EU-Kommission, TikTok

EU-Kommission geht gegen TikTok vor – wegen Suchtgefahr

12.02.2026 - 04:40:12

Die EU-Kommission wirft TikTok vor, mit Algorithmen und Features gezielt Suchtverhalten zu fördern, besonders bei Jugendlichen. Es drohen hohe Geldbußen nach dem Digital Services Act.

Die EU-Kommission wirft TikTok vor, mit seinem Design gezielt ein Suchtverhalten zu fördern. Die Vorwürfe richten sich besonders gegen den Schutz von Minderjährigen. Sollten sie sich bestätigen, drohen dem Unternehmen Milliardenstrafen.

TikTok im Visier des Digital Services Act

Die Brüsseler Behörde stützt sich auf vorläufige Ergebnisse einer Untersuchung. Im Fokus stehen zentrale Funktionen der Video-App:
* Der „unendliche Scroll“, bei dem automatisch neue Videos laden.
* Die automatische Wiedergabe.
* Hochgradig personalisierte Empfehlungsalgorithmen.

Diese Mechanismen seien darauf ausgelegt, Nutzer in einen Zustand verminderter Selbstkontrolle zu versetzen und zwanghafte Nutzung zu begünstigen. Die Kommission wirft TikTok vor, die systemischen Risiken für die psychische Gesundheit nicht ausreichend zu managen – eine Pflicht aus dem neuen Digital Services Act (DSA).

Nationale Gesetze verschärfen den Druck

Parallel zum Vorgehen der EU schreiten Mitgliedsstaaten mit eigenen, teils drastischen Gesetzen voran. Frankreichs Nationalversammlung verabschiedete Ende Januar einen Entwurf, der soziale Netzwerke für unter 15-Jährige verbieten will. Nun berät der Senat.

Andere Länder ziehen nach:
* Spanien plant ein Zugangsverbot für unter 16-Jährige.
* Griechenland will den Zugang für Jugendliche unter 15 beschränken und setzt auf eine staatliche Verifikations-App.

Die Initiativen markieren eine klare politische Wende: Weg vom „digitalen Wilden Westen“, hin zu klaren Regeln für den Kinderschutz im Netz.

Was die Wissenschaft zur Handysucht sagt

Die politischen Vorstöße werden von Studien untermauert. Intensive Smartphone-Nutzung wird mit erhöhtem Stress, Schlafstörungen und depressiven Symptomen bei Jugendlichen in Verbindung gebracht.

Experten warnen vor dem suchtfördernden Design: Ständige Belohnungen und Benachrichtigungen stimulieren das Dopaminsystem im Gehirn. In Kombination mit der „Fear of Missing Out“ (FOMO) entsteht ein schwer zu durchbrechender Kreislauf. Schon die bloße Anwesenheit des Handys kann die Konzentration beeinträchtigen.

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Ein Paradigmenwechsel in der Regulierung

Die aktuellen Entwicklungen deuten auf einen grundlegenden Wandel hin. Die Verantwortung wird nicht länger allein bei Nutzern und Eltern gesucht. Stattdessen geraten die Plattformbetreiber selbst in die Pflicht.

Der Digital Services Act zwingt Tech-Konzerne, die Risiken ihrer Algorithmen offenzulegen und zu minimieren. Die Diskussion über wirksame Alterskontrollen wird sich weiter intensivieren. Langfristig könnten solche Lösungen sogar in den geplanten digitalen EU-Ausweis integriert werden. Der Kampf gegen die Handysucht hat eine neue, politische Dimension erreicht.

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