EU-Wirtschaft drängt auf Schutz vor chinesischen Billigimporten
17.01.2026 - 08:56:12Europäische Wirtschaftsverbände fordern entschlossene EU-Maßnahmen gegen subventionierte Billigimporte aus China. Die Flut günstiger Waren aus dem Automobil-, Stahl- und Solarsektor sowie aus dem Online-Handel untergräbt zunehmend die Wettbewerbsfähigkeit heimischer Unternehmen. Die EU-Kommission steht vor der schwierigen Aufgabe, den Binnenmarkt zu schützen, ohne einen Handelskrieg mit einem der wichtigsten Handelspartner zu riskieren.
Handelsdefizit erreicht Rekordwert
Das Kernproblem ist ein massives und wachsendes Handelsungleichgewicht. Das Defizit der EU mit China stieg 2024 auf 305,8 Milliarden Euro. Wirtschaftsvertreter machen dafür vor allem massive staatliche Subventionen in China verantwortlich. Diese ermöglichen es Herstellern, Produkte in Europa zu Preisen anzubieten, die für europäische Firmen untragbar sind.
Besonders betroffen sind Schlüsselindustrien:
* Automobil: Elektroautos aus China sind bis zu 20 Prozent günstiger als EU-Modelle.
* Einzelhandel: Plattformen wie Temu und Shein überschwemmen den Markt mit Billigwaren. Laut Handelsverband Deutschland (HDE) kommen täglich rund 400.000 Pakete aus China an, von denen viele europäische Sicherheitsstandards nicht erfüllen.
Forderung: Zölle nach US-Vorbild und digitale Kontrollen
Die Verbände haben konkrete Forderungen an die Politik. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) drängt auf die konsequente Anwendung bestehender Schutzinstrumente. Andernfalls drohe der EU-Binnenmarkt zum “Puffer für chinesische Überkapazitäten” zu werden.
Der österreichische Handelsverband und der deutsche HDE fordern schärfere Maßnahmen:
* Temporäre Sperre für chinesische Billigversender
* Ersatzlose Streichung der Zollfreigrenze für Pakete noch 2026 (statt geplant 2028)
* Zölle nach amerikanischem Vorbild
* Ein vollständig digitalisiertes Zollverfahren mit Paket-Identifikation
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EU-Kommission zeigt erste Härte
Die EU-Kommission hat bereits reagiert. Gegen chinesische Elektroautos wurden endgültige Ausgleichszölle verhängt. Jüngst legte Brüssel Leitlinien für “Preisverpflichtungsangebote” vor – eine Alternative, bei der sich chinesische Exporteure zu Mindesteinfuhrpreisen verpflichten könnten.
Die Kommission nutzt zunehmend schärfere Werkzeuge wie die Foreign Subsidies Regulation (FSR), um Wettbewerbsverzerrungen zu untersuchen. Aktuell laufen Prüfungen in Sektoren wie Windturbinen und Solarenergie. Die Debatte über Zölle für Hybridfahrzeuge zeigt: Der Druck aus der Wirtschaft wirkt.
Systemkonflikt als Ursache der Spannungen
Die Handelskonflikte sind Ausdruck eines grundlegenden Systemkonflikts. Die EU sieht China als Partner, Wettbewerber und systemischen Rivalen zugleich. Experten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) kritisieren, dass China seine Wirtschaft durch eine massive Exportoffensive auf Kosten seiner Partner stabilisiere.
Doch Schutzmaßnahmen bergen Risiken. Vergeltungszölle Pekings könnten europäische Exporteure treffen, die auf den chinesischen Markt angewiesen sind. Auch innerhalb der EU gibt es unterschiedliche Interessen: Während einige Länder stärkeren Schutz fordern, warnen andere vor Protektionismus und höheren Verbraucherpreisen.
Wohin steuert die EU-Handelspolitik?
Die kommenden Monate sind entscheidend. Die Verhandlungen über Mindestpreise für E-Autos werden zeigen, ob kooperative Lösungen möglich sind. Gleichzeitig sind weitere Antisubventionsuntersuchungen wahrscheinlich.
China signalisiert zwar Dialogbereitschaft. Doch solange Peking seine subventionsgetriebene Industriepolitik fortsetzt, dürften die Konflikte zunehmen. Für Brüssel bleibt die Gratwanderung: europäische Interessen selbstbewusst zu verteidigen, ohne in eine schädliche Eskalationsspirale zu geraten.
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