Ernährungstherapie, Schlüsselfaktor

Ernährungstherapie wird zum Schlüsselfaktor bei Wundheilung

27.04.2026 - 16:46:57 | boerse-global.de

Neue Studien belegen: Gezielte Zufuhr von Zink, Vitamin C und D fördert die Wundheilung und könnte dem Gesundheitssystem Milliarden sparen.

Ernährungstherapie wird zum Schlüsselfaktor bei Wundheilung - Foto: über boerse-global.de
Ernährungstherapie wird zum Schlüsselfaktor bei Wundheilung - Foto: über boerse-global.de

Neue Studien und Leitlinien belegen: Die gezielte Versorgung mit Mikronährstoffen kann chronische Wunden schneller heilen lassen. Besonders Zink, Vitamin C und Vitamin D rücken in den Fokus.

Die biochemische Basis: Was Nährstoffe im Körper bewirken

Wundheilung ist ein komplexer, energieintensiver Prozess. Er läuft in vier Phasen ab – und in jeder Phase spielen Mikronährstoffe eine entscheidende Rolle.

Vitamin C ist dabei der Star. Es ermöglicht die Bildung stabiler Kollagenstränge, die das neue Gewebe festigen. Fehlt Ascorbinsäure, verzögert sich der Wundverschluss massiv.

Zink ist kaum weniger wichtig. Das Spurenelement steckt in über 300 Enzymen und treibt Zellteilung und Zelldifferenzierung an. Es wirkt antibakteriell und entzündungshemmend. Nach einer Verletzung sammelt es sich im Hautgewebe und beschleunigt den Verschluss.

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Auch Vitamin A und Vitamin D sind unverzichtbar. Vitamin A stimuliert die Epithelisierung und Blutgefäßneubildung. Vitamin D moduliert das Immunsystem und regt die Bildung antimikrobieller Peptide an.

Dr. Kristin Häseler-Ouart vom Universitätsklinikum Jena betonte im März 2026: „Eisen und Selen sind für den Sauerstofftransport und die antioxidative Abwehr im Wundgebiet unverzichtbar.“

Neue Leitlinien setzen Standards

Die ESPEN-Leitlinie zur klinischen Ernährung in der Chirurgie wurde 2025 aktualisiert. Sie fordert ein frühzeitiges Screening auf Mangelernährung schon vor der Operation.

Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) hat ihre Empfehlungen überarbeitet. Bei Patienten mit Dekubitus empfiehlt sie jetzt eine deutlich erhöhte Energiezufuhr von 30 bis 35 Kilokalorien pro Kilogramm Körpergewicht sowie mehr Protein.

Die SKIN-TRACE-Studie soll die Datenlage verbessern. Sie wurde Ende Januar 2026 im deutschen Register Klinischer Studien registriert. Die retrospektive Analyse untersucht den Versorgungsstatus bei Patienten mit chronischen Hautgeschwüren – venösen, arteriellen oder diabetischen Ulzera.

Erste Beobachtungen zeigen: Über 30 Prozent der Patienten mit chronischen Wunden haben ein Risiko für Mangelernährung. Besonders tückisch: Defizite bleiben bei adipösen Patienten oft unentdeckt.

Supplementierung: Gezielt statt pauschal

Darf man einfach Vitamine und Spurenelemente geben? Die Leitlinien sind klar: Ohne nachgewiesenen Mangel bringt eine pauschale Gabe wenig.

Die International Working Group on the Diabetic Foot spricht sich 2024 gegen eine routinemäßige Supplementierung aus. Die Evidenz für einen Zusatznutzen über die Standardversorgung hinaus sei zu schwach.

In der Praxis sieht das differenzierter aus. Fachärzte empfehlen im Frühjahr 2026 eine gezielte Supplementierung – dann, wenn Labordiagnostik oder Hinweise auf Fehlernährung Defizite wahrscheinlich machen.

Bei schweren Verbrennungen oder großen chirurgischen Eingriffen wird am Universitätsklinikum Jena durchaus intravenös nachgeholfen. Wichtig: Kaffee und schwarzer Tee hemmen die Aufnahme von Eisen. Vitamin C kann sie dagegen verbessern.

Wirtschaftliche Dimension: Milliarden sparen

Chronische Wunden kosten das deutsche Gesundheitssystem jährlich Milliarden. Studien aus August 2025 und Februar 2026 zeigen: Eine optimierte Nährstoffversorgung senkt die Krankenhausverweildauer und die Infektionsraten.

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Frühzeitige Intervention durch spezialisierte Ernährungsteams könnte die Kosteneffizienz deutlich verbessern.

Moderne Wundzentren integrieren die Ernährungsmedizin deshalb als festen Bestandteil. Neben Wundmanagern und Chirurgen arbeiten Diätassistenten und Ökotrophologen an individuellen Ernährungsplänen.

Auch immunmodulierende Substanzen wie Arginin, Glutamin und Omega-3-Fettsäuren werden berücksichtigt. Ihr Nutzen bei spezifischen Wundtypen wie Dekubitus ist in aktuellen Übersichtsarbeiten positiv bewertet.

Ausblick: Personalisierte Ernährungstherapie

Die Zukunft der Wundheilung wird personalisierter. Experten erwarten, dass Biomarker und genetische Analysen präzisere Vorhersagen ermöglichen – wer profitiert von welcher Supplementierung?

Die SKIN-TRACE-Studie wird hierfür wichtige Referenzdaten liefern. Gleichzeitig rücken digitale Screening-Tools in den Fokus. Sie sollen Mangelzustände im klinischen Alltag schneller und flächendeckender erfassen.

Langfristig könnte die Ernährungsmedizin von einer begleitenden Maßnahme zum primären therapeutischen Pfeiler in der Behandlung chronischer Wunden aufsteigen.

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