Zentrum, Schutz

EU startet Zentrum zum Schutz vor Desinformation

24.02.2026 - 16:40:20 | boerse-global.de

Das neue Europäische Zentrum für demokratische Resilienz soll die Abwehr von ausländischer Desinformation koordinieren und ist Teil eines umfassenden EU-Pakets zum Schutz der Demokratie.

Das neue Europäische Zentrum für demokratische Resilienz hat heute seine Arbeit aufgenommen. Es ist das Herzstück des sogenannten "Europäischen Demokratieschutzschilds". Die Einrichtung soll die EU widerstandsfähiger gegen gezielte Falschinformationen und Einmischung von außen machen.

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Drehscheibe gegen ausländische Einflussnahme

Das Zentrum bündelt Expertise und dient als Austauschplattform für EU-Institutionen, Mitgliedstaaten und die Zivilgesellschaft. Sein Fokus liegt auf der Abwehr von Bedrohungen durch ausländische Informationsmanipulation und Desinformation (FIMI). Diese Kampagnen zielen darauf ab, das Vertrauen in demokratische Prozesse zu untergraben.

Konkret will das Zentrum Bedrohungen früher erkennen, koordinierte Frühwarnsysteme ausbauen und Bürger sowie Institutionen widerstandsfähiger machen. Es ergänzt bestehende Netzwerke wie das Schnellwarnsystem des Europäischen Auswärtigen Dienstes. Die Teilnahme der Mitgliedstaaten ist freiwillig.

Teil eines umfassenden Demokratie-Pakets

Die Gründung ist ein zentraler Baustein im "Defence of Democracy"-Paket der EU-Kommission. Dieses wurde bereits Ende 2023 vorgestellt. Neben dem Zentrum sieht es auch strengere Transparenzregeln für Lobbyisten vor, die im Auftrag von Drittstaaten handeln.

Die Notwendigkeit der Maßnahmen wird durch Erkenntnisse des Europäischen Parlaments untermauert. Dieses warnt wiederholt vor systematischer Einmischung, etwa durch russische Propaganda.

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Kritik an geplanten Transparenzregeln

Gerade der Vorschlag für mehr Lobby-Transparenz stieß jedoch auf Widerstand. Zivilgesellschaftliche Organisationen fürchten, dass solche Gesetze zur Stigmatisierung von NGOs missbraucht werden könnten – ähnlich wie "Foreign Agent Laws" in autoritären Staaten.

Wegen dieser Bedenken wurde die Veröffentlichung des gesamten Pakets verschoben, um die Folgen genauer abzuschätzen.

Finanzspritze für die Zivilgesellschaft geplant

Parallel zum Start des Zentrums will die Kommission die Zivilgesellschaft direkt stärken. Eine eigene EU-Strategie dazu wurde bereits Ende letzten Jahres vorgestellt. Bis 2026 soll eine neue "Civil Society Platform" den Dialog über EU-Werte erleichtern.

Finanziert werden sollen diese Vorhaben künftig durch das Programm "AgoraEU". Im nächsten EU-Haushalt sind dafür erhebliche Mittel eingeplant. Analysten sehen darin eine notwendige Investition in die langfristige Stabilität der europäischen Demokratien.

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