ESA startet forensische Untersuchung nach Hackerangriff
07.01.2026 - 19:22:12Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) kämpft mit den Folgen eines schweren Cyberangriffs auf ihre externen Systeme. Unbekannte Akteure erbeuteten sensible Daten von Servern für internationale Forschungsprojekte.
Kritische Infrastruktur im Visier
Die ESA bestätigte diese Woche einen IT-Sicherheitsvorfall, der Server für gemeinsame Ingenieursprojekte mit Universitäten und Partnern betrifft. Bereits Tage zuvor hatte sich ein Hacker unter dem Pseudonym “888” zu dem Angriff bekannt. Er bot auf einem Cyberkriminellen-Forum etwa 200 Gigabyte gestohlener Daten zum Verkauf an – inklusive Quellcode und interner Zugangsdaten.
Die Agentur betont, dass ihre kerngeschäftlichen Systeme und internen Netzwerke nicht kompromittiert wurden. Betroffen seien ausschließlich externe Server für unklassifizierte Kooperationsprojekte. Dennoch alarmiert der Vorfall Sicherheitsexperten: Die erbeuteten Daten könnten als Grundlage für Folgeangriffe dienen.
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Was die Hacker wirklich erbeuteten
Die Analyse der geleakten Beispieldaten durch Cybersicherheitsforscher zeigt ein bedrohliches Bild. Im Datenpaket sollen sich befinden:
- Komplette Bitbucket-Repositories mit proprietärem Quellcode
- Terraform-Konfigurationsdateien, die Aufbau der IT-Infrastruktur offenlegen
- Hartkodierte Zugangsdaten, API-Token und Zugangsschlüssel
- Details zu CI/CD-Pipelines für Softwareentwicklung
Besonders die gestohlenen Zugangsdaten bereiten Experten Kopfzerbrechen. “Solche Credentials werden oft aus Bequemlichkeit im Code belassen”, erklärt ein Sicherheitsanalyst. “Sie könnten Angreifern nun als Türöffner für weitere Systeme dienen.”
Das Sicherheitsdilemma der Forschung
Der Angriff offenbart ein grundsätzliches Problem wissenschaftlicher Großorganisationen: den Konflikt zwischen offener Zusammenarbeit und IT-Sicherheit. Während interne Mission-Systeme oft streng abgeschottet sind, benötigen Kooperationsplattformen breitere Zugriffsrechte.
“Diese Server sind ein weicheres Ziel”, kommentiert Damon Small, Technikdirektor beim Sicherheitsunternehmen Xcape, Inc. “Sie müssen für internationale Partner zugänglich sein – was sie angreifbar macht.”
Für die ESA ist es nicht der erste Sicherheitsvorfall. Bereits im Dezember 2024 wurde der offizielle Merchandise-Shop der Agentur kompromittiert. Der jetzige Angriff trifft sie jedoch deutlich härter – direkt in ihren technischen und ingenieurwissenschaftlichen Operationen.
Folgen für die europäische Raumfahrt
Die forensische Untersuchung läuft auf Hochtouren. ESA-Sicherheitsteams prüfen, welche Dateien genau eingesehen wurden und ob kompromittierte Zugangsdaten weitere Systeme gefährden könnten.
Die Branche reagiert alarmiert. Sicherheitsfirmen raten allen Partnern der ESA, gemeinsam genutzte Zugangsdaten sofort zu ändern. Zudem müssten eigene Logs auf verdächtige Aktivitäten überprüft werden.
Langfristig dürfte der Vorfall die Einführung von Zero-Trust-Architekturen in internationalen Forschungseinrichtungen beschleunigen. Das traditionelle Sicherheitsmodell mit klarer Grenze zwischen innen und außen stößt hier an seine Grenzen.
Die Raumfahrtgemeinschaft beobachtet nun gespannt, ob der Hacker “888” die Daten tatsächlich verkauft oder ob es ihm primär um eine Machtdemonstration ging. Die ESA versichert derweil, dass Satellitenoperationen und Startpläne nicht beeinträchtigt sind. Doch das Vertrauen in die Sicherheit europäischer Spitzenforschung hat einen spürbaren Kratzer bekommen.
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