EU-Sanktionen gegen Iran treten jetzt voll in Kraft
05.01.2026 - 06:13:12Die Übergangsfrist für EU-Sanktionen gegen den Iran ist abgelaufen. Gleichzeitig warnen Behörden vor neuen Umgehungsstrategien des Regimes über Kryptowährungen.
Die EU-Sanktionen gegen Iran sind ab sofort ohne jede Übergangsfrist gültig. Gleichzeitig warnen Behörden vor neuen Umgehungsstrategien des Regimes über Kryptowährungen – eine massive Herausforderung für die Überwachung.
Ende der Schonfrist: Jetzt gilt null Toleranz
Seit dem 1. Januar 2026 ist die sogenannte „Winding-Down“-Phase offiziell beendet. Damit entfällt der letzte Schutzschirm für europäische Unternehmen mit Altverträgen im Iran. Die im September 2025 beschlossene Verordnung (EU) 2025/1975 – der sogenannte „Snap-Back“ der Sanktionen – wird nun vollständig durchgesetzt.
„Die Schonfrist ist abgelaufen. Jede Geschäftsabwicklung in den nun verbotenen Sektoren ist rechtswidrig“, erklärt ein Sprecher des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Betroffen sind vor allem die Bereiche Energie, Finanzen und sogenannte Dual-Use-Güter, die sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden können. Für Compliance-Abteilungen bedeutet das: Alle verbliebenen Transaktionen müssen sofort gestoppt werden.
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Neue Bedrohung: Irans Crypto-Offensive
Kaum ist die regulatorische Lücke geschlossen, taucht eine neue auf. Geheimdienstberichte vom vergangenen Wochenende belegen: Der Iran setzt verstärkt auf Kryptowährungen, um die westlichen Finanzblockaden zu umgehen.
Laut dem Fachdienst AML Intelligence bieten iranische Staatsstellen wie das Ministerium für Verteidigungsexporte (Mindex) inzwischen offen an, Zahlungen für Waffensysteme – darunter ballistische Raketen und Drohnen – in Digitalwährungen zu akzeptieren. Eine alarmierende Entwicklung, die die Sanktionsdurchsetzung vor enorme technische Probleme stellt.
Denn die EU-Verordnung konzentriert sich stark auf traditionelle Bankkanäle und das SWIFT-Netzwerk. Die dezentralen und schwer nachverfolgbaren Transaktionen im Krypto- und DeFi-Bereich erfordern völlig neue Überwachungskapazitäten. Europäische Finanzinstitute aktualisieren bereits ihre Monitoring-Systeme, um verdächtige Wallet-Adressen und Transaktionsmuster zu identifizieren.
Was die Sanktionen jetzt umfassen
Die wieder in Kraft gesetzten Maßnahmen bedeuten eine Rückkehr zum Sanktionsregime vor dem Atomabkommen von 2015, jedoch verschärft. Auslöser war die Feststellung des EU-Rats, der Iran habe seine nuklearen Verpflichtungen „erheblich verletzt“.
Die Kernpunkte des verschärften Regimes:
* Komplettes Embargo auf Import, Kauf und Transport von iranischem Rohöl, Erdölprodukten und Petrochemikalien.
* Asset-Freezes gegen die Zentralbank des Irans und gelistete Unternehmen sowie ein Verbot spezialisierter Finanznachrichtendienste.
* Erweiterte Ausfuhrbeschränkungen für Güter und Technologien, die zu Urananreicherung oder Raketenprogrammen beitragen könnten.
Hinzu kommen die wieder aktivierten UN-Resolutionen, die für EU-Unternehmen eine mehrschichtige Compliance-Herausforderung schaffen.
Ausblick: Verschärfte Durchsetzung erwartet
Mit dem Auslaufen der Übergangsfrist beginnt nun die Phase der Null-Toleranz. Marktbeobachter rechnen im ersten Quartal 2026 mit verschärften Durchsetzungsmaßnahmen der EU-Kommission und nationaler Behörden, um die Glaubwürdigkeit des „Snap-Back“ zu unterstreichen.
Die Enthüllungen zu den Krypto-Strategien dürften zügig neue technische Leitlinien oder ergänzende Verordnungen nach sich ziehen. Besonders im Fokus stehen jetzt Logistik- und Versicherungsunternehmen. Reedereien müssen genau prüfen, ob keine iranischen Ölprodukte über Schiff-zu-Schiff-Übertragungen oder manipulierte AIS-Daten verschleiert transportiert werden.
Die Zeit des Abwartens und der Übergangslösungen ist endgültig vorbei. Für die europäische Wirtschaft gilt jetzt: totale Abschottung vom iranischen Markt. Die Ära der diplomatischen Grauzonen ist beendet.
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