Patienten, Kontrolle

ePA: Patienten erhalten Kontrolle über sensible Abrechnungsdaten

05.01.2026 - 21:12:12

Ab heute entscheiden Versicherte allein, wer ihre Diagnosen für Abrechnungsschecks einsehen darf. Die Neuregelung ist Teil verschärfter Vorgaben für Deutschlands elektronische Patientenakte, die nun in die Umsetzungsphase geht.

Seit dem 1. Januar 2026 gelten neue Spielregeln für die elektronische Patientenakte (ePA). Der wichtigste Punkt: Patienten haben jetzt die alleinige Hoheit über ihre sensiblen Abrechnungsdaten. Diese Diagnosecodes, die zwischen Ärzten und Krankenkassen ausgetauscht werden, sind für andere Behandler nun standardmäßig unsichtbar.

Bisher bestand die Gefahr, dass diese „Schattendaten“ – die oft nicht den aktuellen Gesundheitszustand widerspiegeln – ohne Kontext bei Fachärzten oder Therapeuten landeten. Datenschützer hatten lange vor Fehlinterpretationen gewarnt. Jetzt müssen Patienten den Zugriff explizit freigeben. Ein großer Schritt für mehr digitale Souveränität, der aber auch neue Verantwortung mit sich bringt.

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Praxen drohen bei Nichtumstellung finanzielle Kürzungen

Die Kehrseite der Medaille: Für Arztpraxen wird der Druck spürbar größer. Seit Jahresbeginn ist die Schonfrist vorbei. Praxen müssen nachweisen, dass ihre Praxisverwaltungssoftware offiziell als „ePA-Ready“ zertifiziert ist.

Wer die notwendigen Updates nicht installiert hat, dem drohen Kürzungen bei den Pauschalen für die Telematik-Infrastruktur (TI). Die Botschaft der Politik ist klar: Die reine Anbindung ans System reicht nicht mehr. Nachdem für rund 70 Millionen Versicherte automatisch eine ePA angelegt wurde, zählt jetzt die Nutzung und Datenqualität.

Lokale Hilfsangebote boomen – Beispiel Waldmohr

Doch wie finden sich Bürger in den neuen Funktionen zurecht? Die Nachfrage nach persönlicher Beratung ist enorm, besonders bei älteren Menschen. In ganz Deutschland springen Kommunen und Verbraucherzentralen in die Bresche.

Ein Musterbeispiel ist die Veranstaltung am 20. Januar 2026 in Waldmohr im Bürgerhaus. Unter dem Titel „Was ist die ePA? Wie melde ich mich an?“ führen ePA-Coaches durch die Funktionen der digitalen Akte. Solche Events sind längst kein Einzelfall mehr. Die Verbraucherzentrale NRW und andere Landesstellen halten seit Monaten ein dichtes Programm aus Online- und Präsenzvorträgen bereit.

Digitale Gesundheitsstrategie tritt in Reifephase ein

Die Entwicklungen markieren eine neue Stufe für Deutschlands Digitalisierungsstrategie im Gesundheitswesen. Startete die ePA 2025 noch mit der technischen Grundversorgung, dreht sich die Debatte heute um feingranulare Datensouveränität und die Praxistauglichkeit.

Marktbeobachter sehen in den neuen Privatsphäre-Einstellungen ein zweischneidiges Schwert. Sie stärken das Vertrauen, machen die Bedienung aber auch komplexer. Die finanziellen Sanktionen für Praxen könnten im ersten Quartal 2026 eine Welle von Software-Updates auslösen.

Ausblick: Medikationsplan wird zum Sicherheitssystem

Bis Oktober 2026 soll der nächste große Schritt folgen. Aus der elektronischen Medikationsliste wird dann ein digital gestützter Medikationsprozess (dgMP). Das System wird dann automatisch auf Wechselwirkungen prüfen können. Bis dahin bleibt der Fokus auf der Aufklärung über die neuen Rechte – und darauf, dass keine Praxis die TI-Pauschale verspielt.

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