EU-Kommission will Kupfernetze bis 2036 abschalten
22.01.2026 - 00:02:12Die Europäische Kommission hat den Entwurf für den Digital Networks Act (DNA) vorgelegt. Das Gesetz soll den verbindlichen Ausstieg aus der veralteten Kupfertechnologie regeln und den Glasfaserausbau in Europa massiv beschleunigen.
Ein Fahrplan mit zwei Phasen
Der Vorschlag aus Brüssel setzt auf einen klaren Zeitplan. Bis Ende 2035 läuft die erste Phase: Nationale Behörden dürfen Kupfernetze nur dann abschalten, wenn in einer Region bereits 95 Prozent der Adressen mit Glasfaser versorgt sind.
Am 1. Januar 2036 tritt Phase zwei in Kraft. Ab dann müssen die Mitgliedstaaten die Abschaltung der restlichen Kupferinfrastruktur anordnen – auch wenn die 95-Prozent-Marke noch nicht erreicht ist. Nur für extrem entlegene Gebiete sind Ausnahmen vorgesehen.
Verbraucher im Blick, nationale Pläne gefordert
Der Schutz der Kunden steht im Fokus. Die Umstellung muss mit klaren Informationspflichten, langen Vorlaufzeiten und einer lückenlosen Versorgung während des Wechsels einhergehen.
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Bis 2029 müssen alle 27 EU-Länder detaillierte nationale Pläne vorlegen, wie sie den Kupferrückbau zwischen 2030 und 2035 konkret umsetzen wollen. Damit reagiert Brüssel auch auf laufende Debatten, wie etwa in Deutschland, wo die Bundesnetzagentur ein eigenes Konzeptpapier erarbeitet hat.
Warum der Abschied vom Kupfer notwendig ist
Die veraltete Technik stößt an Grenzen:
* Sie kann den steigenden Bandbreitenbedarf nicht mehr decken.
* Glasfaser verbraucht deutlich weniger Energie.
* Hochleistungsnetze sind die Grundlage für KI, Telemedizin und die Industrie der Zukunft.
Mit dem DNA will die Kommission die digitale Zersplitterung Europas beenden. Die Wahl einer direkt geltenden Verordnung statt einer Richtlinie unterstreicht den Willen zum einheitlichen Telekom-Binnenmarkt. Branchenverbände begrüßen den klaren Fahrplan als wichtige Planungsgrundlage.
Ein ambitionierter Infrastrukturwechsel beginnt
Der Entwurf markiert den Startschuss für Verhandlungen zwischen EU-Parlament und Mitgliedstaaten. Kombiniert mit dem bereits beschlossenen Gigabit Infrastructure Act zur Beschleunigung von Genehmigungen legt Brüssel die regulatorischen Fundamente für einen der größten Infrastrukturwechsel der letzten Jahrzehnte. Die Vision ist klar: ein digitales Europa, das bis 2030 flächendeckend auf Glasfaser setzt.


