Ericsson B Aktie: Ekholm tritt ab
16.06.2026 - 13:44:00 | boerse-global.de
Börje Ekholm verlässt Ericsson. Nach mehr als neun Jahren an der Unternehmensspitze tritt der CEO zum 30. September 2026 zurück — eine Ära geht zu Ende.
Sein Nachfolger steht fest: Per Narvinger, derzeit Executive Vice President und Chef der Netzwerksparte, übernimmt die Führung zum 1. Oktober 2026. Narvinger ist kein Quereinsteiger, er kennt das Unternehmen von innen heraus. Seit 1997 bei Ericsson tätig, hat er nahezu alle Bereiche durchlaufen — von Forschung und Standardisierung über Produktmanagement bis zum Vertrieb. Zuletzt formte er das strategisch wichtige Netzwerkgeschäft, davor leitete er die Cloud-Software-Sparte.
Ein geordneter Übergang
Der Verwaltungsrat betont den planmäßigen Charakter des Wechsels. Verwaltungsratschef Jan Carlson spricht von einer sorgfältig vorbereiteten Nachfolge im Rahmen der langfristigen Führungsplanung. Ekholm selbst bleibt dem Unternehmen erhalten — zunächst als Executive Advisor bis Mitte Juni 2027, bevor er sich vollständig zurückzieht.
Ekholm hatte Ericsson ab 2017 grundlegend neu ausgerichtet. Er übernahm ein Unternehmen unter erheblichem Druck, steuerte es durch eine schwache Nachfragephase nach dem 5G-Ausrüstungsgeschäft und positionierte den schwedischen Konzern wieder als technologisch führenden Netzwerkausrüster. Zuletzt kündigte er ein Kostensenkungsprogramm an, das den Konzern effizienter machen soll.
Narvinger trifft auf eine starke 5G-Ausgangslage
Der neue Chef übernimmt zu einem Zeitpunkt, an dem das Kerngeschäft Rückenwind hat. Globale 5G-Abonnements haben die Drei-Milliarden-Marke überschritten — im ersten Quartal 2026 kamen 162 Millionen Neuabonnenten hinzu. Der Datenverkehr in Mobilfunknetzen wuchs im Jahresvergleich um 22 Prozent.
Narvinger selbst setzt auf KI als nächsten Wachstumstreiber. Fortschreitende KI-Anwendungen erforderten zunehmend leistungsfähige Konnektivitätslösungen — ein Bereich, in dem Ericsson nach eigener Einschätzung die Branche anführt. Das Momentum bei 5G Standalone und der Ausbau kommerzieller Netzwerk-Slicing-Angebote — inzwischen weltweit 84 aktive Dienste — deuten darauf hin, dass die Technologie von der frühen Einführung in eine breite Kommerzialisierung übergeht.
Für Narvinger wird der erste große Test die Frage sein, ob er die Investitionsbereitschaft der Netzbetreiber schneller in Auftragswachstum ummünzen kann als sein Vorgänger in der Spätphase seiner Amtszeit.
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