EU und Indien bauen digitale Allianz aus
26.01.2026 - 01:54:12Die EU und Indien wollen mit gemeinsamen Standards für Künstliche Intelligenz und Daten eine demokratische Alternative in der Tech-Welt schaffen. Bei ihrem Gipfel in Neu-Delhi verhandeln beide Seiten über ein Freihandelsabkommen und eine neue strategische Agenda bis 2030.
Im Zentrum der Partnerschaft steht die Arbeit des EU-Indien-Handels- und Technologierats (TTC), der seit 2023 die Kooperation in Schlüsseltechnologien vorantreibt. Beide Demokratien wollen nicht nur Technologie nutzen, sondern aktiv die internationalen Standards mitgestalten, die die nächste Innovationswelle prägen werden. Ein Schwerpunkt liegt auf vertrauenswürdiger KI, Halbleitern und resilienten digitalen Lieferketten.
Die Zusammenarbeit zwischen der Europäischen KI-Behörde und der India AI Mission soll vertieft werden. Gemeinsame Projekte sollen ethische Rahmenbedingungen für KI entwickeln, einschließlich Forschung zu großen Sprachmodellen. Das Ziel: Vertrauen in KI-Systeme stärken und Risiken minimieren.
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Indiens “Digital-Stack” als Vorbild für Europa?
Ein konkretes Kooperationsfeld ist die digitale öffentliche Infrastruktur (DPI). Indiens erfolgreiches Modell, der “India Stack”, könnte als Blaupause für einen europäischen “Eurostack” dienen. Dieser soll digitale Dienstleistungen für Bürger in allen 27 EU-Mitgliedstaaten bereitstellen.
Die technologische Annäherung baut auf gemeinsamen demokratischen Werten auf. Sowohl die EU als auch Indien betonen, dass die Entwicklung fortschrittlicher Technologien auf Prinzipien der Menschenrechte, des Datenschutzes und des Schutzes geistigen Eigentums gegründet sein muss.
Wirtschaftliche und geopolitische Triebkräfte
Die wirtschaftlichen Anreize sind enorm: Der bilaterale Warenhandel erreichte 2024/25 rund 136 Milliarden US-Dollar. Die EU ist Indiens größter Handelspartner. Ein umfassendes Freihandelsabkommen, kombiniert mit harmonisierten Digitalstandards, soll die wirtschaftliche Integration weiter vorantreiben und Lieferketten absichern.
Geopolitisch wird die Partnerschaft als stabilisierende Kraft in einer Zeit zunehmender Großmachtrivalitäten gesehen. Die Kooperation bietet ein demokratisches Modell für Technologie-Governance – als Gegenentwurf zu staatszentrierten Ansätzen. Diese strategische Annäherung hat angesichts globaler Unsicherheiten an Dringlichkeit gewonnen.
Technologierat als zentrale Schaltstelle
Der TTC hat sich schnell zur zentralen Plattform entwickelt. Drei Arbeitsgruppen konzentrieren sich auf strategische Technologien, grüne Energietechnologien und resiliente Wertschöpfungsketten. Die Technologie-Arbeitsgruppe soll unter anderem die gemeinsame Forschung an Halbleitern voranbringen und die gegenseitige Anerkennung digitaler Signaturen fördern.
Analysten fordern, den Rat zu stärken, um Fortschritte in kritischen Bereichen wie digitaler Infrastruktur zu beschleunigen. Nur so lassen sich hochrangige politische Absichten in praktische Ergebnisse umwandeln.
Zeitpunkt der Zusammenarbeit ist entscheidend
Die digitale Partnerschaft entwickelt sich zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Die EU hat im Juni 2024 ihr wegweisendes KI-Gesetz verabschiedet. Indien veröffentlichte Ende 2025 seine nationale KI-Strategie. Die aktuellen Gespräche zielen darauf ab, gemeinsamen Boden zwischen diesen Ansätzen zu finden – für einen globalen Standard, der Sicherheit fördert, ohne Wachstum zu ersticken.
Zum Abschluss des Gipfels werden 8 bis 10 Abkommen erwartet, darunter eine neue Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft. Die geplante strategische Agenda bis 2030 macht Technologie zur zentralen Säule. Geplant ist auch Zusammenarbeit beim Recycling von E-Auto-Batterien, unterstützt durch gemeinsame Investitionen von rund 60 Millionen Euro im Rahmen von Horizon Europe.
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