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Estee Lauder Aktie: 9 Prozent Sprung nach Puig-Aus

22.05.2026 - 21:20:10 | boerse-global.de

Estée Lauder bleibt eigenständig, nachdem die Milliarden-Fusion mit Puig scheiterte. Der Aktienkurs reagiert mit einem deutlichen Plus, während der Konzern nun auf ein ehrgeiziges Sparprogramm setzt.

Estee Lauder Aktie: 9 Prozent Sprung nach Puig-Aus - Foto: über boerse-global.de
Estee Lauder Aktie: 9 Prozent Sprung nach Puig-Aus - Foto: über boerse-global.de

Die Luxusschmiede Estée Lauder bleibt eigenständig. Am Donnerstagabend platzten die seit Wochen spektakulären Fusionsverhandlungen mit dem spanischen Mode- und Dufthaus Puig. Einem Bericht zufolge soll der mögliche Zusammenschluss ein Volumen von rund 40 Milliarden US-Dollar gehabt haben.

Die Nachricht sorgte am Freitag für einen Kurssprung. Die Aktie legte im frühen Handel um über neun Prozent zu und notierte bei rund 74,50 Euro. Seit dem Jahrestief Ende März steht damit ein Plus von knapp 28 Prozent zu Buche. Zuvor hatte der Titel allerdings über 26 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch vom Januar notiert.

Streit um Kontrolle und Verträge

Auslöser des Scheiterns waren offenbar unüberbrückbare Differenzen bei der künftigen Unternehmensführung. Konkret ging es um die Besetzung des Aufsichtsrats durch die Gründungsfamilien. Hinzu kam ein kompliziertes Change-of-Control-Klausel, verknüpft mit der Marke Charlotte Tilbury – einer Minderheitsbeteiligung einer Puig-Tochter.

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CEO Stéphane de La Faverie zeigte sich trotz des geplatzten Deals kämpferisch. Das Unternehmen konzentriere sich nun voll auf die Strategie "Beauty Reimagined" und das operative Modell "One ELC". Analysten von Jefferies und der Bank of America werteten den Abbruch als positives Signal. Viele Marktteilnehmer hatten zuvor die schiere Größe und die Integrationskomplexität eines möglichen Zusammenschlusses kritisiert.

Billionen-Sparprogramm und Stellenabbau

Parallel zur strategischen Neuausrichtung gab der Konzern neue Finanzziele aus. Für das laufende Geschäftsjahr 2026 erwartet Estée Lauder ein organisches Umsatzwachstum von drei Prozent. Die operative Marge soll zwischen 10,7 und 11 Prozent liegen, der Gewinn je Aktie um 56 bis 62 Prozent zulegen. Für 2027 peilt das Management ein Wachstum von drei bis fünf Prozent bei operativen Margen von 12,5 bis 13 Prozent an.

Erreicht werden soll das durch ein milliardenschweres Sparprogramm. Bis Ende 2027 will der Konzern brutto ein bis 1,2 Milliarden US-Dollar einsparen – unter anderem durch den Abbau von bis zu 3.000 Stellen. Citigroup reagierte bereits und hob das Kursziel für die Aktie von 92 auf 110 US-Dollar an, bei einem "Buy"-Rating.

Die Finanzmärkte honorieren den Schritt: Der unabhängige Weg eröffnet Estée Lauder mehr Flexibilität für interne Transformationen. Und die hat es in sich – neben dem Stellenabbau prüft der Konzern offenbar auch den Verkauf der in Südkorea erworbenen Marke Dr.Jart+. Für den Beauty-Riesen beginnt jetzt die Bewährungsprobe auf eigene Faust.

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