EU-Sanktionen, Zollreform

EU-Sanktionen stocken, Zollreform für Online-Handel beschlossen

18.02.2026 - 08:40:11 | boerse-global.de

Die EU ringt um ein neues Sanktionspaket gegen Russland, während gleichzeitig die Zollfreigrenze für Online-Importe abgeschafft wird. Unternehmen stehen vor doppelten Herausforderungen.

Die EU ringt kurz vor dem Jahrestag des Ukraine-Kriegs um neue Russland-Sanktionen. Gleichzeitig tritt eine Zollreform in Kraft, die den grenzenlosen Online-Handel beendet.

Brüssel/Berlin, 18. Februar 2026 – Die europäische Außenwirtschaftspolitik steht an einem Wendepunkt. Während das geplante 20. Sanktionspaket gegen Russland auf Widerstand stößt, wurde eine historische Zollreform für den E-Commerce beschlossen. Für Unternehmen bedeutet das eine doppelte Herausforderung: Sie müssen sich in einer geopolitisch angespannten Lage auf neue Handelsregeln einstellen.

20. Sanktionspaket: Einigkeit in weiter Ferne

Kurz vor dem vierten Jahrestag der Invasion in der Ukraine steckt das geplante EU-Sanktionspaket fest. Mehrere Mitgliedstaaten, darunter Griechenland, Malta und Italien, blockieren zentrale Teile. Der Streitpunkt ist ein geplantes Verbot maritimer Dienstleistungen für den Transport von russischem Öl. Dieses sogenannte „maritime service ban“ soll die bisherige Preisobergrenze ersetzen.

Gerade Griechenland und Malta fürchten wirtschaftliche Nachteile für ihre mächtigen Schifffahrtsindustrien. Auch Sanktionen gegen Häfen in Drittstaaten, die russisches Öl umschlagen, sind umstritten. Die Blockade zeigt ein grundsätzliches Problem: Je tiefer die Sanktionen in nationale Wirtschaftsinteressen eingreifen, desto schwieriger wird der EU-weite Konsens.

Das Ende der 150-Euro-Freigrenze

Während bei den Sanktionen der Dissens herrscht, hat die EU eine handfeste Reform auf den Weg gebracht: die Abschaffung der Zollfreigrenze von 150 Euro für Online-Bestellungen. Ab dem 1. Juli 2026 ist Schluss mit der zollfreien Einfuhr von Kleinstpaketen aus Drittstaaten.

Stattdessen gilt eine Übergangsregel: Für Sendungen unter 150 Euro wird eine Pauschalgebühr von drei Euro pro Warengruppe fällig. Eine Bestellung mit Kleidung, Elektronik und Spielzeug könnte so schnell neun Euro zusätzlich kosten. Die Reform trifft vor allem Billiganbieter aus Fernost wie Temu oder Shein. Hintergrund ist eine Flut von Paketen – 5,8 Milliarden waren es 2025 – und massive Sicherheitsmängel bei den Waren.

Neue IT-Systeme und schärfere Strafen

Für Unternehmen stehen weitere Neuerungen an. Am 28. Februar startet das neue Zoll-IT-System ATLAS 10.2 im Echtbetrieb. Es ermöglicht die zentrale Abwicklung aller EU-Importe bei einer Zollstelle, was Prozesse vereinfachen soll.

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Gleichzeitig sind die Risiken bei Verstößen gestiegen. Die kürzlich reformierte deutsche Außenwirtschaftsgesetzgebung verschärft die Strafen erheblich und erhöht das persönliche Haftungsrisiko für Geschäftsführer. Eine lückenlose Prüfung von Geschäftspartnern ist damit nicht nur ratsam, sondern existenziell.

Die Botschaft an die Wirtschaft ist klar: In einer Zeit geopolitischer Brüche und handelspolitischer Neuausrichtung sind proaktive Compliance und Anpassungsfähigkeit entscheidend. Wer jetzt seine Prozesse nicht überprüft, riskiert hohe Kosten und rechtliche Konsequenzen.

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