EU AI GRID: Europa startet eigenes KI-Netzwerk in Vilnius
25.01.2026 - 06:45:12Europa baut ein eigenes, abgesichertes Netzwerk für Künstliche Intelligenz auf. Der Startschuss für das Pilotprojekt EU AI GRID fiel diese Woche in der litauischen Hauptstadt Vilnius. Die Initiative soll europäischen Unternehmen eine datensouveräne und gesetzeskonforme Infrastruktur bieten – ein direkter Schachzug im globalen Tech-Wettlauf.
Hinter dem Projekt steht eine öffentlich-private Partnerschaft zwischen dem litauischen Staatsbetrieb Telecentras und dem singapurischen Technologieunternehmen Embedded LLM. Gemeinsam wollen sie ein Netzwerk etablieren, das von Grund auf Sicherheit und die Einhaltung der strengen EU-Regularien wie der DSGVO und dem KI-Gesetz (AI Act) priorisiert. Die Unterzeichnung der Absichtserklärung fand am Freitag am symbolträchtigen Vilniuser Fernsehturm statt.
Eine sichere KI-Infrastruktur „Made in Europe“
Das Kernziel ist klar: Europa will die Kontrolle über seine digitalen Zukunftstechnologien zurückgewinnen. Der EU AI GRID soll ein geschlossenes Ökosystem werden, in dem Unternehmen und Innovatoren wertvolle Daten teilen und KI-Modelle trainieren können – ohne dass sensible Informationen in Drittländer abfließen. Es ist der Versuch, eine europäische Antwort auf die Cloud- und KI-Dominanz US-amerikanischer und chinesischer Konzerne zu schaffen.
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„Unser Auftrag ist es, KI‑Nutzern in Europa die Transparenz und den Datenschutz zu bieten, um das volle Potenzial der KI‑Revolution auszuschöpfen“, erklärt Ghee Leng, Gründer von Embedded LLM. Für viele europäische Unternehmen, besonders in sensiblen Bereichen wie Recht, Medizin oder Finanzen, ist diese juristische Sicherheit ein entscheidender Faktor, um überhaupt in KI‑Lösungen investieren zu können.
Partner für Pilotphase und Sicherheit gewonnen
Mehrere Schlüsselorganisationen unterstützen bereits den Aufbau des Netzes. Das Litauische Innovationszentrum (LIC) identifiziert erste Unternehmen und Kommunen für ein Pilotprogramm. Die Risikokapitalfirma Scalewolf Ventures sieht in dem Projekt einen Baustein zur Stärkung der kritischen digitalen Infrastruktur der EU.
Die vielleicht wichtigste Rolle übernimmt das Cybersicherheitsunternehmen CBRX als Governance- und Sicherheitspartner. Es soll sicherstellen, dass alle KI‑Einsätze im Netzwerk den hohen Standards entsprechen. „Das Potenzial ist da, den EU AI GRID in der gesamten EU zu etablieren, vollständig im Einklang mit den Prinzipien des KI‑Gesetzes“, sagt CBRX‑Mitgründer Kazimieras Sadauskas.
Deutsche Expansion und internationale Präsentation geplant
Vilnius ist nur der Anfang. Remigijus Seris, CEO von Telecentras, kündigte an, das Konzept bald mit Partnernetzen in anderen EU‑Staaten zu teilen. Estland, Lettland, Deutschland, Finnland und Schweden stehen auf der Liste für eine nahe Zukunft. Eine echte paneuropäische Lösung gilt als Voraussetzung, um im Bereich vertrauenswürdiger KI global eine Führungsrolle zu beanspruchen.
Um international Aufmerksamkeit zu generieren, wird das EU AI GRID‑Team das Projekt auf der Münchner Sicherheitskonferenz (MCSC) am 12. Februar 2026 vorstellen. Dort sollen Cybersecurity‑Experten, Politiker und potenzielle Partner für den weiteren Ausbau des Netzes gewonnen werden. Die Uhr tickt: Während die USA und China massiv investieren, sucht Europa nach seinem Weg in das KI‑Zeitalter – mit Regulierung als vermeintlichem Standortvorteil.
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