Ergo, KI-Tarifvertrag

Ergo und ver.di schließen wegweisenden KI-Tarifvertrag

21.02.2026 - 03:51:12 | boerse-global.de

Ein neuer Tarifvertrag bei Ergo sichert Jobs trotz KI-Einsatz bis 2030 und könnte zur Blaupause für die Branche werden. Parallel gibt es Abschlüsse im öffentlichen Dienst und im Baugewerbe.

Ein neuer Tarifvertrag sichert Versicherungsmitarbeitern bis 2030 den Job – trotz geplantem KI-Einsatz. Die Einigung könnte zum Vorbild für die gesamte Branche werden. Sie fällt in eine Phase intensiver Tarifverhandlungen in Deutschland, die auch den öffentlichen Dienst und das Baugewerbe prägt.

KI-Vertrag als Blaupause für die Branche

Der Versicherungskonzern Ergo und die Dienstleistungsgewoerkschaft ver.di haben einen Tarifvertrag abgeschlossen, der Maßstäbe setzt. Er schließt betriebsbedingte Kündigungen bis zum Jahr 2030 aus. Das Besondere: Das Unternehmen plans gleichzeitig, durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) Stellen abzubauen.

Die Gewerkschaft sieht in der Vereinbarung eine „wegweisende“ Antwort auf die digitale Transformation. Ver.di will das Modell nun für Verhandlungen in der gesamten Versicherungs- und Finanzbranche nutzen. Der Abschluss zeigt: Technologischer Fortschritt muss nicht zwangsläufig zu Jobverlusten führen, sondern kann sozialverträglich gestaltet werden.

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Öffentlicher Dienst: 5,8 Prozent mehr Gehalt

Parallel zu diesem Zukunftsvertrag sorgt ein klassischer Abschluss für Aufsehen. Für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes der Länder (außer Hessen) gibt es eine Gehaltserhöhung von insgesamt 5,8 Prozent. Die Einigung nach bundesweiten Warnstreiks sieht folgende Stufen vor:

  • 1. April 2026: +2,8 Prozent (mindestens 100 Euro)
  • 1. März 2027: +2,0 Prozent
  • 1. Januar 2028: +1,0 Prozent

Auch die Ausbildungsvergütungen steigen in drei Schritten um insgesamt 150 Euro. Der Kompromiss gilt als wichtiger Erfolg für die rund 6.000 Beschäftigten, die die Verhandlungen mit Protesten begleitet hatten.

Baugewerbe vollendet Ost-West-Angleichung

Während neue Runden starten, wirken alte Abschlüsse nach. Im Bauhauptgewerbe tritt zum 1. April 2026 die nächste Stufe des Tarifvertrags von 2024 in Kraft. Die Löhne im Westen steigen um 3,9 Prozent.

Historisch ist ein anderer Schritt: Die Entgelte im Tarifgebiet Ost werden zu diesem Zeitpunkt vollständig auf das Westniveau angeglichen. Damit erfüllt sich eine langjährige Forderung der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU). Diese Angleichung markiert das Ende des aktuellen Vertragszyklus – die Gewerkschaft bereitet bereits die nächste große Runde für 2027 vor.

Gewerkschaften zwischen Gestaltung und Druck

Die aktuellen Tarifaktivitäten zeigen zwei Strategien der Gewerkschaften. Einerseits die proaktive Gestaltung des Wandels, wie beim KI-Vertrag bei Ergo. Andererseits die klassische Durchsetzung von Kaufkrafterhalt, wie im öffentlichen Dienst.

Parallel erhöhen die Gewerkschaften den politischen Druck. Eine aktuelle DGB-Umfrage zeigt: 59 Prozent der Deutschen befürworten, dass öffentliche Aufträge nur noch an tarifgebundene Unternehmen vergeben werden. Der DGB fordert die Bundesregierung auf, endlich ein Bundestariftreuegesetz auf den Weg zu bringen. Die Debatte darüber wird die gewerkschaftliche Agenda in den kommenden Monaten maßgeblich bestimmen.

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