Ethereum: Citi kappt Kursziel
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 11:47 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Drei Quartale in Folge im Minus – das gab es bei Ethereum noch nie. Die zweitgrößte Kryptowährung kämpft sich aus einer historischen Verlustserie, während die Foundation ausgerechnet jetzt das wichtigste Netzwerk-Upgrade verschiebt. Citi reagierte prompt und senkte sein Kursziel deutlich.
Drei Verlustquartale ohne Beispiel
ETH notierte zuletzt bei rund 1.900 Dollar – 62 Prozent unter dem Rekordhoch von 4.953 Dollar aus dem Vorjahressommer.
Dahinter liegt die erste Verlustserie dieser Art in der Geschichte des Netzwerks. Das vierte Quartal 2025 schloss mit minus 28 Prozent, das erste Quartal 2026 mit minus 29 Prozent, das zweite mit minus 25 Prozent.
Vom Januarhoch bei 3.400 Dollar fiel der Kurs bis Juni auf ein Tief von 1.512 Dollar, bevor eine erste Erholung einsetzte.
Glamsterdam verschoben, ETF-Geld kehrt zurück
Die Ethereum Foundation musste den ursprünglich für Juni geplanten Start des Glamsterdam-Upgrades auf das dritte Quartal 2026 verlegen. Das Paket rund um die Vorschläge EIP-7732 und EIP-7928 soll das Gas-Limit von aktuell rund 60 Millionen auf 200 Millionen anheben und parallele Transaktionsverarbeitung ermöglichen – ein zentraler Baustein für die künftige Netzwerkleistung.
Citi senkte am 1. Juli sein 12-Monats-Kursziel von 3.175 auf 2.240 Dollar und rechnet inzwischen mit keinen weiteren ETF-Zuflüssen. Andere Häuser sehen das Bild differenzierter: Standard Chartered hält an einem Kursziel von 4.000 Dollar fest, Changelly erwartet zum Jahresende einen Kurs von 2.518 Dollar.
Nachdem Spot-ETH-ETFs im Juni noch 529 Millionen Dollar an Kapital verloren hatten, verzeichneten sie in der Woche bis zum 11. Juli erstmals seit acht Wochen wieder Nettozuflüsse von rund 84 Millionen Dollar. Die längste Abfluss-Serie seit Start der Produkte war damit vorerst beendet.
Institutionelle bauen weiter auf
Während Kleinanleger zögern, wächst das institutionelle Engagement. Bitmine hält mittlerweile 5,78 Millionen ETH und nähert sich damit der Marke von 5 Prozent des gesamten Umlaufangebots.
Ein einzelner Wal kaufte Mitte Juli 89.396 ETH für 165 Millionen Dollar, während rund 475.000 ETH allein im Juni die Börsen verließen – ein Hinweis auf eine mögliche Akkumulationsphase.
Am 1. Juli startete zudem die Organisation Ethereum Institutional mit Unterstützung von Mitgründer Joe Lubin und mehr als 500 bestehenden Bankbeziehungen. Wenige Tage später veröffentlichte Vitalik Buterin seinen Lean-Ethereum-Masterplan, der einen drei bis vier Jahre dauernden Umbau des Netzwerks vorsieht – ein Signal, dass die Foundation auch über Glamsterdam hinaus plant.
Chartseitig gilt der 50-Tage-EMA bei 1.806 Dollar als erste Unterstützung, der 100-Tage-EMA bei 1.944 Dollar als nächster Widerstand. Das Glamsterdam-Upgrade ist für das dritte Quartal 2026 terminiert. Zusammen mit den zurückkehrenden ETF-Zuflüssen und der institutionellen Akkumulation liefert der Termin den nächsten konkreten Prüfstein für die Erholung des Netzwerks.
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