114,00 Punkte. Für den britischen FTSE 100 GB0001383545 ging es um 0,18 Prozent auf 10.478,34 Punkte nach unten.
Tech-Aktien, die am Vortag die Nase vorn hatten, gaben nun wieder nach: Für ASML NL0010273215 und Infineon DE0006231004 ging es jeweils um 4,6 Prozent abwärts, STMicro NL0000226223 verloren 3,3 Prozent.
Schneider Electric FR0000121972 büßten 3,1 Prozent ein. Der französische Elektrotechnikkonzern verstärkt sich im Bereich industrielle KI und übernimmt den US-Software-Hersteller Cognite für 3,1 Milliarden US-Dollar (rund 2,7 Mrd Euro). Die kanadische Bank RBC hält den Kauf des Industriesoftware-Unternehmens zwar für nicht günstig, aber strategisch sinnvoll. JPMorgan äußerte sich kritisch: Der Zukauf sei "sehr teuer" und "wenig hilfreich", schrieb Analyst Phil Buller. Glücklicherweise sei er im Vergleich zum gesamten Börsenwert von Schneider jedoch klein, ergänzte er.
Zu den Verlierern gehörten auch AB Foods GB0006731235, die in London 3,2 Prozent verloren. Der Nahrungsmittelhersteller litt im dritten Geschäftsquartal unter Umsatzrückgängen und zudem enttäuschte ein schwacher Ausblick auf das Zuckergeschäft.
National Grid GB00BDR05C01 verloren 3,0 Prozent. Der Stromübertragungsnetzbetreiber investiert in den Bereich KI-Strom. National Grid Ventures (NGV) kauft für 1,75 Milliarden US-Dollar eine 35-prozentige Beteiligung an Joulent, also an einer Plattform, die integrierte Energielösungen für Großabnehmer in den USA entwickelt. Die Investition verschafft den Briten laut der kanadischen Bank RBC einen direkten Zugang zum fortgesetzten Nachfrage-Wachstum und zum Thema Rechenzentren auf dem US-Markt.
Besser kamen Neuigkeiten zu Lonza CH0013841017 an. Der Pharmazulieferer aus der Schweiz baut seine strategische Zusammenarbeit mit einem führenden US-Biopharmaunternehmen aus. Der kumulierte Auftragswert der neuen Vereinbarung hat ein Potential von mehreren Milliarden Franken. Die Aktie stieg um 3,1 Prozent.
Im Luxussektor, der erneut schwächelte, fiel dieses Mal vor allem das Papier von Richemont CH0210483332 mit einem Abschlag von 2,1 Prozent auf. Die spanische Bank Santander ist kritischer geworden, was die Bewertung der Aktie betrifft und stufte sie von "Buy" auf "Neutral" ab.
