ENGINEAI T800: Roboter-Arnold erobert CES 2026
07.01.2026 - 17:42:12Ein neuer Maßstab für humanoide Roboter: Auf der CES 2026 in Las Vegas hat das chinesische Unternehmen ENGINEAI mit dem T800 Universal Humanoid Robot einen kraftvollen Konkurrenten für die globale Industrie präsentiert. Der Roboter kombiniert erstmals industrietaugliche Robustheit mit der Agilität von Forschungslaboren – zu einem überraschend niedrigen Preis.
Der „Arnold“ unter den Humanoiden
Mit einer Größe von 1,73 Metern und 75 Kilogramm Gewicht setzt der T800 auf rohe Kraft. Seine Gelenkmodule liefern bis zu 450 Newtonmeter Drehmoment und 14.000 Watt Spitzenleistung. Das ermöglicht explosive Bewegungen und das Heben schwerer Lasten. In Live-Demos zeigte der Roboter feinmotorische Aufgaben, die bisherige Automationssysteme vor Probleme stellten.
Der Schlüssel liegt in der Konstruktion. Ein Chassis aus Flugzeug-Aluminium und ein aktives Kühlsystem in den Beingelenken sollen Dauerbetrieb unter schwerer Last ermöglichen. Ein modularer Festkörper-Akku verspricht vier bis fünf Stunden Laufzeit – deutlich mehr als der bisherige Branchenstandard von zwei Stunden. Mit 41 Freiheitsgraden, davon 29 im Körper, ahmt der T800 menschliche Bewegungen präzise nach.
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Doppelstrategie mit T800 und PM01
ENGINEAI verfolgt eine klare Zwei-Säulen-Strategie. Neben dem schweren T800 für die Industrie stellte das Unternehmen den leichten PM01 vor. Dieser „embodied Agent“ ist für Servicedienste im Einzelhandel, für Führungen oder leichte Inspektionsaufgaben gedacht.
Die Botschaft ist eindeutig: Statt eines Allzweckroboters setzt das Unternehmen auf maßgeschneiderte physische Formen für verschiedene Umgebungen. Auf der Messe demonstrierte ENGINEAI, wie beide Roboter-Typen in einer simulierten Logistikhalle zusammenarbeiten könnten. Damit baut das Unternehmen an einem Ökosystem, nicht nur an einer Produktlinie.
Markt-Disruption durch aggressiven Preis
Die größte Überraschung ist der Preis. Die Basisversion des T800 soll bei etwa 25.000 US-Dollar (rund 23.000 Euro) liegen. Damit unterbietet der Roboter viele Konkurrenzmodelle deutlich und könnte humanoide Automatisierung auch für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) erschwinglich machen.
Bisher lagen die Kosten für vergleichbare Systeme oft bei über 100.000 Dollar. ENGINEAI senkt die Einstiegshürde auf das Niveau eines konventionellen Industrieroboters. Für Forschungseinrichtungen soll es günstige Konfigurationen geben, während Industriekunden auf leistungsstärkere „Pro“- und „Max“-Versionen mit besserer KI-Hardware und Sensorik zurückgreifen können.
„Physical AI“ wird greifbar
Die Vorstellung des T800 steht exemplarisch für das Leitthema der CES 2026: den Aufstieg der physischen KI. Künstliche Intelligenz verlässt die digitale Welt und erhält einen Körper, der in der realen Umgebung agiert.
Diese Entwicklung erfordert mehr als kluge Software. Die Hardware muss dem Chaos der physischen Welt standhalten. Der T800 nutzt tiefes bestärkendes Lernen für seine Bewegungssteuerung. Auf dem Messestand navigierte er autonom durch eine unübersichtliche Lagerhallen-Nachbildung und passte sich Unebenheiten an.
Experten sehen einen Wendepunkt: Die Konvergenz aus Festkörper-Akkus, Hochleistungs-Aktuatoren und „embodied AI“-Modellen macht humanoide Roboter nun massentauglich. Der limitierende Faktor ist nicht mehr die Hardware, sondern die Trainingsdaten für die Aktionsmodelle. ENGINEAI setzt bei einigen Konfigurationen auf eine offene Plattform, um diese Daten durch Crowdsourcing zu beschleunigen.
Der Weg in die Massenproduktion
Die große Frage ist nun: Kann ENGINEAI liefern? Der Schritt vom beeindruckenden Messeprototyp zur zuverlässigen Serienproduktion ist für Hardware-Startups berüchtigt. Das Unternehmen gibt an, bereits eine automatisierte Fertigungsstätte in Shenzhen in Betrieb genommen zu haben. Die Massenproduktion soll Mitte 2026 hochgefahren werden.
Sollte der T800 seine Leistungsversprechen zum angekündigten Preis einhalten, könnte das die globale Robotik-Landschaft neu ordnen. Die wirtschaftlichen Auswirkungen wären erheblich. Wenn Roboter schwere, repetitive und gefährliche Aufgaben für den Preis eines Kompaktwagens übernehmen, steht auch der Arbeitsmarkt in Produktion und Logistik vor einem tiefgreifenden Wandel.
Der T800 zeigt vor allem eines: Das Innovationstempo im Humanoid-Sektor hat sich rasant beschleunigt. Innerhalb von zwei Jahren entwickelte sich die Branche von staksenden Prototypen zu schlagkräftigen Maschinen, die jetzt den globalen Markt erobern wollen.
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