App-Stores, Fairness

EU zwingt App-Stores zu mehr Fairness

26.01.2026 - 03:55:12

Die Europäische Union schaltet manipulative Designtricks in Apps und Stores ab. Hohe Strafen und mehr Transparenz für Nutzer und Entwickler sind die Folge.

Die EU schaltet Dark Patterns in Apps und Stores ab. Neue Digitalgesetze verbieten ab sofort manipulative Designs, die Nutzer zu ungewollten Käufen oder Abos verleiten. Im Visier der Behörden stehen vor allem die großen Plattformen von Apple und Google.

Das Ende der versteckten Fallen

Ein Kernpunkt ist das strikte Verbot sogenannter Dark Patterns. Diese Tricks gaukeln Nutzern falsche Dringlichkeit vor oder verstecken wichtige Informationen.
* Dazu zählen gefälschte Countdowns für Angebote.
* Auch irreführende Cookie-Banner oder versteckte Kündigungs-Buttons sind jetzt tabu.

Eine EU-Untersuchung hatte ergeben, dass fast 40 Prozent der geprüften Onlineshops solche Praktiken nutzten. Künftig müssen Kündigungen so einfach sein wie Bestellungen. Die Informationen zu Kosten und Datennutzung dürfen nicht länger im Kleingedruckten verschwinden.

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App-Stores müssen ihre Karten aufdecken

Die neuen Regeln treffen auch die mächtigen Gatekeeper wie den Apple App Store und Google Play Store. Sie müssen endlich transparent machen, nach welchen Kriterien Apps in den Suchergebnissen landen. Eine willkürliche Bevorzugung eigener Dienste ist damit nicht mehr möglich.

Für Entwickler könnte sich einiges ändern: Bisher zwangen die Stores sie oft, das hauseigene Zahlungssystem zu nutzen – mit saftigen Provisionen von bis zu 30 Prozent. Der neue Digital Markets Act (DMA) soll hier für mehr Wahlfreiheit sorgen. Für Nutzer könnte das langfristig niedrigere Preise bedeuten.

Hohe Strafen als Abschreckung

Die EU setzt auf harte Sanktionen, um die Einhaltung durchzusetzen. Verstöße können für große Konzerne bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes kosten. In Deutschland überwacht die Bundesnetzagentur die neuen Vorgaben.

Verbraucherschützer fordern bereits eine konsequente Kontrolle. Erste Studien zeigen, dass es auch nach Inkrafttreten der Gesetze weiterhin Verstöße gibt.

Europas Kampf um digitale Souveränität

Mit den Gesetzen DSA und DMA positioniert sich die EU als globaler Standardsetzer. Analysten sehen darin den Versuch, die Dominanz weniger Tech-Giganten aufzubrechen und die digitale Souveränität Europas zu stärken.

Während einige Unternehmen die Komplexität der Regeln beklagen, begrüßen Verbraucherschützer und kleinere Entwickler die Schritte als längst überfällig. Die neuen Transparenzpflichten sind wohl erst der Anfang einer tiefgreifenden Neugestaltung des digitalen Marktes in Europa.

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