Eric Schmidt warnt vor US-Stromkrise durch KI-Boom
17.02.2026 - 07:43:12Der frühere Google-Chef sieht die Energieversorgung als größtes Hindernis für die künstliche Intelligenz – und warnt vor den geopolitischen Folgen für Amerika. Seine jüngste Mahnung auf der Münchner Sicherheitskonferenz unterstreicht: Technologische Souveränität beginnt bei der Steckdose.
Ein Warnsignal aus München erreicht Washington
Die USA sind nach Ansicht von Eric Schmidt akut unvorbereitet auf den Energiehunger der KI-Revolution. In einem vielbeachteten Video warnt der ehemalige Google-CEO vor einem massiven Stromdefizit. „Uns geht der Strom aus“, so Schmidt. Um das Wachstum der Künstlichen Intelligenz zu stemmen, benötigten die Vereinigten Staaten zusätzliche 92 Gigawatt Leistung. Dieses Energieloch sei zum primären Engpass für die KI-Entwicklung geworden – noch vor dem Zugang zu modernen Halbleitern.
Die Warnung trifft einen neuralgischen Punkt. Sie macht deutlich, welche gewaltige physische Infrastruktur nötig ist, um die Rechenzentren der KI-Ära zu betreiben. Erst kürzlich hatte Schmidt auf der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) die Verbindung zwischen Technologie und nationaler Sicherheit betont. Seine jetzige Aussage ist die direkte Konsequenz: Ohne stabile Energieversorgung ist jede technologische Führungsrolle gefährdet.
Digitale Infrastruktur als Schlüssel zur Macht
Auf der MSC entwarf Schmidt ein klares Bild der geopolitischen Zukunft. Die Sicherheit im 21. Jahrhundert werde weniger von konventionellen Waffen als von künstlicher Intelligenz bestimmt. Rechenleistung sei zur neuen Säule der Abschreckung geworden. Nationen, die KI-Entwicklung, Daten und Plattformen kontrollieren, würden auch den geopolitischen, militärischen und wirtschaftlichen Ton angeben.
Die EU hat mit der neuen KI-Verordnung umfassende Pflichten und Fristen eingeführt, die Entwickler und Anbieter jetzt umsetzen müssen. Ein kostenloser Umsetzungsleitfaden erklärt kompakt Kennzeichnungspflichten, Risikoklassen und Dokumentationsanforderungen – und zeigt, welche Schritte Sie sofort ergreifen sollten, um Risiken zu vermeiden. Jetzt kostenlosen KI-Umsetzungsleitfaden herunterladen
Sein Appell richtete sich zwar auch an europäische Verbündete, mehr in eigene Technologie zu investieren. Die implizite Botschaft an die USA war jedoch unmissverständlich: Kein Vorsprung ist von Dauer. Das Versäumnis, Grundvoraussetzungen wie die Stromversorgung zu sichern, gefährdet den strategischen Vorteil im globalen Tech-Wettlauf direkt. Aus einer betriebswirtschaftlichen wird so eine sicherheitspolitische Frage.
China als Antrieb und Bedrohung
Schmidts Warnung ist kein Einzelfall. Seit Jahren mahnt der Tech-Veteran via seines Special Competitive Studies Project (SCSP) vor den wachsenden digitalen Schwächen der USA – besonders im Vergleich zu China. Während Amerika auf den großen Wurf einer allgemeinen KI (AGI) hinarbeite, setze China bestehende KI konsequent in praktische Anwendungen um: Von Konsum-Apps bis zur Robotik.
Chinas staatlich gelenkte Industriepolitik und Arbeitsethik seien entscheidende Vorteile. Schmidt fürchtet eine strategische Abwärtsspirale: Wenn die meisten Nationen chinesische KI-Modelle übernähmen, würde ein kritischer Einflussbereich an den Rivalen fallen. Ein Szenario, das an den Aufstieg Chinas in der Elektromobilität erinnert.
Der innere Feind: Bürokratie und Fachkräftemangel
Die größten Hürden sieht Schmidt jedoch im eigenen Land. Neben dem maroden Stromnetz behinderten langsame staatliche Beschaffungsprozesse die Innovation in der nationalen Sicherheitsarchitektur. Er kontrastiert die agile, fehlertolerante Kultur des Silicon Valley mit der Reformresistenz Washingtons. „Weiche Macht wird durch Innovationsmacht ersetzt“, so seine Prognose.
Ein weiterer Schwachpunkt ist der Fachkräftemangel. Das SCSP fordert eine Modernisierung des Bildungssystems und eine offensive Anwerbestrategie für Tech-Talente. Der Glaube dahinter: Der Sieg in der Zukunft erfordert nicht nur mehr Strom, sondern auch Menschen, die die Systeme bauen und skalieren können. Eine Herausforderung, die sofortiges Handeln erfordert.
Wettlauf gegen die Zeit hat begonnen
Schmidts Ruf nach einer nationalen Kraftanstrengung kommt nicht von ungefähr. Als ehemaliger Kopf von Google kennt er das Tempo des technologischen Wandels. Forscher bestätigen sein Energie-Dilemma: Manche Schätzungen gehen davon aus, dass Rechenzentren bis 2028 über 10 Prozent des US-Stroms verbrauchen könnten – und die Kosten für Verbraucher in die Höhe treiben.
Das 92-Gigawatt-Defizit ist kein Zukunftsproblem, sondern eine akute Bremse. Ohne eine konzertierte Aktion zur Modernisierung des Netzes, zur Beschleunigung staatlicher Innovation und zur Ausbildung einer tech-affinen Arbeitskraft riskieren die USA ihre Führungsposition. Die Lösungen werden vielschichtig sein: Von politischen Reformen über Investitionen in neue Energiequellen bis zu neu gedachten Public-Private-Partnerships. Die Botschaft von Eric Schmidt ist klar: Der Wettlauf läuft bereits. Und die Uhr tickt.
@ boerse-global.de
Hol dir den Wissensvorsprung der Profis. Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Trading-Empfehlungen – dreimal die Woche, direkt in dein Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr.
Jetzt anmelden.


