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EU-Provisionsverbot voraussichtlich gekippt - Kein Handlungsdruck mehrfür Asset Manager? (FOTO)Frankfurt / Köln - Die Asset Management Branche dürfte die jüngstenEntwicklungen zur europäischen Kleinanlegerstrategie mit Wohlwollen zur Kenntnisgenommen haben.

02.04.2024 - 09:17:15

Simon - Kucher & Partners / EU-Provisionsverbot voraussichtlich gekippt ...

Denn der Wirtschafts- und Währungsausschuss des EuropäischenParlaments hat sich kürzlich gegen das von der EU-Kommission in derKleinanlegerstrategie vorgeschlagene Provisionsverbot ausgesprochen. Zuletzthatten sich die Überlegungen der EU-Kommission vorerst auf die Einführung einesProvisionsverbots für beratungsfreie Geschäfte beschränkt, mit der Option, nachdrei Jahren ein umfassendes Provisionsverbot erneut zu prüfen. Doch nun hat sichder Wirtschafts- und Währungsausschuss auch gegen diese abgeschwächte Variantedes Provisionsverbots ausgesprochen. Die finale Entscheidung liegt nun zwar nochbeim EU-Parlament - das im April wieder tagt - und beim europäischenMinisterrat. Es zeichnet sich aber ab, dass die Gefahr eines Provisionsverbotsauf EU-Ebene zunächst gebannt ist.

Die Aufhebung des Provisionsverbots könnte von der Asset Management Branche alsBestätigung für die Beibehaltung des bisherigen Vertriebsansatzes gewertetwerden. Dieser basiert auf der Incentivierung von Vertriebspartnern durch dieZahlung von Provisionen. Wir sind jedoch der Ansicht, dass es einigeüberzeugende Gründe gibt, warum sich Asset Manager dennoch mit der Frageauseinandersetzen sollten, wie sie den Vertrieb ihrer Produkte unabhängiger vonProvisionen gestalten können.

Erstens darf die potenzielle Entscheidung gegen ein Provisionsverbot nichtdarüber hinwegtäuschen, dass die Aufsichtsbehörden das Thema Provisionen vor demHintergrund möglicher Interessenkonflikte und der Verhältnismäßigkeit (Höhe derProvisionen) weiterhin im Auge behalten werden.

Zweitens hat die mediale Diskussion um das Thema Provisionen zu einer gewissenSensibilisierung der Öffentlichkeit geführt. Investoren könnten daher die"provisionsinduzierten Kosten" von Investmentprodukten zunehmend kritischerhinterfragen und nach kostengünstigeren Alternativen verlangen. Dieser Trend istbereits heute bei der stark wachsenden Gruppe der jüngeren Investoren zubeobachten, die ihre Investitionsentscheidungen häufig selbständig treffen.Diese Investorengruppe kauft eigenständig Investmentprodukte, anstatt sich dieseverkaufen zu lassen. Bevorzugt werden dabei kostengünstige Produkte imETF-Mantel, für die bereits heute keine Provisionen von Asset Managern an ihreVertriebspartner gezahlt werden.

Darüber hinaus beobachten wir, dass immer mehr Vertriebspartner von AssetManagern - beispielsweise Banken - provisionsbasierte Vergütungsmodelle durchGebührenmodelle ersetzen. Dieser Trend ist unserer Erfahrung nach nichtausschließlich regulatorisch motiviert, sondern häufig eine geschäftspolitischeEntscheidung, um für den Endkunden die größtmögliche Kostentransparenz zuschaffen und gleichzeitig den wachsenden Anteil von ETFs monetarisieren zukönnen.

Vor diesem Hintergrund halten wir es für wichtig, dass Asset Manager trotz desmöglichen Ausbleibens eines Provisionsverbots eine Vertriebsstrategie 2.0definieren, die den beschriebenen Entwicklungen Rechnung trägt und denlangfristigen Vertriebserfolg sichert.

Über Simon-Kucher

Simon-Kucher ist eine globale Unternehmensberatung mit über 2.000 Mitarbeitendenin 30 Ländern. Unser Fokus: "Unlocking Better Growth". Wir helfen unserenKunden, "besser" zu wachsen, indem wir jeden Aspekt ihrer Unternehmensstrategieoptimieren, von Produkten und Preisen bis hin zu Innovation, Digitalisierung,Marketing und Vertrieb. Mit rund 40 Jahren Erfahrung in Monetarisierung undPricing gelten wir als weltweit führend in den Bereichen Preisberatung undUnternehmenswachstum.

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