Aktien Europa: Leichte Gewinne - Zurückhaltung prägt das Geschehen
Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 12:14 Uhr | dpa.deVor wichtigen Quartalszahlen in den USA war allerdings eine gewisse Zurückhaltung spürbar.
In den kommenden Tagen legen mit Microsoft US5949181045, Meta US30303M1027, Apple US0378331005 und Amazon US0231351067 unter anderem vier wichtige Tech-Konzerne ihre Quartalszahlen vor. "Nach den ersten Rissen im KI-Boom dürften genau diese Zahlen den Takt für die Börsen in den kommenden Tagen und Wochen vorgeben", betonte Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 gewann gegen Mittag 0,31 Prozent auf 6.301,69 Punkte. Außerhalb des Euroraums zog der Schweizer SMI CH0009980894 um 0,45 Prozent auf 14.488.35 Punkte an. Der britische FTSE 100 GB0001383545 stieg um 0,61 Prozent auf 10.847,23 Punkte.
Gebremst wurde der Markt auch von der US-Notenbanksitzung. "Derzeit gibt es einige Spekulationen, dass die US-Notenbank prophylaktisch die Leitzinsen anheben könnte, um die robuste Situation der US-Wirtschaft und dem US-Arbeitsmarkt mit Blick auf die zuletzt dynamisierte Preisentwicklungen nutzen zu können", merkte Marktstratege Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets an. Während die Öl- und Gasbranche weiter korrigierte, setzten in den übrigen Branchen neue Zahlen Akzente. So profitierten die Nahrungsmittelwerte von den Kursgewinnen von Unilever GB00BVZK7T90. Die Aktie sprang dank einer überraschend starken Umsatzentwicklung im zweiten Quartal um sieben Prozent nach oben.
Noch stärker präsentierten sich die Autowerte. "Die Investoren fokussieren sich auf eine mögliche Aufhellung im Automotivsektor und kaufen bevorzugt die Aktien von Volkswagen DE0007664039, Mercedes-Benz DE0007100000 und BMW DE0005190003", stellte Lipkow fest. Zahlen von Mercedes, die um vier Prozent zulegten, gaben der Branche einen Schub.
Baustoffwerte profitierten von überraschend starken Zahlen aus der Schweiz. Die Aktien des Bauzulieferers Sika wurden für starke Halbjahreszahlen mit einem Plus von über sieben Prozent belohnt.
Unter den Industriewerten ragten Safran FR0000073272 heraus. Der Triebwerksbauer und Luftfahrt-Zulieferer hatte nach guten Geschäften mit Turbinen und Ersatzteilen seine Erwartungen für 2026 erhöht. Die Aktie gewann 2,7 Prozent.
Andere französische Standardwerte präsentierten sich dagegen nicht ganz so stark. Aktien von Air Liquide FR0000120073 verloren trotz solider Zahlen 2,2 Prozent. Die Analysten von JPMorgan sprachen von Gewinnmitnahmen angesichts der starken Entwicklung des Wertes. Auch LVMH FR0000121014 kamen mit 1,5 Prozent Abschlag nicht recht in die Gänge. Eine schwächere Nachfrage hatte dem französischen Luxuskonzern im ersten Halbjahr einen Erlös- und Gewinnrückgang eingebrockt.
Einen Kurseinbruch erlitten unterdessen Aktien von Philips NL0000009538, die um über zehn Prozent fielen. Analysten verwiesen auf den enttäuschenden Auftragseingang der Niederländer.
