EU verschärft Antidumpingzölle auf chinesische Keramik massiv
07.02.2026 - 07:22:12Die Europäische Union hat den Handelsschutz gegen China drastisch verschärft. Ab sofort gilt ein einheitlicher Antidumpingzoll von 79 Prozent auf Keramik-Importe aus der Volksrepublik. Die am Freitag verkündete Entscheidung markiert eine deutliche Eskalation im Handelskonflikt und soll den europäischen Markt vor subventionierten Billigimporten schützen. Die neuen Sätze ersetzen die bisherigen, deutlich niedrigeren Zölle und gelten für die kommenden fünf Jahre.
Ein klares Signal gegen unfairen Wettbewerb
Hinter der drastischen Erhöhung steht eine eingehende Untersuchung der EU-Kommission. Diese kam zu dem Schluss, dass chinesische Hersteller massiv von staatlicher Einflussnahme profitieren. Sie erhalten demnach bevorzugten Zugang zu Finanzierungen, Grundstücken und Rohstoffen. Da die chinesischen Inlandspreise als nicht marktkonform gelten, rekonstruierte die Kommission die „normalen“ Produktionskosten anhand von Daten aus der Türkei. Der Vergleich mit den tatsächlichen Exportpreisen offenbarte eine erhebliche Dumping-Marge.
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„Diese Praktik untergräbt die Wettbewerbsfähigkeit unserer Produzenten fundamental“, so die Begründung aus Brüssel. Der Schritt unterstreicht die wachsende Entschlossenheit der EU, gegen als unfair empfundene Handelspraktiken vorzugehen.
Ein Erfolg für den europäischen Keramikverband
Die massive Zollerhöhung ist ein direkter Erfolg für die europäische Industrie. Vorangetrieben wurde die Überprüfung maßgeblich vom Branchenverband Cerame-Unie. Dieser kämpft seit Jahren für robuste Schutzmaßnahmen und argumentiert, diese seien überlebenswichtig. Die Tafel- und Zierkeramikindustrie beschäftigt in der EU direkt mehr als 30.000 Menschen.
Bereits 2013 wurden erste Antidumpingzölle eingeführt. Eine im Dezember 2024 gestartete Überprüfung sollte klären, ob die damaligen Sätze von 13,1 bis 36,1 Prozent noch ausreichten. Die Antwort fällt nun eindeutig aus: Nur der massive Aufschlag von 79 Prozent schaffe faire Wettbewerbsbedingungen.
Teil einer breiteren Handelsoffensive
Die Maßnahme ist kein Einzelfall, sondern Teil einer systematischen Handelspolitik. Derzeit führt die EU-Kommission 63 Handelsuntersuchungen, davon richten sich 47 gegen Produkte aus China. Brüssel setzt damit ein klares Zeichen für die Einhaltung fairer Wettbewerbsregeln auf dem Binnenmarkt.
Doch die Lage ist komplex. Während die EU ihre Industrien vor unfairem Wettbewerb schützt, schwächen hohe Energiepreise im Inland deren Wettbewerbsfähigkeit. Erst Anfang Februar berichtete die deutsche Chemiebranche, dass wichtige Kunden aus der Keramikindustrie ihre Produktion aufgrund der Energiekosten nach Asien verlagern. Ein Schutzschirm vor Dumping ist somit nur ein Puzzleteil in der notwendigen europäischen Industriestrategie.
Was die hohen Zölle für Verbraucher und Händler bedeuten
Die Konsequenzen der Entscheidung sind weitreichend. Für europäische Hersteller ist es ein wichtiger Sieg und ein dringend benötigter Schutz. Für Importeure und Verbraucher hingegen zeichnen sich deutlich höhere Preise ab. Teller, Tassen und Schüsseln aus China werden sich erheblich verteuern, was die Nachfrage hin zu EU-Produkten oder Alternativen aus Drittländern lenken könnte.
Für chinesische Exporteure ist der Zugang zu einem ihrer wichtigsten Absatzmärkte stark erschwert. Die erwarteten Reaktionen aus Peking stehen noch aus, doch Vergeltungsmaßnahmen gelten als wahrscheinlich. Die handelspolitischen Spannungen zwischen den beiden Wirtschaftsblöcken dürften sich weiter zuspitzen.
Fünf Jahre auf Bewährung
Die Zölle sind zunächst für fünf Jahre festgesetzt. In dieser Zeit wird sich zeigen, ob sie die gewünschte Wirkung entfalten und den europäischen Keramiksektor stärken können. Der Fokus liegt nun auf der konsequenten Durchsetzung an den EU-Außengrenzen, um Umgehungsversuche zu verhindern.
Eines ist bereits klar: Die Keramik-Zölle werden nicht die letzte Maßnahme dieser Art bleiben. Die EU positioniert sich zunehmend als Akteur, der bereit ist, seine wirtschaftlichen Interessen mit allen Mitteln zu verteidigen. Die Botschaft an Peking und die heimische Industrie ist unmissverständlich.
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