Euroconstruct erwartet Erholung der europäischen Baukonjunktur
14.02.2026 - 00:30:12Euroconstruct prognostiziert für 2026 ein Wachstum der europäischen Bauleistung von 2,4 Prozent. Das Münchner Ifo-Institut ist an der Studie beteiligt. Die Forscher sehen vor allem im Wohnungs- und Tiefbau positive Signale. Für den von Wohnungsmangel geplagten deutschen Markt klingt das nach einer Trendwende. Doch Branchenverbände dämpfen die Erwartungen: Die Zahl der fertiggestellten Neubauwohnungen bleibt vorerst niedrig.
Baugenehmigungen steigen, Fertigstellungen harzen
Die europäische Prognose wird durch deutsche Daten gestützt. Die Zahl der Baugenehmigungen legte zuletzt deutlich zu. Laut dem Frühjahrsgutachten des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA) stiegen sie 2025 insgesamt um 10,5 Prozent. Im November 2025 war sogar ein Plus von 12,5 Prozent zum Vorjahresmonat zu verzeichnen.
Doch zwischen Genehmigung und Schlüsselübergabe klafft eine große Lücke. Die Immobilienwirtschaft rechnet für 2026 mit nur rund 215.000 fertiggestellten Wohneinheiten. Das ist weit entfernt vom politischen Ziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr. Gestiegene Zinsen und hohe Baukosten haben den Bauprozess weiter verzögert. Die Talsohle sei durchschritten, der Weg zu einem ausgeglichenen Markt bleibe aber lang.
Was Käufer jetzt erwartet
Für Kaufinteressenten an Neubauprojekten stabilisiert sich die Lage. Experten prognostizieren für 2026 moderate Preissteigerungen von etwa drei Prozent. Die Zeit der rasanten Preissprünge scheint vorbei. Ein leichter Rückgang der Kaufpreise im Januar deutet auf eine Stagnation auf hohem Niveau hin.
Vermieter und Eigentümer stehen in einer engen Marktlage besonders unter Druck, die richtige Mietforderung zu begründen. Der kostenlose Mietspiegel-Report 2025 liefert Vergleichsmieten, praxisnahe Begründungshilfen und rechtssichere Formulierungen – damit Ihre Mieterhöhung Bestand hat. Jetzt kostenlosen Mietspiegel-Report sichern
Die Rahmenbedingungen bleiben dennoch anspruchsvoll:
* Die Finanzierungskosten sind höher als in den Boomjahren.
* Die Energieeffizienz wird zum entscheidenden Wertfaktor.
* Ab dem 30. Juni 2026 greift eine wichtige Stufe des Gebäudeenergiegesetzes (GEG), die den Einbau von Heizungen mit mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien vorschreibt.
* Bis Mai 2026 muss die neue EU-Gebäuderichtlinie umgesetzt werden, die die Effizienzanforderungen weiter verschärft.
Hohe Kosten und Bürokratie bremsen den „Bauturbo“
Warum kommt der Aufschwung nicht schneller in Fahrt? Die Bauwirtschaft zählt laut ZIA-Gutachten zu den am stärksten belasteten Sektoren. Anhaltend hohe Baukosten und ein komplexes regulatorisches Umfeld bremsen Investitionen. Die Immobilienwirtschaft fordert deshalb Strukturreformen:
- Einfachere Planungs- und Genehmigungsverfahren
- Verlässlichere Förderbedingungen
Die positiven Effekte von Maßnahmen wie dem „Bauturbo-Gesetz“ werden sich erst mit Verzögerung zeigen. Eine Umfrage des Bauindustrieverbandes ergab, dass viele Unternehmen signifikante Impulse erst für 2027 und 2028 erwarten.
Wann kommt die Wende am Bau?
Für 2026 zeichnet sich ein gespaltenes Bild. Während die Stimmung und die Genehmigungszahlen steigen, bleibt das Angebot an fertigen Wohnungen knapp. Eine spürbare Belebung mit deutlich höheren Fertigstellungszahlen erwarten Wirtschaftsforscher erst für das Jahr 2027. Bis dahin bleibt der Kauf einer Neubauimmobilie eine Entscheidung zwischen Hoffnung auf Besserung und handfesten aktuellen Herausforderungen.
@ boerse-global.de
Hol dir den Wissensvorsprung der Profis. Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Trading-Empfehlungen – dreimal die Woche, direkt in dein Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr.
Jetzt anmelden.


