Kontrolle, Google

EU startet 2026 mit schärferer Kontrolle von Google, Meta und Apple

04.01.2026 - 21:22:12

Die EU-Kommission setzt 2026 den Digital Markets Act und Digital Services Act mit Nachdruck durch. Gegen Google, Meta und Apple laufen bereits zentrale Kartell- und Compliance-Verfahren.

Brüssel geht in die Offensive: Die EU-Kommission verschärft die Durchsetzung ihrer Digitalregeln und stellt sich damit gegen Druck aus Washington. Silicon-Valley-Giganten müssen mit strengeren Kontrollen rechnen.

Vom Gesetz zur harten Praxis

Die europäische Digitalstrategie tritt in eine neue Phase ein. Nach Jahren der Gesetzgebung konzentriert sich Brüssel 2026 auf die konsequente Durchsetzung des Digital Markets Act (DMA) und des Digital Services Act (DSA). Die Schonfrist für Tech-Riesen ist vorbei.

“Wir werden unsere Regeln nicht aufweichen”, betonte Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera diesem Wochenende. Zwar wolle die EU keinen Handelskrieg, doch der regulatorische Rahmen stehe nicht zur Debatte. Die Behörden setzen nun auf “hinter den Kulissen”-Durchsetzung, um systemische Änderungen bei den als “Torwächter” eingestuften Plattformen zu erzwingen.

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Transatlantischer Konflikt verschärft sich

Der verschärfte Kurs kommt in einer geopolitisch sensiblen Zeit. Die Beziehungen zwischen Brüssel und Washington sind angespannt. Die US-Regierung unter Donald Trump fordert Änderungen an den EU-Tech-Regeln und droht mit Strafzöllen auf europäische Waren.

Doch die EU-Politiker bleiben hart. Die DMA-Vorschriften – die Interoperabilität und fairen Wettbewerb vorschreiben – seien nicht verhandelbar, heißt es aus Kreisen der Kommission. Sie gelten für alle Unternehmen im Binnenmarkt, unabhängig von ihrer Herkunft.

Drei Großverfahren im Fokus

Die Regulierer starten mit einem vollen Untersuchungskalender ins neue Jahr.

Googles KI-Training unter Beschuss

Im Dezember 2025 leitete die Kommission ein formelles Kartellverfahren gegen Googles Umgang mit Online-Inhalten ein. Im Zentrum steht die Frage, ob der Suchmaschinenriese Daten von Webseiten und YouTube-Kreativen abschöpft, um seine KI-Modelle zu trainieren – ohne angemessene Vergütung oder Opt-out-Möglichkeit. Das Verfahren wird im ersten Quartal 2026 Priorität haben und potenzielle Verstöße gegen EU-Wettbewerbsregeln prüfen.

Metas neues Werbemodell auf dem Prüfstand

Für Meta beginnt 2026 mit einer kritischen Frist. Nach einer Entscheidung zur Nichtkonformität im April 2025 muss der Facebook- und Instagram-Mutterkonzern sein “Bezahlen oder Einwilligen”-Modell überarbeiten. Seit diesem Monat muss Meta EU-Nutzern eine neue Wahl bieten: weniger personalisierte Werbung ohne Abogebühr. Regulierer beobachten die Umsetzung genau. Zudem prüft eine separate Untersuchung, ob Meta konkurrierenden KI-Anbietern den Zugang zu seiner WhatsApp-Plattform erschwert.

Apples Ökosystem unter Dauerkontrolle

Apple steht weiter unter Beobachtung, nachdem das Unternehmen im Frühjahr 2025 eine Geldbuße von 500 Millionen Euro wegen sogenannter “Anti-Steering”-Praktiken zahlen musste. Zwar hat der iPhone-Hersteller seine App-Store-Richtlinien angepasst, doch die Kommission zeigt sich skeptisch. Die Änderungen könnten noch immer zu restriktiv sein. 2026 will Brüssel sicherstellen, dass alternative App-Märkte und Zahlungssysteme im iOS-Ökosystem fair konkurrieren können.

Ungewisse Aussichten für Tech-Giganten

Marktbeobachter erwarten, dass die Durchsetzungsmaßnahmen 2026 die Geschäftsmodelle der Tech-Riesen in Europa grundlegend verändern werden. Bei Nichtbefolgung drohen Geldstrafen von bis zu 10 Prozent des weltweiten Umsatzes – ein finanzielles Risiko ohne Präzedenzfall.

Rechtsexperten prognostizieren eine Serie von Compliance-Berichten und möglichen Gerichtsverfahren, während die Tech-Konzerne die Grenzen der neuen Regeln austesten. Die von Beamten beschriebene Strategie “Compliance vor Schlagzeilen” bedeutet: Weniger öffentliche Streits, aber deutlich strengere Kontrolle der operativen Details.

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