Euroconstruct-Prognose: Wohnungsbau in Europa nimmt Fahrt auf
17.02.2026 - 19:33:12Der europäische Bausektor wächst 2026 um 2,4 Prozent. Das prognostiziert die Forschergruppe Euroconstruct in einer aktuellen Studie. Besonders der Wohnungsbau soll bis 2028 ein um 7,5 Prozent höheres Marktvolumen erreichen. Diese Trendwende folgt auf ein enttäuschendes Vorjahr mit nur 0,3 Prozent Wachstum.
Zinsen stabilisieren sich – Planung wird einfacher
Ein Hauptgrund für den Optimismus ist die stabile Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Der Leitzins liegt seit Mitte 2025 unverändert bei 2,0 Prozent. Diese „neue Normalität“ gibt Investoren und Bauherren endlich Planungssicherheit zurück. Die Hoffnung auf deutlich sinkende Zinsen schwindet – und die Nachfrage nach Baufinanzierungen zieht bereits wieder an. Für 2026 erwarten Experten Bauzinsen zwischen 3,1 und 3,7 Prozent.
Sanierung schlägt Neubau – und wird zum Dauerbrenner
Doch die Branche kämpft weiter mit hohen Kosten. Material und Personal verteuern Neubauprojekte massiv. Die Folge: Seit 2009 fließt in Europa mehr Geld in die Sanierung als in den Neubau. Aktuell machen Modernisierungen über 60 Prozent der Wohnungsbau-Investitionen aus.
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Dieser Trend wird durch die europäische Klimapolitik weiter befeuert. Die sogenannte „Renovierungswelle“ treibt Milliarden in energetische Sanierungen. Für Investoren werden Projekte zur Energieeffizienz immer attraktiver.
Deutschland bleibt Sorgenkind – Tiefbau stützt Konjunktur
Die positive Gesamtprognose hat einen großen Haken: Deutschland. Während Länder wie Spanien und Italien boomen, erreicht der deutsche Wohnungsbau erst in diesem Jahr seinen Tiefpunkt. Die Prognose: nur 185.000 Fertigstellungen. Eine Erholung ist frühestens 2027 in Sicht. Schuld sind neben den Kosten auch komplexe Förderstrukturen und eine überregulierte Mietpolitik.
Dafür glänzt der Tiefbau als stabiler Pfeiler. Massive Investitionen in Verkehrswege und Energienetze, oft mit EU-Geldern gefördert, treiben das Segment an. Bis 2028 wird hier ein Plus von 7,5 Prozent erwartet. Diese Infrastruktur legt den Grundstein für künftige Wohngebiete.
Vorsichtiger Aufschwung bis 2028
Die Experten rechnen mit einem anhaltenden, moderaten Aufschwung:
* 2027: +2,2 Prozent Wachstum
* 2028: +1,9 Prozent Wachstum
* Die Zahl der Wohnungsfertigstellungen in 19 untersuchten Ländern soll von 1,44 Millionen (2025) auf 1,66 Millionen (2028) steigen.
Getragen wird dieser Trend von einem leichten Wirtschaftswachstum, steigenden Löhnen und dem ungebrochen hohen Bedarf an Wohnraum. Die größte Unsicherheit bleibt die deutsche Baupolitik. Gelingt hier die Wende, könnte der europäische Wohnungsbau endgültig aus dem Leerlauf kommen.
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