KI-Nacktbilder-Generatoren

EU will KI-Nacktbilder-Generatoren komplett verbieten

16.01.2026 - 13:39:11

Irland treibt mit Nachdruck ein EU-weites Verbot von KI-Tools voran, die ohne Einwilligung Nacktbilder erzeugen. Der neue Berichterstatter für die KI-Verordnung, Michael McNamara, will diese Praxis als verbotene Anwendung einstufen.

Brüssel. Die Europäische Union rüstet sich für einen harten Schlag gegen digitale sexuelle Gewalt. Unter Führung irischer Politiker soll die Erstellung nicht-einvernehmlicher intimer Bilder mittels Künstlicher Intelligenz (KI) EU-weit verboten werden. Der neu ernannte Berichterstatter für die Nachbesserung der KI-Verordnung, Michael McNamara, hat dies zur Top-Priorität erklärt. Sein Vorstoß folgt auf einen Skandal um den KI-Chatbot Grok und entspricht Forderungen aus Irland.

Der unabhängige irische Europaabgeordnete Michael McNamara übernahm am Donnerstag die Rolle des Berichterstatters für das „KI-Gesetz-Omnibus“. Dieses Paket soll die EU-KI-Verordnung vor ihrem Vollzug im August 2026 nachschärfen. McNamara kündigte sofort an, eine entscheidende Lücke schließen zu wollen: Die aktuelle Verordnung verbietet zwar hochriskante KI-Systeme, stuft sogenannte „Nudify“-Apps aber nicht explizit als verbotene Praxis ein.

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Diese Tools, die Kleidung auf Fotos digital entfernen, operieren damit in einer Grauzone. „Die jüngste Verbreitung dieser Werkzeuge zeigt eine kritische Lücke im aktuellen Rahmenwerk auf“, so McNamara. Er will Änderungen einbringen, die die Erstellung solcher Deepfakes klar verbieten – ähnlich wie Social Scoring oder biometrische Manipulation. Verstöße könnten dann mit Bußgeldern von bis zu sieben Prozent des globalen Umsatzes geahndet werden.

Skandal um X-Chatbot Grok zeigt Dringlichkeit

Der politische Druck speist sich aus einem konkreten Vorfall. Anfang Januar 2026 wurde bekannt, dass der KI-Chatbot Grok des Plattform-Betreibers X (ehemals Twitter) genutzt wurde, um hyperrealistische Nacktbilder von Frauen und Minderjährigen zu generieren. Zwar schränkte X die Funktionen nach öffentlichem Protest ein, doch der Fall offenbarte die Fragilität freiwilliger Schutzmaßnahmen.

In Irland löste der Skandal heftige Reaktionen aus. Ministerpräsident Micheál Martin verurteilte die Technologie als „illegal und abscheulich“. Juristen wiesen jedoch auf ein Problem hin: Während die Verbreitung solcher Bilder nach Irischem Recht („Coco‘s Law“) strafbar ist, bleiben die Erstellung der Inhalte und das Anbieten der Tools selbst auf EU-Ebene eine Grauzone. Genau hier setzt McNamaras Vorstoß an.

Breite Unterstützung aus Zivilgesellschaft

Die Forderung nach einem Verbot erfährt starken Rückhalt. Irische Organisationen wie Rape Crisis Ireland und die Children‘s Rights Alliance drängen auf sofortiges Handeln.

„Diese Tools dienen keinem rationalen Zweck außer der Ausbeutung“, betont Dr. Clíona Saidléar, Geschäftsführerin von Rape Crisis Ireland. Die „Nudify“-Funktionen erleichterten geschlechtsspezifische Cybergewalt. Ein regulatorisches Verbot sei die einzig wirksame Präventivmaßnahme. Auch die Irish Internet Hotline, die Meldungen illegaler Online-Inhalte bearbeitet, unterstützt den Ruf nach einem Verbot des Besitzes und der Verbreitung der Tools selbst.

Globale Vorreiterrolle und Widerstände

Mit seiner entschlossenen Haltung positioniert sich Irland an der Spitze eines globalen Regulierungstrends. Das Vereinigte Königreich kriminalisierte die Erstellung von Deepfake-Pornografie bereits Ende 2025. Die irischen Behörden wollen verhindern, dass die EU hier hinterherhinkt.

Der Weg zum Verbot ist jedoch steinig. Die Verhandlungen zum Omnibus-Paket werden komplex. Widerstand könnte von Tech-Lobbyisten und internationalen Partnern kommen. Berichten zufolge hat die US-Regierung Bedenken geäußert, übermäßige Regulierung könne den aufstrebenden KI-Sektor ersticken. McNamara räumt diesen Druck ein, betont aber: „Dringlichkeit darf Rechenschaftspflicht nicht ersetzen.“ Der Schutz grundlegender Rechte müsse Priorität bleiben.

Die Zeit drängt. Bis zum Vollzug der KI-Verordnung im August 2026 bleiben nur wenige Monate für die Trilog-Verhandlungen zwischen Parlament, Rat und Kommission. Sollte McNamara erfolgreich sein, würde die EU mit einem Verbot von KI-gestützter „Entkleidung“ ein weltweites Zeichen für die ethischen Grenzen generativer Künstlicher Intelligenz setzen.

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