Engpass-Dehnung, Schmerzlinderung

Engpass-Dehnung: Schmerzlinderung durch gezielte Gelenk-Dehnung?

05.02.2026 - 03:55:12

Die Engpass-Dehnung von Liebscher & Bracht verspricht Linderung bei chronischen Schmerzen, steht jedoch wegen fehlender unabhängiger Studien in der Kritik. Die Methode setzt auf gezielte Bewegungen.

Die von Liebscher & Bracht entwickelte Engpass-Dehnung verspricht Linderung bei chronischen Schmerzen. Die Methode setzt auf gezielte Übungen, um einseitige Alltagsbelastungen auszugleichen.

Das Prinzip: Verkürzungen lösen, Gelenke befreien

Der Grundgedanke ist einfach: Langes Sitzen und einseitige Bewegungen verkürzen Muskeln und Faszien. Diese Spannungen erhöhen den Druck auf Gelenke und Nerven – das Gehirn signalisiert Schmerz.

Anders als klassisches Dehnen zielt die Methode nicht auf einzelne Muskeln ab. Stattdessen soll der volle Bewegungsspielraum eines Gelenks wiederhergestellt werden. Therapeuten nennen die schmerzauslösenden Verspannungen „Engpässe“.

Anzeige

Rücken- und Nackenschmerzen nach langem Sitzen? Orthopäde Prof. Dr. med. Wessinghage stellt 17 einfache 3‑Minuten‑Übungen vor, die gezielt entlasten und Muskulatur stärken — ideal als Ergänzung zu Dehnprogrammen wie der Engpass-Dehnung. Die Übungen lassen sich ohne Geräte in Pausen einbauen und helfen, Verspannungen im Alltag zu reduzieren. Jetzt kostenlosen 3‑Minuten‑Plan von Prof. Wessinghage anfordern

Die Übungen kombinieren passives Halten und aktives Anspannen:
* Eine Dehnposition wird etwa zwei bis zweieinhalb Minuten gehalten.
* In dieser Position spannt der Übende den gedehnten Muskel gezielt an („Gegenspannen“).

Dieser Ablauf soll dem Bindegewebe Zeit zur Anpassung geben und die muskuläre Balance dauerhaft verbessern.

Wo die Methode zum Einsatz kommt

Die Engpass-Dehnung wird bei verschiedenen chronischen Beschwerden angewendet:
* Rücken-, Nacken- und Kopfschmerzen
* Gelenkschmerzen in Knie oder Hüfte
* Bandscheibenprobleme

Die Idee: Die gezielten Dehnreize lösen Überspannungen. Dem Gehirn wird signalisiert, dass vernachlässigte Gelenkwinkel wieder genutzt werden – es kann die schmerzauslösenden Muskelspannungen reduzieren. Befürworter sehen darin einen Angriff auf die Schmerzursache, nicht nur auf Symptome.

Wissenschaftliche Zweifel und Kritik

Trotz vieler positiver Erfahrungsberichte steht die Methode in der Kritik. Ein Hauptvorwurf: Es fehlen hochwertige, unabhängige Studien, die die spezifische Wirksamkeit eindeutig belegen. Die von den Entwicklern beschriebenen Wirkmechanismen sind wissenschaftlich nicht breit anerkannt.

Allgemeine Forschung zum Dehnen zeigt ein gemischtes Bild. Dehnen verbessert die Beweglichkeit, doch die direkte schmerzlindernde Wirkung bei chronischen Beschwerden ist weniger klar. Eine Übersichtsarbeit der Cochrane Collaboration fand für isoliertes Dehnen bei Nackenschmerzen nur minimale Effekte – in Kombination mit Krafttraining sah es besser aus.

Kritiker verweisen zudem auf Werbeaussagen, die in der Vergangenheit als irreführend eingestuft wurden und zu rechtlichen Auseinandersetzungen führten.

Ein etablierter Ansatz mit offenen Fragen

Für viele Schmerzpatienten ist die Engpass-Dehnung eine aktive, selbstwirksame Strategie ohne Medikamente. Sie fördert die Körperwahrnehmung und setzt auf regelmäßige Bewegung.

Die Methode hat sich im Markt der komplementären Gesundheitsansätze etabliert. Ob ihre spezifische Wirksamkeit durch unabhängige Studien belegt werden kann, bleibt eine offene Frage. Eines ist jedoch unumstritten: Gezielte Bewegung ist ein zentraler Baustein im Kampf gegen chronische Schmerzen.

Anzeige

PS: Weniger Schmerzen, mehr Beweglichkeit — schon mit kurzen Einheiten. Der kostenlose PDF‑Report von Prof. Wessinghage zeigt 17 drei‑minütige Übungen, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen und gezielt schwache Muskelgruppen stärken. Besonders geeignet, wenn Sie Dehnmethoden mit kurzen, regelmäßigen Kräftigungsreizen kombinieren möchten. Gratis‑Report: 17 Übungen jetzt anfordern

@ boerse-global.de