Europa Schluss: EuroStoxx tiefer vor Fed und Tech-Zahlen
Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 18:34 Uhr | dpa.deGestiegene Ölpreise, der anstehende Zinsentscheid der US-Notenbank und weiter sinkende Kurse im Technologiesektor stimmten Anleger vorsichtig. So ließen neuerliche Angriffe des Iran im Krieg mit den USA die Preise für Öl und Gas wieder steigen. Bei vielen Einzelwerten prägten veröffentlichte Geschäftszahlen die Kursentwicklung.
Mitbelastet von teils hohen Kursverlusten im Luxusgütersektor verlor der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 0,65 Prozent auf 6.248,84 Punkte. Außerhalb des Euroraums wurden in der Schweiz nach der Rekordrally des SMI CH0009980894 Gewinne mitgenommen. Der Züricher Leitindex gab am Ende um 0,58 Prozent auf 14.486,10 Zähler nach. Der britische FTSE 100 GB0001383545 legte dagegen um 0,34 Prozent auf 10.908,41 Punkte zu und tastete sich weiter an seine Bestmarke heran.
"Die Stimmung bleibt angespannt, da sich für heute noch eine Reihe an Großereignissen an den Finanzmärkten ankündigt hat", sagte Marktexperte Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets. Am Abend stehen neben der Fed auch die Quartalszahlen der Tech-Riesen Meta US30303M1027 und Microsoft US5949181045 auf der Agenda.
Im Luxusgüterbereich prägte der EuroStoxx-Wert Hermes FR0000052292 das Bild mit einem Kurseinbruch um elf Prozent. Dagegen zogen aber die nicht mehr in dem Leitindex enthaltenen Kering-Aktien FR0000121485 um fast 17 Prozent an. Papiere der Branchengröße LVMH FR0000121014 schlossen in diesem Spannungsverhältnis ein halbes Prozent tiefer. Richemont CH0210483332 büßten in Zürich fast drei Prozent ein.
Der Hermes-Kurs erreichte den tiefsten Stand seit Januar 2023. Die Analysten der Deutschen Bank bemängelten bei den Franzosen das Geschäft mit Lederwaren. Zudem hatte die Finanzchefin im Vergleich zu diesem Jahr geringere Preisanhebungen für 2027 in Aussicht gestellt. Kering profitierte dagegen von der Trendwende der Marke Gucci.
Öl- und Gaswerte waren vor dem Hintergrund der Iran-Lage und dem Ölpreisanstieg wieder sehr gefragt. Als Treiber hinzu kam das italienische Ölunternehmen Eni IT0003132476, dessen Anteile mit einem Kurssprung um 7,1 Prozent den EuroStoxx anführten. Analysten sprachen von einem starken Zahlenwerk und lobten den erhöhten Aktienrückkauf.
Ganz hinten standen Versorger und Banken. Letztere konnten also nicht von UBS CH0244767585 mit einem Anstieg um 0,9 Prozent nach übertroffenen Quartalserwartungen profitieren. Im Mittelfeld lagen am Ende die Nahrungsmittelwerte, auch wenn der Danone FR0000120644-Kurs FR0000120644 mit 2,3 Prozent unter Druck stand. In den vordergründig soliden Quartalszahlen bemängelte ein Experte von Jefferies die Abschwächung des China-Geschäfts.
Unter den insgesamt soliden Rohstoffwerten ragte der Glencore-Kurs JE00B4T3BW64 in London mit einem Anstieg um 2,8 Prozent heraus. Die Handelssparte hatte im ersten Halbjahr einen operativen Gewinn von rund 3,3 Milliarden US-Dollar verzeichnet, womit das Unternehmen auf bestem Weg zu einem Rekordjahr ist. Um 1,6 Prozent bergauf ging es nach Halbjahreszahlen außerdem bei Rio Tinto GB0007188757.
Überzeugendes hatte in London Reckitt GB00B24CGK77 zu berichten, wie ein Anstieg um 4,3 Prozent zeigte. Die Nachfrage nach Reinigungs- und Hygieneprodukten in großen Märkten wie China und Indien trieb bei dem Konsumgüterkonzern die Geschäftserholung voran. Analyst Callum Elliott von Bernstein Research sprach von starken Geschäftszahlen.
