EU-Grenzkontrollen: Biometrie-System EES startet im April
16.02.2026 - 17:09:12Die EU führt ihr neues digitales Grenzkontrollsystem pünktlich zum 9. April 2026 ein. Die Luftfahrtbranche warnt jedoch vor massiven Wartezeiten im Sommer.
Die Europäische Kommission hat den Starttermin für das volle Entry/Exit System (EES) bestätigt. Ab dem 9. April müssen sich Reisende aus Drittstaaten wie Großbritannien oder den USA an allen Schengen-Grenzen biometrisch registrieren lassen. Die Luftfahrtverbände schlagen Alarm: Sie fürchten im Ferienverkehr Wartezeiten von bis zu vier Stunden und fordern mehr Flexibilität.
Branche warnt vor Sommer-Chaos an Flughäfen
Die Sorge ist konkret. Seit der teilweisen Einführung im Oktober 2025 haben sich die Bearbeitungszeiten an einigen Grenzübergängen bereits um bis zu 70 Prozent verlängert. Grund sind die neuen Schritte zur Erfassung von Fingerabdrücken und Gesichtsbildern.
Große Verbände wie ACI Europe und IATA fordern daher, das System im Notfall bis Ende Oktober 2026 aussetzen zu können. Ihr Argument: Der geplante Puffer reicht nicht aus. Die EU-Kommission sieht in ihrer Rechtsgrundlage zwar eine Notbremse vor. Mitgliedstaaten können EES-Kontrollen für maximal 90 Tage, verlängerbar um 60 Tage, teilweise aussetzen, um überlange Schlangen zu verhindern. Die Branche hält dies für unzureichend.
Die Kommission bleibt hart. Der Termin im April sei fest und keine Verschiebung. Die Flexibilität sei von Anfang an eingeplant gewesen.
So ändert sich das Reisen für Touristen
Für Urlauber aus visumsfreien Ländern wird die Einreise in den Schengen-Raum grundlegend neu. Das EES beendet das manuelle Stempeln von Pässen. Stattdessen wird jeder Grenzübertritt digital erfasst.
Bei der ersten Einreise nach dem 9. April müssen persönliche und biometrische Daten hinterlegt werden. Dieser digitale Eintrag ist dann drei Jahre lang gültig und soll spätere Grenzübertritte beschleunigen.
Das EES ist jedoch nur der erste Schritt. Noch 2026 soll das European Travel Information and Authorisation System (ETIAS) folgen. Dann benötigen die gleichen Reisenden – ähnlich wie beim US-amerikanischen ESTA – vor der Abreise eine Online-Reisegenehmigung. Die Systeme arbeiten zusammen: ETIAS prüft vor der Reise, das EES kontrolliert an der Grenze und überwacht die Einhaltung der 90-Tage-Frist innerhalb von 180 Tagen.
Countdown läuft – Vorbereitung ist alles
Bis zum Start im April liegt der Fokus auf der Vorbereitung. Die EU-Agentur eu-LISA koordiniert die technische Umsetzung mit den Mitgliedstaaten. Ein wichtiges neues Werkzeug sind die Carriers Web Services. Fluggesellschaften und andere Transportunternehmen können damit bereits vor Abreise prüfen, ob Passagierdaten im EES registriert sind.
Für Reisende wird Information entscheidend sein. Behörden raten, zunächst mit längeren Wartezeiten zu rechnen und sich bei Fluglinien sowie offiziellen Stellen zu informieren. Die EU arbeitet zudem an einer Mobile App, mit der einige Daten schon vor der Ankunft erfasst werden können.
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Die Einführung markiert einen Wendepunkt für die Sicherheit und Digitalisierung der EU-Außengrenzen. Ob die digitale Transformation reibungslos verläuft, wird sich schon bald zeigen – pünktlich zur Hochsaison des Sommerreiseverkehrs.
@ boerse-global.de
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