Mega-Handelsabkommen, Australien

EU schließt zwei Mega-Handelsabkommen mit Australien und Mercosur

24.03.2026 - 07:21:27 | boerse-global.de

Die EU setzt zwei strategische Freihandelsabkommen um: Mit Australien wurde ein Deal unterzeichnet, der Zugang zu kritischen Rohstoffen sichert. Der Mercosur-Pakt tritt im Mai vorläufig in Kraft, ist aber innenpolitisch umstritten.

EU schließt zwei Mega-Handelsabkommen mit Australien und Mercosur - Foto: über boerse-global.de
EU schließt zwei Mega-Handelsabkommen mit Australien und Mercosur - Foto: über boerse-global.de

Die Europäische Union setzt diese Woche zwei strategische Handelsdeals um, die ihre globalen Wirtschaftsbeziehungen neu ausrichten. Während in Canberra das Freihandelsabkommen mit Australien unterzeichnet wurde, tritt der Pakt mit dem südamerikanischen Mercosur-Block bereits im Mai vorläufig in Kraft.

Historischer Vertrag mit Australien nach acht Jahren Verhandlung

Ein „definierender Moment“ für die bilateralen Beziehungen – so bewerten EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der australische Premierminister Anthony Albanese die Unterzeichnung des umfassenden Freihandelsabkommens. Die Verhandlungen dazu liefen seit 2018.

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Der Deal beseitigt EU-Zölle auf australische Industrieexporte. Im Gegenzug streicht Australien Abgaben auf europäische Spezialitäten wie Käse, Wein, Schokolade und Fleischprodukte. Für die EU besonders wichtig: Der Pakt sichert den Zugang zu kritischen Rohstoffen wie Seltenen Erden und Lithium, die für die grüne und digitale Wende unverzichtbar sind.

Doch es gab harte Kompromisse. Australische Rindfleischexporte in die EU werden auf 30.600 Tonnen pro Jahr begrenzt, nur 55 Prozent davon sind sofort zollfrei. Bei Schaf- und Ziegenfleisch gilt eine Obergrenze von 25.000 Tonnen über sieben Jahre – alles muss zudem grasgefüttert sein. Ein kultureller Streitpunkt: Australische Winzer dürfen den Namen Prosecco nach einer zehnjährigen Übergangsfrist nicht mehr verwenden. Namen wie Feta und Gruyère bleiben dagegen erlaubt.

Neben Handel vereinbarten beide Seiten eine neue Verteidigungspartnerschaft und loten eine Assoziierung Australiens am EU-Forschungsprogramm Horizon Europe aus. Die EU erwartet, dass ihre Exporte nach Australien im nächsten Jahrzehnt um ein Drittel steigen – bei Milchprodukten und Autos sogar um rund 50 Prozent.

Mercosur-Abkommen tritt trotz Bauern-Protesten in Kraft

Einen Tag vor der Australien-Unterzeichnung verkündete Brüssel eine weitere handelspolitische Weichenstellung: Der Handelsteil des EU-Mercosur-Abkommens soll am 1. Mai 2026 vorläufig in Kraft treten. Grund ist die finale Ratifizierung durch Paraguay, das letzte Mercosur-Mitglied.

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Das Abkommen, über das seit einem Vierteljahrhundert verhandelt wurde, schafft eine der größten Freihandelszonen der Welt. Es umfasst über 700 Millionen Menschen und 25 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung. Mehr als 90 Prozent der Zölle zwischen den Blöcken sollen entfallen.

Doch der Deal ist in Europa höchst umstritten. Vor allem Frankreich fürchtet um seine Landwirte, die mit billigerem Rindfleisch, Geflügel und Zucker aus Südamerika konkurrieren müssen. Präsident Emmanuel Macron sprach von einer „schlechten Überraschung“. Auch Polen und Irland haben Vorbehalte.

Die vorläufige Anwendung umgeht bewusst das vollständige Ratifizierungsverfahren durch das Europäische Parlament, das den Vertrag gerade auf seine Rechtmäßigkeit prüfen lässt. Die EU-Kommission argumentiert, das Abkommen sei entscheidend für die strategische Autonomie Europas und die Diversifizierung weg von China. Europäische Schlüsselindustrien wie Automobil, Maschinenbau, Pharma sowie Wein- und Käseproduzenten sollen profitieren. Für sensible Agrarprodukte gibt es Schutzklauseln.

Strategische Neuausrichtung der EU-Handelspolitik

Beide Abkommen sind Teil einer klaren Strategie: Die EU will ihre Handelsbeziehungen diversifizieren, Lieferketten resilienter machen und die Abhängigkeit von China sowie von volatilen US-Zöllen verringern.

Während der Australien-Deal vergleichsweise harmonisch verlief, bleibt der Mercosur-Pakt politisch brisant. Die endgültige Inkraftsetzung des Australien-Abkommens dauert noch Monate, bis alle nationalen Prozesse abgeschlossen sind. Beim Mercosur-Abkommen hängt alles vom Urteil des Europäischen Gerichtshofs ab – eine Ablehnung könnte die vorläufige Anwendung stoppen.

Die kommenden Monate werden zeigen, wie Unternehmen und Verbraucher auf beiden Seiten des Atlantiks und im Pazifik von den gesenkten Zöllen und dem erweiterten Marktzugang profitieren. Klar ist: Brüssel setzt mit diesen Mega-Deals ein deutliches Zeichen für eine regelbasierte und offene Handelspolitik – trotz aller innereuropäischen Widerstände.

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