Equal, Pay

Equal Pay Day 2026 zeigt tiefe Kluft zwischen den Geschlechtern

16.02.2026 - 01:21:12 | boerse-global.de

Die Lohnlücke in Österreich beträgt durchschnittlich 12 Prozent, was Frauen 42 unbezahlte Arbeitstage pro Jahr kostet. Internationale Strategien sollen nun die Gleichstellung vorantreiben.

Der Equal Pay Day fiel in Österreich dieses Jahr auf den 11. Februar. Bis zu diesem Tag arbeiteten Frauen statistisch gesehen unbezahlt. Die Debatte um den Aktionstag rückt die wirtschaftliche Ungleichheit wieder in den Fokus – mit weitreichenden Folgen für Gesundheit und Bildung.

Die Zahlen: So groß ist die Lücke wirklich

Die Lohnlücke, der Gender Pay Gap, liegt in Österreich bei durchschnittlich 12 Prozent. Bei Vollzeitbeschäftigung arbeiten Frauen damit rechnerisch 42 Tage im Jahr ohne Bezahlung. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind enorm:
* In Wien beträgt die Differenz nur etwa 4 Prozent.
* In Vorarlberg klafft die Lücke mit 20 Prozent am weitesten auseinander.

Besonders alarmierend: Der Fortschritt ist extrem langsam. Würde sich das aktuelle Tempo nicht ändern, bräuchte es für echte Einkommensgleichheit noch über 150 Jahre. Das ist paradox, denn Frauen sind heute im Schnitt besser ausgebildet als Männer – dieser Vorteil schlägt sich aber nicht im Gehalt nieder.

Weniger Geld, schlechtere Gesundheit

Die wirtschaftliche Benachteiligung hat direkte Auswirkungen. Ein geringeres Einkommen erschwert oft den Zugang zu guter Gesundheitsversorgung, gesunder Ernährung und Vorsorge. Expertinnen fordern deshalb einen Systemwandel: weg von der reinen Krankheitsbehandlung, hin zu mehr Prävention und Gesundheitsförderung.

Von diesem Ansatz würden besonders Frauen profitieren. Sie tragen häufig die Hauptlast der Familienfürsorge und stellen ihre eigenen Bedürfnisse zurück. Globale Hilfsorganisationen wie Malteser International und Difäm bekämpfen die Müttersterblichkeit, indem sie den Zugang zu medizinischer Grundversorgung verbessern.

Bildung als Schlüssel zur Unabhängigkeit

Warum ist Wissen so mächtig? Bildung öffnet nicht nur die Tür zu besseren Jobs, sondern stärkt auch die Gesundheitskompetenz. Sie befähigt Frauen, fundierte Entscheidungen über ihren eigenen Körper zu treffen.

Initiativen wie Women for Women International setzen genau hier an. Ihre Programme vermitteln berufliche Fähigkeiten und klären über Rechte auf. So helfen sie Frauen, sich aus dem Kreislauf der Armut zu befreien.

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Was plant die Politik?

Auf internationaler Ebene werden jetzt die Weichen für die Zukunft gestellt:
* Die Europäische Union erarbeitet ihre Gleichstellungsstrategie für 2026-2030. Schwerpunkte sollen Entgelttransparenz und Gewaltschutz sein.
* UN Women legt mit einem neuen Strategieplan den globalen Rahmen fest, um Frauenrechte zu stärken.

Diese großen Pläne werden durch lokale Arbeit ergänzt. Organisationen vor Ort sind das unverzichtbare Bindeglied zu benachteiligten Gemeinschaften. In Südtirol setzt der Landesbeirat für Chancengleichheit mit Frauenakademien und Rechtsberatung konkrete Zeichen.

Ein langsamer Fortschritt mit Hindernissen

Ein UN-Bericht von 2025 zog eine ernüchternde Bilanz: Seit der Pekinger Aktionsplattform von 1995 sind die Fortschritte minimal. Ohne echte Gleichstellung sind auch andere globale Ziele kaum erreichbar.

Die Herausforderungen sind groß. Globale Krisen, politische Instabilität und Kürzungen bei Hilfsorganisationen verschärfen die Lage. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob die neuen Strategien mit verbindlichen Zielen und ausreichender Finanzierung unterlegt werden können. Der Weg zu echter Gleichstellung braucht den gemeinsamen Einsatz von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.

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